Alkaloide in Heilpflanzen - das heilende Gift

Alkaloide gehören zu den wirkungsstärksten Stoffen von Heilpflanzen und können auch lebensgefährlich werden.


Alkaloide sind sehr verbreitete Wirkstoffe in Heilpflanzen. Wer kennt nicht den Stoff Belladonna aus der Tollkirsche? Ihn träufelten sich früher feine Damen in die Augen, um so die Pupillen zu erweitern und attraktiver zu wirken. Von allen Wirkstoffen machen sie die größte und formenreichste Gruppe aus. Die Alkaloide sind allesamt in ihrer Wirkung als gefährlich einzustufen, da eine schon natürlich vorkommende Dosis giftig sein kann. Dies ist auch eine Eigenschaft, die alle Alkaloid-Formen gemein haben. Sie sind meistens giftig, außerdem handelt es sich bei ihnen zum größten Teil um Aminosäuren-Abbaustoffe, die sehr stickstoffhaltig sind und chemisch zu den Basen gezählt werden. In den Pflanzen haben sie aufgrund dieser Eigenschaften wichtige Funktionen, nämlich binden sie überflüssigen Stickstoff aus der Erde und entsorgen diesen. Auch hilft ihre Giftigkeit als guter Nebeneffekt die Pflanzen vor Fressfeinden zu schützen. Es handelt sich also um sehr ambivalente Stoffe, die einerseits sehr giftig sein können und andererseits als ein wichtiger Arzneimittelwirkstoff gelten.

Die bekanntesten Alkaloide: Suchtmittel
Zu der Gruppe der Alkaloide zählen auch einige der bekanntesten Suchtmittel, darunter das Nikotin des Tabaks, das Kokain des Kokastrauches und das Opium des Schlafmohns. Weiterführend wird aus Opium Heroin hergestellt wird, das als eines der sozial und physisch gravierendsten Suchtmittel gilt. Jedoch muss man wiederum einlenken, dass ohne Opium keine Morphine hergestellt werden könnten, ohne die keine moderne Schmerztherapie möglich wäre.

Vorkommen in der Pflanzen und Tieren
Meistens liegen Alkaloide nicht als einzelner Stoff in Heilpflanzen vor, sondern als ein Gemisch verschiedener Stoffe, da sie durch chemische Reaktionen verändert werden. Das, welches von der Menge her am stärksten in der Pflanze vertreten ist, nennt man Hauptalkaloid und die restlichen heißen Nebenalkaloide. Manchmal, aber wesentlich seltener kommen Alkaloide auch in Tieren oder Pilzen vor, wo sie gemäß ihrer giftigen Wirkung, als Nervengift fungieren. Es gibt beispielsweise Kröten, Salamander oder Fische mit Alkaloiden. Oft sind sie in den Hautdrüsen zu finden und dienen so dem Schutz des Tieres.

Wirkung der Alkaloide
Die stark wirkenden Alkaloide verwendet man eher in der äußerlichen Anwendung, da die Vergiftungsgefahr sehr hoch ist. Andere wiederum, wie Opium, nutzt man bewusst auch innerlich, zur Schmerzbetäubung. Die allgemeine Wirkung dieser Wirkstoffgruppe ist nervenanregend, blutdrucksteigernd und krampfstillend. In niedrigen Dosierungen verwendet man sie auch um die Wirkung anderer Heilpflanzenwirkstoffe zu verstärken. Da sie recht stark auf den Organismus von Tier und Mensch wirken und bitter schmecken, dienen sie scheinbar als Schutz der Pflanze. Manche Tiere sind jedoch an die Giftigkeit einiger Pflanzen angepasst, beziehungsweise speichern manche es und schützen sich selbst auf diese Weise vor dem Gefressenwerden.