Abdruck

Hier bei Hilfreich finden sie alles zum Thema Gesundheit. Ein großes Zahnlexikon bietet ihnen die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Begriffe zu informieren - Abdruck


Der Abdruck oder auch Abformung ist das beim Zahnarzt gebräuchliche Verfahren, bei dem Bereiche des Kiefers oder der Zähne möglichst exakt reproduziert werden. Dies ermöglicht es die Mundsituation an einem Modell zu begutachten. Ein Abdruck lässt sich prinzipiell auf zwei Wegen erstellen: Mit vorgefertigten Behelfen (den sogenannten "Abdruck-„ oder "Konfektionslöffeln" ) oder Schablonen (den sogenantnen „individuellen“ oder „Funktionslöffeln“) , welche für jede Mundsituation individuell angefertigt werden. Abdrücke lassen sich in zwei Gruppen einteilen: den heute bedeutungslosen starren und den elastischen Abdruck:

- elastisch-irreversibel ist ein Abdruck, welcher nach Abbindung des Materials zwar noch beweglich ist, seine Form allerdings nicht mehr verändert (das sogenannte Rückstellungsvermögen). Hierbei handelt es sich um die Art von Abdruck, die heute wohl als die gebräuchlichste gelten kann. Typische hierbei zum Einsatz kommende Materialien wären Alginate und elastische Kunststoffe (Elastomere) wie die Polyether, Polysulfide und Silikone. Bei der Abbindung entwickeln diese Stoffe nur eine sehr geringe Wärme und zeichnen sich darüber hinaus durch ein sehr gutes Rückstellungsvermögen aus. 

- elastisch-reversibel ist ein Abdruck, der sich unter bestimmten äußeren Einflüssen instabil verhält und etwa bei Wärme seine Form verändert. In der zahnmedizinischen Landschaft der Siebziger Jahre sah man in diesem Verfahren eine wahre Offenbarung, stellte allerdings schnell fest, dass die umständliche Handhabung einen Einsatz in der Praxis nicht lohnenswert macht. Bekannte Vertreter wären die Hydrokolloide.

- starr-irreversibel ist ein Abdruck, der weder veränderbar ist, noch Elastizität (Rückstellungsvermögen) besitzt und infolgedessen nur noch aus historischer Sicht relevant ist. Egal ob es sich dabei um den sehr ungenauen Abdruckgips, die nicht nur in der Verarbeitung, sondern auch im Geschmack schlechte Zinkoxid-Eugenol-Paste oder Kunststoffe, die beim Abinden eine schädliche Temperatur aufweisen, handelt: Sie alle werden in der Praxis kaum noch eingesetzt.

- starr-reversibel bzw. thermoplastisch ist ein Abdruck, der durch bestimmte Maßnahmen - meist durch Wärme – seine Form verändern kann. Beispiele, welche heute allesamt veraltet sind wären Abdruckwachse, Stents, Kerr Massen und Guttapercha. Die noch sehr neuen Silginate sind noch nicht genügend erforscht, um zuverlässige Aussagen darüber zu treffen.

Im 21. Jahrhundert zeichnen sich die modernen Abformmassen durch eine extreme Präzision aus,
die mittlerweile im tausendstel Millimeterbereich liegt (siehe auch Lagerzeitkontraktion). Abdrücke müssen in Abhängigkeit des eingesetzten Materiales entweder sofort (z.B. Alginaten) oder verzögert (z.B. bei den Silikonen) ausgegossen werden, damit eine exakte positive Situation der Mundsituation ensteht. Patienten, welche den Hang dazu haben, könnten bei der Abdruckerstellung Würgereiz verspüren.

Zeiteinteilungen, die bei der Erstellung eines Abdruckes relevant sind:

-Mischzeit
die zur Anmischung (meist der zwei Grundbestandteile Paste und Katalysator) „erlaubte“ Zeit, hält man sie nicht ein, kann es zu Komplikationen kommen. Bei Kartuschensystemen entfällt sie!

-Gesamtverarbeitungszeit
Die gesamte Zeit, die für Mischen, Einfüllen in den Abdrucklöffel und der Zeit bis dieser in Mund bzw. auf der Zahnreihe zum Einsatz kommt aufgewendet wird.

-Mundverweildauer
Die Zeit, in der das Material im Mund aushärtet, hierbei darf man sich allerdings nicht vom Material täuschen lassen: Selbst wenn es sich fest anfühlt, darf die Mundverweildauer in keinem Fall unterschritten werden, das Resultat wäre ein Verlust an Präzision.

- Abbindezeit
Die Gesamtdauer von Gesamtverarbeitungszeit und Mundverweildauer.