Abführmittel bei Verstopfung

Abführmittel bei Verstopfung versprechen eine schnelle Wirkung. Die Abführmittel beschleunigen hierbei die so genannte Motalität des Darmes.


Abführmittel bei Verstopfung versprichen schnellen Erfolg und schnelle Linderung.  Denn der tägliche Stuhlgang ist von größer Bedeutung und nicht selten sind Verstopungen auch mit Schmerzen verbunden. Von natürlichen Hausmitteln über apothekenpflichtige Medikamente ist die Palette der verfügbaren Mittel groß. Auch manuell durchgeführte Einläufe können eine Verstopfung beseitigen.

Abführmittel bei Verstopfung
Die umgangssprachliche Bezeichnung für Laxanzien ist Abführmittel. Es handelt sich um Medikamente, die auf unterschiedliche Weise zu einer rascheren Darmentleerung führen. Aufgrund ihrer Wirkungsweise gibt es Unterscheidungen in Füll- und Quellstoffe, motilitätsbeeinflussende und wasserbindene Abführmittel.
Die Füll- und Quellstoffe versprechen Abhilfe durch eine Vergrößerung des Darmvolumens. Die motalitätsbeeinflussenden Arzneien beschleunigen die Darmbewegung (Motalität) und sorgen dafür, dass dem Körper weniger Wasser entzogen wird. Wasserbindene Arzneien sind vor allem Salze wie das Glaubersalz, die viel Wasser benötigen, um sich binden zu können. Diese große Wassermenge weicht den Stuhl auf, vergrößert das Volumen und sorgt für eine weichere Darmwand.

Chemische und pflanzliche Abführmittel
Zur Therapie von Verstopfung kommen pflanzliche und chemische Abführmittel zum Einsatz. Pflanzliche Medikamente werden in Form von Tee oder Tabletten gereicht, die die Wirkstoffe von Sennesblättern, Rizinusöl, Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel enthalten. Besonders die Blätter der Sennapflanze mit den darin enthaltenen Wirkstoffen, den so genannten Sennosiden versprechen eine gute Wirkung, sie gehören zu den zuverlässigsten Abführmitteln.
Chemische Abführmittel wie Laxoberal oder Dulcolax, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, entfalten ihre Wirkung ungefähr acht Stunden nach Einnahme.

Indikationen für Medikamenteneinnahme
Für die Einnahme von Abführmitteln gibt es verschiedene Indikationen. Nicht jede Verstopfung erfordert sofort den Einsatz eines Medikaments. Jedoch verursacht eine Verstopfung starkes Bauchpressen, um eine Entleerung des Darms zu erreichen. Gerade bei Herzinfarkt oder Bluthochdruck sollte dieses Pressen vermieden werden und die medikamentöse Therapie bevorzugt werden. Auch schmerzhafte Beschwerden im Afterbereich sind eine Indikation für Abführmittel. Dazu zählen Hämorrhoiden oder Fissuren. Für bestimmte Untersuchungen oder Operationen ist eine komplette Darmentleerung nötig, beispielsweise für die Darmspiegelung.

Einnahmezeitraum
Die Einnahme von Abführmitteln ist nur über einen beschränkten Zeitraum angezeigt. Eine Faustregel besagt, der Einsatz sollte zwei Wochen niemals überschreiten. Abführmittel, egal ob pflanzlich oder chemisch gelten als Medikamente und sind längerfristig nur auf ärztlichen Rat hin einzunehmen. Pflanzliche Wirkstoffe verursachen die gleiche Wirkung wie chemische Produkte und können bei langfristiger Einnahme lebensbedrohliche Folgen haben. Durch die beeinflusste schnellere Ausscheidung werden lebenswichtige Mineralien und Vitamine ausgeschieden, Mangelerscheinungen und Flüssigkeitsverlust sind die Folgen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Abführmittel beeinflussen die Wirkung anderer Medikamente, weshalb der Arzt immer über die Einnahme zu informieren ist. So kann beispielsweise die Funktion der Antibabypille aufgehoben werden, eine Verhütung ist nicht mehr gewährleistet. Auch die Wirkung von Herzmedikamenten, Antibiotika, harntreibenden Arzneien und Kortisonpräparaten kann gestört, aufgehoben oder ungewollt verstärkt werden.

Wie funktioniert ein Einlauf?
Eine schonende Art der Abführung ist der Einlauf, wobei Flüssigkeit in den After eingeführt wird, um die Darmentleerung zu unterstützen. Die Flüssigkeit vermengt sich mit der zu harten Stuhlmenge, vergrößert das Volumen und transportiert den aufgeweichten Kot aus dem Darm. Dazu wird lauwarmes, mineralhaltiges Wasser genutzt. Die Durchführung kann im Krankenhaus oder auch zu Hause erfolgen, sollte jedoch in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.