Abschlussarbeit und Promovieren im Ausland

Meist ist es kein Problem, eine Abschlussarbeit an einer Gastuniversität zu schreiben oder im Ausland zu promovieren – einige Formalitäten sollten jedoch vorher geklärt werden.


 Wollen Sie Ihre Abschlussarbeit (Diplom-, Bachelor- und Master- arbeit) im Ausland verfassen, können Sie die Hochschule wechseln, was bedeutet, dass Sie sich an Ihrer Heimatuniversität exmatrikulieren und an der Gastuniversität nach erfolgreicher Bewerbung regulär immatrikulieren müssen. Sie unterliegen dann der dortigen Prüfungsordnung, was dazu führen kann, dass Sie Veranstaltungen nachholen oder Scheine umschreiben lassen müssen, um die Voraus- setzungen zur Abschlussprüfung zu erfüllen. Üblicher ist es jedoch, dass Gaststudenten sich in Absprache mit Ihrer Heimfakultät einen Betreuer an der Uni im Gastland suchen. Hierbei ist zu beachten, dass die Abschluss- arbeit die Anforderungen Ihrer Heimatuniversität erfüllen muss. Ihr heimisches Prüfungsamt ist hier der richtige Ansprechpartner. Zur Finanzierung können Sie sich beim Deutschen Akademischen Auslands- dienst (DAAD) um ein Kurzstipendium für die Anfertigung von Abschluss- arbeiten im Ausland bewerben.

Promovieren im Ausland
Für die Promotion sind Sie nicht mehr an die Hochschule gebunden, an der Sie den zur Promotion berechtigenden Abschluss erworben haben. Sie können sich also im Prinzip an jeder Hochschule, auch im Ausland, einen Doktorvater suchen und dort promovieren. Ob ein Hochschulprofessor Sie als Doktoranden akzeptiert, liegt jedoch in seinem Ermessen, persönliche Kontakte sind also mindestens hilfreich, oft sogar Voraussetzung. Sie können sich beim DAAD und verschiedenen Stiftungen um ein Promotions- stipendium bewerben. Arbeiten Sie als Doktorand in einem Unternehmen oder an Ihrer Gasthochschule, erhalten Sie dafür in der Regel entsprechende Vergütung.

Ausländische wissenschaftliche Titel
Wenn Sie Ihren Titel führen wollen, sollten Sie vorher klären, ob dieser in Deutschland als rechtmäßiger Titel anerkannt ist. Voraussetzung ist, dass die verleihende Universität im Herkunftsland staatlich anerkannt ist, und dass sie tatsächlich dort und/oder an einer anderen staatlich anerkannten Hochschule ein entsprechendes Studium absolviert beziehungsweise das Promotions- verfahren absolviert haben. Das Führen eines falschen Titels ist in Deutschland strafbar! Wenn Sie Ihren Titel beruflich, insbesondere im Rahmen einer wissenschaftlichen Karriere, nutzen wollen, sollten Sie sich in jedem Falle darüber informieren, ob der im Ausland erworbene Titel den deutschen Anforderungen beziehungsweise den Anforderungen des Bologna-Raumes entspricht. Insbesondere die feinen Unterschiede zwischen Ph.D- und Dr.-Graden können hier Überraschungen bergen. Im Zweifelsfall sind die Wissenschaftsministerien der Bundesländer die richtigen Ansprechpartner.