Alle Jahre wieder: Pestizide im Obst

Saftige Kirschen, rote Erdbeeren, pralle Pfirsiche - häufig finden sich Pestizide im Obst. Diese sind äußert gefährlich und können krebserregend sein.


Jedes Jahr das gleiche Spiel: Immer wieder ist Obst, das im deutschen Handel angeboten wird, stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Dabei locken gerade die ersten Kirschen, Erdbeeren und Pfirsiche des Jahres, schließlich hat man ein volles Jahr auf das leckere Obst verzichtet. Doch die Früchte bleiben schnell im Halse stecken. Denn oft stecken die so appetitlich aussehenden Früchte voller Pestizide.

Jedes Jahr ein neuer Skandal
2003 und 2004 waren es die Früherdbeeren, 2005 vor allem Johannis- und Stachelbeeren, 2006 kamen zu den Johannis- und Stachelbeeren noch die Kirschen. 2007 waren sowohl Weintrauben, Erdbeeren, Äpfel, als auch Kopfsalat stark belastet. 2009 machten vor allem belastete Kirschen Schlagzeilen. Immer wieder fordern Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen Grenzwerte, immer wieder werden diese überschritten. Kaum eine Obst- oder Gemüsesorte, die nicht schon einmal stark belastet war.

Gefährliche Früchte
Verbraucher sollten die Belastung durch Pestizide nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Pestizide können Krebs auslösen, Einfluss auf das Fortpflanzungsvermögen haben oder das Hormon- und Immunsystem schädigen – so etwas will man natürlich nicht auf dem Teller haben. Besonders gefährlich sind Iprodion und Imazalil. Iprodion ist vermutlich krebserregend, genau wie Imazalil, das sich oft in Zitrusfrüchten findet. Diese Chemikalie ist giftig und wird häufig über das gesetzliche Höchstmaß eingesetzt. Sie kann Krebs auslösen und sich negativ auf die Fortpflanzung auswirken. Gerade bei Kindern kann schon der einmalige Verzehr von mit Pestiziden belastetem Obst zu Gesundheitsschäden führen.

Was kann man tun?
Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich vor dem Verzehr, am besten schälen Sie es außerdem.
Nach dem Schälen von Zitrusfrüchten sollten Sie sich außerdem die Hände waschen. Kaufen Sie, wenn möglich, Früchte und Gemüse aus der Region, denn Produkte aus Südeuropa sind meist stärker belastet als deutsches Obst und Gemüse. Wählen Sie hier möglichst robuste Sorten, die wenig Pestizide brauchen, um zu wachsen. Obst sollte man außerdem immer nach Saison kaufen, denn auch davon ist die Pestizidbelastung stark abhängig, Früherdbeeren sind beispielsweise viel stärker belastet als Früchte aus der Hauptsaison.

Auf Öko-Produkte setzen
Öko-Produkte weisen keine Pestizidrückstände auf, der höhere Preis lohnt sich also. Insbesondere für die Ernährung von Kleinkindern sollte man deswegen nur auf Bio-Produkte zurückgreifen. Achtung: Ein Fair Trade-Produkt muss zusätzlich mit einem Biosiegel ausgezeichnet sein, erst dann kann man sicher gehen, dass die Frucht nicht mit Pestiziden behandelt worden ist.