Akupunktur bei Migräne und Rauchentwöhnung

Bei der Akupunktur werden bestimmte Punkte, die entlang der Energiebahnen des Körpers verlaufen, durch Nadeln aktiviert. Dies soll die natürliche Energiebalance des Qi wieder herstellen.


Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin und geht davon aus, dass der gesamte Körper mit einem Netz von Energiekanälen (=Meridiane) überzogen ist, in welchen die Lebensenergie Qi fließt. Jede Erkrankung sei außerdem auf eine Blockierung dieses Energieflusses zurückzuführen. Eine Lösung dieser Blockade erfolgt durch gezielte Stimulation von bestimmten Punkten auf den Meridianen (Akupunkturpunkten). 

  

Durchführung:
Jedem der Akupunkturpunkte sind verschiedene Beschwerden zugeordnet, die durch das Punktieren mit einer Nadel geheilt werden. Die Behandlung dauert 10-30 Minuten und kann wiederholt werden, was in der Regel jedoch nur begrenzt erforderlich ist. Die Nadelstärke liegt zwischen 0,2mm und 0,8mm. Außerdem werden in manchen Fällen bestimmten Materialien oder Einstichrichtungen besondere Wirkungen (anregend oder beruhigend) zugesprochen.
Neben der traditionellen Behandlung der Punktierung gibt es auch verschiedene andere Varianten, welche sich zum Teil aus einer Kombination mit anderen alternativmedizinischen Verfahren entwickelt haben, beispielsweise die zusätzliche Anwendung von ätherischen Ölen. Auch eine Dauerbehandlung, bei welcher Nadeln mit kleinen Widerhaken in einen der Akupunkturpunkte gestochen und zusätzlich fixiert werden, zum Beispiel mit einem Heftpflaster, ist möglich.

  

Die bekanntesten Sonderformen sind die Moxibustion (das Erwärmen der Akupunkturpunkte durch verschiedene Verfahren, mit und ohne Nadeln), sowie abschnittsweise Stimulation (zum Beispiel Ohr,Kopf, Fuß oder Hand), welche besondere Effekte hervorrufen soll.

 
Wirkung:
Die Stimulation der verschiedenen Punkte soll vorliegende Blockaden des Energieflusses beheben und somit eine Heilung bewirken. Allein der entlang der Wirbelsäule verlaufende Meridian ist angeblich in der Lage nahezu alle Erkrankungen oder Funktionsstörungen zu beheben. Zu den bekanntesten Anwendungen gehören Migräne und die Rauchentwöhnung. Das Anwendungsgebiet ist also sehr weitläufig und durch die fehlende Verabreichung chemischer Stoffe weitestgehend frei von Nebenwirkungen. Lediglich die Nadeln bergen ein gewisses Risiko, da sie abbrechen können und die Reste chirurgisch entfernt werden müssen. Bei fehlender Hygiene können sich zudem die Einstichlöcher infizieren. Außerdem passiert es relativ häufig, dass sich Dauernadeln nach einer gewissen Zeit entzünden. 

  

Einschränkungen:
Es gibt sehr viele verschiedene Bestimmungen zu den Punkten, ihrer Lage und ihrer Wirkung, was eine einheitliche Behandlung unmöglich macht. Außerdem gibt es keine wissenschaftlichen Belege für diese Therapie. Heilungserfolge sind zwar bekannt, werden jedoch auf einen besonders starken Placeboeffekt zurückgeführt. Wer unter starker Migräne leidet oder eine Rauchentwöhnung versuchen möchte, sollte dem Verfahren aber eine Chance geben, da es sanfter ist als andere Methoden.