Abdruckarten

Hier bei Hilfreich finden sie alles zum Thema Gesundheit. Ein großes Zahnlexikon bietet ihnen die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Begriffe zu informieren - Abdruckarten


Abdruckarten, Abdrucktechniken oder auch Abformungsarten. Die Zahnmedizin kennt nahezu unzählige Abdruckarten und -techniken, die jedoch alle das gleiche Ziel haben: Ein möglichst exaktes Abbild von Teilen der Mundhöhle - klassischerweise natürlich vor allem Zähne, Präparation, Kieferabschnitten - zu liefern. Der Abdruck liefert die Vorgabe, nach welcher im zahntechnischen Labor das weitere Vorgehen erfolgt.

(hand)aktiver Abdruck - geführter Abdruck:
Hier wird der Patient durch den Arzt animiert, die sonst „von selbst“ erfolgenden
Bewegungen von Lippen, Gesicht und Zunge während der Abbindephase zu simulieren.

anatomischer Abdruck - Situationsabdruck:
ein Abdruck ohne jegliche Bewegungen, welcher die anatomischen und topographischen Verhältnisse der Zahnoberflächen und Kieferteile darstellt. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Situationsmodell, auf dessen Basis Provisorien oder spezielle Abdrucklöffel (Individuelle Löffel) erstellt werden.

bimaxillärer Abdruck - mundgeschlossene Abformung:
hierbei werden Ober- und Unterkiefer gleichzeitig in einem Arbeitsgang mit Hilfe spezieller Abdrucklöffeln abgeformt, wobei sich der Unterkiefer in Normalstellung zum Unterkiefer befindet.

biodynamischer Abdruck - Singer-Sosnowski-Abdruck:
ein dem Funktionsabdruck ähnelndes Abdruckverfahren im teilbezahnten Kiefer. Um Resilienzunterschieden von Parodontium und Schleimhaut zu kompensieren, kommt bei dieser Technik ein individueller Löffel unter okklusalem Druck zum Einsatz.

direkter Abdruck:
wurde früher bei Gussfüllungen eingesetzt, indem man das Abdruckwachs in erwärmt-plastischem Zustand in die präparierte Kavität brachte, dort ausformte, als Negativ entfernte und entsprechend gusstechnisch aufbereitete. Anders als beim indirekten Abdruck ist die überaus aufwendige Modellherstellung bei diesem Verfahren nicht notwendig.

indirekter Abdruck:
Im 21. Jahrhundert kann dieses Verfahren als das am meisten gebräuchliche gelten, da es den Abdruck mit Hilfe von sehr wenigen Arbeitsgängen im Mund gestattet. Das Vorgehen ist einfach: Die Präzisionsabdruckmasse erzeugt die Negativform, welche im Labor mit Modellgips ausgegossen wird und so eine maßstabsgenaue Reproduktion der Mundsituation erzeugt, auf deren Grundlage der Zahntechniker weiter arbeitet. Man differenziert dabei zwischen Doppelmischabdruck, Einphasenabformung, Korrekturabdruck und Zweiphasenabformung

mukostatischer Abdruck , myostatischer Abdruck:
Eine Abformung, welche bei geöffnetem Mund im Rahmen der Anfertigung von Vollprothesen unter Einsatz spezieller Löffel und ohne Bewegungen entsteht. Typischerweise wird dabei eine dünnfließende Abformmassen benutzt (siehe Muco-Seal® Abformung). Der Ausdruck wird auch verwendet für die Abformung von teilbezahnten Ober- oder Unterkiefern, bei denen der Mediziner mit Konfektionslöffeln arbeitet, um präparierte Zähne für Kronen, Brücken oder Modellgussarbeiten herzustellen.

mundoffene Abformung:
Die gebräuchliche Art beim Erstellen eines Abdruckes, Ober- und Unterkiefer werden dabei in getrennten Arbeitsgängen abgedrückt

optischer Abdruck - digitale Abformung:
neuartige Technik, bei der die sichtbare Zahnoberfläche mittels optischer Verfahren (etwa Laser) im Rahmen der CAD/CAM-Techniken abgeformt wird.

Ringabformung - Kupferringabdruck:
Mittlerweile als veraltet geltender Vorläufer der indirekten Abdruckverfahren, bei welchem im Falle von Einzelstümpfen angepasste kleine Kupferringe oder –käppchen angewendet werden, die das eigentliche Abformmaterial (thermo-plastischen Massen) tragen, so dass danach ein gesamter Situationsabdruck möglich wird.

Der Teilabdruck oder die Teileilabformung wird speziell bei der Provisorienherstellung von Einzelkronen im Bereich der Seitenzähne verwendet.