Die Muskeln an der hinteren Seite des Unterschenkels werden mit dem Fersenknochen durch die Achillessehne verbunden, diese ist die längste und dickste Sehne des Menschen. Ist diese teilweise oder vollständig durchtrennt, so spricht man von einem Achillessehnenriss, wobei der Riss überwiegend bei Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr eintritt. Die Achillessehne ist dafür zuständig, dass der Fuß nach unten bewegt und auch abgerollt werden kann. Bei übermäßiger Belastung kommt es zu einem Riss der Achillessehne und in seltenen Fällen kann auch ein Knochenanteil abbrechen. Gerade wenn plötzlich Kraft aufgewendet wird, wie beispielsweise bei einem Sprint, kommt es am häufigsten zu einem Achillessehnenriss. Bestehen bereits vorher Erkrankungen, Entzündungen oder die Sehne ist stark abgenutzt, so tritt ein Achillessehnenriss umso schneller ein. Relativ selten sind die Risse durch einen scharfen Gegenstand. Unterschieden wird im Allgemeinen zwischen einem Ausriss aus der Ferse und einem unvollständigen Anriss. Der vollständige Riss ist nicht zu überhören, weil dieser einen lauten Knall (ähnlich wie ein Peitschenschlag) erzeugt. Nach einem Riss bildet sich eine Schwellung an der Stelle, es treten starke Schmerzen auf und man kann nicht mehr richtig auftreten oder sich auf die Zehenspitzen stellen.
Die Behandlung
Das Bein sollte nicht mehr belastet, hochgelagert, gekühlt und mit Druckverband versorgt werden. Bei einer nicht-operativen Methode wird der Fuß für mehrere Wochen stabilisiert, dies tritt bei einem gering auseinanderklaffenden Riss oder bei einem unvollständigen Riss ein. Die Stabilisierung erfolgt mit einem Gips, einem Verband oder einem speziellen Schuh. Während der Stabilisierung wird der Verlauf der Heilung durch weitere Untersuchungen kontrolliert und bei starken Schmerzen werden Medikamente gegeben.
Die Therapie
Bei einem knöchernen Ausriss oder einem vollständigen Achillessehnenriss muss in den meisten Fällen eine Operation vorgenommen werden, hierfür wird eine örtliche Betäubung, eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie verwendet. Um die Sicht auf den Achillessehnenriss zu verbessern und um die Blutungen zu verringern, kann eine stramme Manschette angelegt werden, welche die Durchblutung vorübergehend stoppt. Bei der Operation werden die gerissenen Enden der Sehne wieder zusammengeklebt oder vernäht. Ist die Sehne jedoch sehr abgenutzt, so wird diese eventuell verstärkt. Ist ein Anteil des Fersenknochens mit ausgerissen, so wird dieser wieder mit einer Schraube befestigt. Damit die Flüssigkeit der Wunde abgefangen werden kann, wird oftmals ein Drainageschlauch in das Gebiet der Operation eingeführt und nach Abschluss der Operation sollte eine intensive Physiotherapie durchgeführt werden, damit die Leistungsfähigkeit fast vollständig wiederkehrt.