Ästhetische Dermatologie: Methoden

Die Ästhetische Dermatologie befasst sich damit, den Hautalterungsprozess aufzuhalten, damit sich die Haut von neuem regenerieren kann.


Neben den präventiven Maßnahmen gibt es eine Reihe von Anti-Aging-Verfahren, die wirksam werden können, wenn sich nun doch ein paar Fältchen gebildet haben oder schwerwiegende Hautveränderungen vorliegen. Die ästhetische Dermatologie umfasst viele Substanzen, ob topisch appliziert oder oral eingenommen bis hin zu Injektionen.

Hautverjüngung durch Hormonersatztherapie?
Der Einsatz von Hormonen in der Anti-Aging Medizin ist nicht ganz unumstritten, da noch keine Langzeitstudien vorliegen und Hormontherapien oftmals eine Reihe von Nebenwirkungen bergen können. So erhöht beispielsweise die Hormonsubstitution mit Östrogen in geringem Maße das Brustkrebsrisiko.

Aus dem Hormon Dehydroepiandrosteron (DHEA) gehen männliche (Androgene) und weibliche (Östrogene) Sexualhormone hervor. Mit zunehmendem Alter produziert der menschliche Körper immer weniger des Hormons. Besonders stark sind Frauen nach der Menopause von dem Hormonmangel betroffen. Eine Substitution mit DHEA bei älteren Menschen zeigte zahlreiche Regenerationseffekte der Haut –sowohl bei männlichen, als auch bei weiblichen Probanden. Die Hautfettigkeit erhöht sich, Feuchtigkeit und Elastizität der Haut können verbessert werden. Daneben konnten in Untersuchungen auch Rückbildungen altersbedingter Hautpigmentierungen beobachtet werden. DHEA stimuliert die Bildung der Vorstufe von Kollagen (Prokollagenbildung) und bremst gleichzeitig die Zerstörung durch Metalloproteinasen. Nebenwirkungen sind noch keine bekannt. Hormone sind in Deutschland verschreibungspflichtig, daher ist eine Aufnahme von DHEA immer unter ärztliche Aufsicht gestellt.

 

Hormonmangel künstlich ausgleichen
Auch in den Wechseljahren kann die ästhetische Dermatologie Wunder bewirken. Östrogene gehen bei Frauen in den Wechseljahren im gesamten Körper, einschließlich an den Hautzellen, zurück. Der Kollagengehalt des Bindegewebes sinkt folglich drastisch, die Haut erscheint schlaff. Der Östrogenspiegel während der Menopause beeinflusst stark die Hautalterung. Durch die Östrogensubstitution zeigte sich in einer Reihe von Untersuchungen, dass die Hautalterungserscheinungen parziell sogar reversibel sind. Die Östrogene führen zu einem Anstieg von sauren Mukopolysacchariden (komplexe Kohlenhydrate im Bindegewebe) und Hyaluronsäure im dermalen Bindegewebe. Dies hat eine vermehrte Fähigkeit zur Wasserspeicherung zur Folge und die Kollagenbiosynthese wird stimuliert. Mittlerweile gewinnen auch pflanzliche Östrogene wie Isoflavone, die zum Beispiel in Sojaprodukten vorkommen, an Bedeutung. Diese sogenannten Phytoöstrogene haben hormonähnliche Wirkung und helfen ebenfalls gegen Hautrauigkeit und Falten, ohne aber eine hormonelle Veränderung im Körper hervorzurufen. Östrogene werden nicht ausschließlich für die Hautalterungsmerkmale eingesetzt, sondern vielmehr zur Prävention von Erkrankungen verschiedener Organsysteme.