Aderlass zur Stärkung des Immunsystems

Beim Aderlass, auch Phlebotomie genannt, wird die Blutmenge im Körper verringert und anschließend gereinigt. Die Phlebotomie regt die Neubildung des Blutes an und soll der Stärkung des Immunsystems dienen


Der Aderlass, auch Phlebotomie genannt, gehört zu den ältesten bekannten therapeutischen Eingriffen. Dabei wird die Blutmenge im Körper verringert und gereinigt. Die Rückresorption von Flüssigkeiten aus dem Gewebe sorgt dafür, dass das Blutvolumen nach dem Eingriff sofort wieder ersetzt wird. Der daraus resultierende Verdünnungseffekt geht mit einer Verbesserung der Mikrozirkulation einher.

Stärkung des Immunsystems

Die Phlebotomie regt die Neubildung des Blutes an und wirkt stimulierend auf die körpereigenen Heilkräfte. Auf diese Weise kommt es zur Stärkung des Immunsystems. Zwar wird der Aderlass nur noch selten, dafür aber sehr gezielt, angewandt. Die Blutmenge, welche meist aus dem Ellbogen entnommen wird, richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht und der körperlichen Verfassung des Patienten.

Was bewirkt der Aderlass?

Der Körper wird durch die Ausleitung des Blutes entlastet. Die nachströmenden Gewebsflüssigkeiten verbessern die Qualität der Zusammensetzung des Blutes, wodurch dessen Fließeigenschaft verbessert wird. Des Weiteren wird die Vermehrung der Leukozyten angeregt und die Konzentration der Stoffwechselendprodukte und Toxine im Blut verringert.

Neben dem medizinischen Eingriff, der Blutspende, werden auch die natürlichen Reaktionen des Körpers, wie zum Beispiel spontanes Nasenbluten bei Bluthochdruck, Zahnfleischbluten und übermäßige Regelblutungen als Arten des Aderlasses gezählt.

Kleiner und großer Aderlass

Vor der Phlebotomie führen die Ärzte eine Untersuchung durch. Dabei wird die Zusammensetzung des Blutes bestimmt. Die Laborergebnissen beschließen dann die Blutmenge, die zu entnehmen ist. Diese kann zwischen 150 und 500 Millilitern liegen. Man unterscheidet daher zwischen dem "kleinen" und dem "großen" Aderlass. Meist erfolgt nach vier Wochen ein Zweiteingriff.

Die Blutentnahme erfolgt entweder durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Dabei wird das Blut entweder mit einer Spritze entnommen oder eine Verweilnadel gelegt, die das Blut in ein Gefäß mit Volumenanzeige geleitet. Eine dritte Möglichkeit ist, die Vene mit einer Lanzette anzuschneiden und das dunkle Blut ausbluten zu lassen.

Nicht für jedermann geeignet

Nichts desto trotz ist ein Aderlass nicht jedem empfohlen. Patienten mit Blutarmut, niedrigem Blutdruck, Untergewicht oder einer schwachen Konstitution sei von einem Eingriff abgeraten. Auch Frauen mit Monatsblutungen sollten vorsichtig sein, denn sie verlieren bereits regelmäßig Blut.