Ab geht es ohne Abendbrot! Dinner Cancelling: Tag 5 von 14

Hilfreich-Mitarbeiterin Franziska macht den Test und betreibt Dinner Cancelling (DC) für 14 Tage. Diesmal Tag 5.


Am Freitag, dem fünften Tag meines Selbstversuchs zum Dinner Cancelling, treffe ich mich mit Freunden in einer Bar. Nachdem ich gestern meinen DC-freien Tag hatte, muss ich mich heute wieder ab 16 Uhr mit einem knurrendem Magen herumschlagen. Jetzt ist es 20 Uhr und ich verlasse meine Wohnung mit Sack und Pack, aber ohne Essen im Bauch. Ich bin gespannt, wie ich den Abend verleben werde, wenn alle um mich herum dem Alkohol frönen, während ich mich an mein Wasser halten muss.

Alkohol, nein danke

  • In meiner Lieblingsbar angekommen, ich bin wie immer die letzte, haben alle schon ein Getränk vor sich stehen. Riesige, bunte Cocktails mit Fruchtspießen, die so verlockend aussehen, dass ich schlucken muss.
  • Mein Mund ist verdammt trocken, ein Dauerzustand nach 16 Uhr, bei dem ich mir manchmal vorkomme wie ein Junkie. Ich sehne mich nach einem fruchtigen Etwas, egal was! Ob mit oder ohne Alkohol, Geschmack ist alles, was ich will.
  • Dennoch bleibe ich start und bestelle ein WASSER, als der Kellner kommt und mich fragt, was ich haben will. Er schaut etwas blöd und notiert sich dann grinsend meinen Wunsch auf seinem Block. Ich stelle mir vor, wie er hinter meine Bestellung noch einen kleinen grinsenden Smiley aufzeichnet und schaue ihm etwas gereizt hinterher.
  • Meine Freunde haben meine Bestellung auch registriert und gucken etwas irritiert. Ich sage allerdings nichts und beschließe die Allgemeinheit ein bisschen auf die Folter zu spannen.

"Ein Wasser, bitte!"

  • Im Prinzip ist der Abend der Horror. Ich brauche hier nichts zu beschönigen: Es ist grausam, den anderen beim Essen ihrer Fruchtspieße zuzusehen, die Musik, die Menschen um mich herum... es ist nicht so, dass ich keinen Spaß habe ohne Alkohol, aber zu so einer Atmosphäre gehört einfach ein Glas Wein oder ein guter Drink!
  • Als ich mein zweites WASSER bestelle, haut mich meine Freundin von der Seite an und raunt mir schon ein wenig angeheitert ins Ohr: „Na, unter die Abstinenten gegangen oder bist du schwanger?“ Bei dem Wort schwanger schauen alle hoch und ich werde mit schockierten oder erwartungsvollen Blicken bombardiert. Innerlich grinse ich, beschließe aber, die Sache noch ein bisschen in die Länge zu ziehen.

Schwanger?

  • „Joaaaa“, sage ich und spiele die in die Ecke Gedrängte. „Ich, nunja...ich..“ quetsche ich noch hervor. Das Schweigen fängt an zu knistern, ich amüsiere mich herrlich. Meine Freundin neben mir ist ganz blass und hält ihren Cocktail umklammert. Auf ihrer Stirn steht OH MEIN GOTT mit zehn Ausrufezeichen. Dann beschließe ich, die Sache zu bereinigen.
  • „Nein!“, lache ich. „Ich mache eine Diät. Kein Essen und kein Alkohol ab 16 Uhr.“ Die anderen stimmen etwas verunsichert und zögerlich in mein Lachen ein und löchern mich dann mit Fragen und Floskeln wie: „Wo willst du denn abnehmen, hinter dem Ohr!?“ Die nächste halbe Stunde diskutieren wir übers Abnehmen und diverse andere Diäten, womit der Abend unerwartet auch für mich noch sehr lustig wird, denn jeder, sogar mein bester Freund, hat etwas über persönliche Diätpannen und den Jojo-Effekt zu erzählen.

Es war schön, meine Lieben, aber...

  • Trotzdem ziehe ich nicht mit der mehr als angeheiterten Gruppe weiter Richtung Club, denn das muss ich mir nicht antun. Auf dem Weg nach Hause überfällt mich die Müdigkeit schlagartig, ich werde so schläfrig, dass ich fast meine Station verpasse und nur noch in letzter Sekunde aus der Bahn springen kann.
  • Außerdem ist mir eiskalt und ich bin ein bisschen zittrig. Die fehlenden Nährstoffe machen sich langsam bemerkbar. Ich will nicht wissen, wie meine Blutzuckerwerte aussehen. Mein Körper will nur noch Ruhe und Regenerationszeit.
  • Um 1 Uhr morgens liege ich im Bett und bin wahrhaft tot! Den Testpunkt Ausgehen hat das Dinner Cancelling nur mit einer vier abschließen können, denke ich noch, bevor ich in den Schlaf sinke.