Alleinerziehend: Chancen und Möglichkeiten

Wer alleinerziehend ist, leistet meist weitaus mehr, als Personen, die noch mit ihrem Partner zusammenleben.


Die meisten der Alleinerziehenden in Deutschland sind Frauen, derzeit sind es rund 82 Prozent. Die Gründe, warum jemand alleinerziehend ist, sind vielfältig. Oft ist es einfach die Trennung vom Partner, die Annullierung der Ehe oder aber der Todesfall des Partners. In jedem Fall bedeutet das Alleinerziehen von Kindern eine persönliche Statusänderung und somit nicht selten erschwerte Bedingungen, denn es gilt das Gleichgewicht zwischen Beruf, Haushalt und Familie zu bewahren.

Ambivalente Gefühle und Gewissenskonflikt
Viele der alleinerziehenden Mütter leiden unter einem Gewissenskonflikt. Zum einen besteht oftmals der Wunsch, eine besonders gute Mutter zu sein, um den Verlust des Partners auszugleichen. Andererseits besteht auch der Wunsch nach beruflichem Erfolg, ein Zwiespalt, der bei alleinerziehenden Müttern nicht selten große Gefühle der Verunsicherung und Schuldgefühle hervorruft. Kommt es schließlich zur beruflichen Entscheidungssituation, so ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen beruflichen Möglichkeiten unabdingbar. Hierbei geht es vor allem darum, die eigenen Fähigkeiten und Stärken abzustecken und eine Arbeitsstelle nach den eigenen Vorstellungen ausfindig zu machen. Ein abgemessener Job kommt schließlich nicht nur dem eigenen Selbstwertgefühl zugute sondern auch der eigenen Familie. Aus diesem Grund ist es insbesondere für Frauen wichtig, sich die beruflichen Qualifikationen zu erhalten oder diese anhand von Weiterbildungsmaßnahmen auszubauen.

Job trotz Kind?
Für viele alleinerziehende Mütter scheint es schwierig, weiterhin Beruf mit Kindererziehung zu vereinen oder nach der Geburt wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, Beruf und Familienleben miteinander zu vereinen. Wer alleinerziehend ist, der sollte sich zunächst nach einem familienfreundlichen Arbeitsplatz umschauen, bei welchem nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch Teilzeitarbeit möglich ist. Größere Firmen bieten teilweise betriebsinterne Kinderbetreuungen an, andere Firmen hingegen übernehmen die Vermittlung von Kinderbetreuungsstätten. Wer alleinerziehend ist, sollte außerdem seine Kontakte pflegen, die bei der Kinderbetreuung einspringen können. Dazu gehören Personen in der Nachbarschaft wie auch der Vater des Kindes. Zu diesem sollte, wenn möglich, weiterhin eine gute Beziehung aufrecht erhalten bleiben. Nicht nur ist dies meist für das Kind wesentlich angenehmer, sondern der Vater stellt zusätzlich eine zuverlässige und Betreuungs- und Bezugsperson dar. Ist das Kind alt genug, sollte außerdem dessen Selbständigkeit gefördert werden, sodass nicht immer zwangsläufig betreut werden muss.

Finanzielle Zuschüsse
Wer alleinerziehend ist, der kann zahlreiche finanzielle Zuschüsse in Anspruch nehmen. Dazu zählt unter anderem das Betreuungsgeld für den Kindergarten, den Hort oder die Kinderkrippe. Auch Wohngeld kann bei einem finanziellen Engpass beantragt werden, ebenso wie ein Unterhaltsvorschuss, wenn der andere Partner sich weigert oder nicht in der Lage sein sollte seinen Teil zum Lebensunterhalt des Kindes beizutragen.