Abkürzungen der Diagnose auf dem Krankenschein - Hintergründe und Bedeutung

Die Abkürzungen der Diagnose auf dem Krankenschein basieren auf einem internationalen Verschlüsselungssystem von Erkrankungen.


Die Weltge-sundheitsorganisation (WHO) ist Herausgeber der "Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD). Darin sind Diagnosen als Buchstaben- und Zahlencode verschlüsselt. Die ICD liegt mittlerweile in der zehnten Version vor. Lernen Sie hier, das Morsealphabet des Gesundheitssystems - die Abkürzungen der Diagnose auf dem Krankenschein - zu durchschauen.


Rechtliches
Die Ärzte benutzen diese Verschlüsselung nicht, um Ihnen etwas zu verheimlichen. Die Verwendung des ICD-10 ist vielmehr in bestimmten Fällen gesetzlich vorgeschrieben (§ 295 und § 301 fünftes Sozial-gesetzbuch). Ihr Arzt hat die Pflicht, bei Abrechnungsunterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (Krankenschein) und Kranken-hausbehandlungen diese Verschlüsselung zu benutzen. Nicht nötig ist dies in Arztbriefen, Überweisungen und Krankenhauseinweisungen, wird aber meist trotzdem gemacht, damit die behandelnden Ärzte wissen, worum es geht. Die Verschlüsselung ersetzt keine ausführliche Beschreibung des Krankheitszustandes.

Entschlüsselung des Codes
Was bedeuten nun die Abkürzungen der Diagnose auf dem Krankenschein? Der Buchstabe steht für die jeweilige Krankheitsgruppe. Hier seien einige Beispiele genannt:L Krankheiten der Haut und Unterhaut, F Psychische und Verhaltensstörungen,I Herz-Kreislauf-System, J Atmungssystem, M Muskel-Skelett-System und Bindegewebe. Die Zahlen hinter dem Gruppenbuchstaben bezeichnen die Krankheit nun etwas näher. F32.- beispielsweise bedeutet übersetzt "Psychische und Verhaltensstörungen - depressive Episode". Hinter dem Punkt kann nun weiter differenziert werden. F32.0 wäre eine leichte, F32.1 eine mittlere und F32.2 eine schwere depressive Episode. In einigen Fällen kann man noch eine Ziffer weiter aufgeschlüsseln: I70.32 "Herz-Kreislauf-System (I) - Atherosklerose (I70) - Atherosklerose der Extremitätenarterien (I70.3-) - Becken-Bein-Typ mit Ruheschmerzen (I70.32)".

Zusatzbezeichnungen

Es existieren noch weitere Zusatzbezeichnungen, die nur im ambulanten Bereich eingesetzt werden dürfen und freiweillige Angaben sind: V Verdachtsdiagnose, Z Zustand nach Diagnose, A Ausgeschlossene Diagnose, G Gesicherte Diagnose. Bei paarigen Organen wie Nieren, Augen, Ohren etc. muss sinnigerweise eine Seitenangabe gemacht werden: R Rechts, L Links, B Beidseits. Die Diagnoseverschlüsselung N26 GB würde demnach eine gesicherte beidseitige Schrumpfnierendiagnose bedeuten. H65.0 VR beschreibt den Verdacht auf eine rechtsseitige Mittelohrentzündung. Nun noch ein Verschlüsselungsbeispiel mit Sonderzeichen:
A52.1+G22* Neurosyphilis (A52.1), die sich durch ein Parkinson-Syndrom (G22) bemerkbar gemacht hat (*).