Allergie und Hygiene - Wie sauber ist zu sauber?

Die Wissenschaft hat bestätigt, dass übertriebene Hygiene eine Allergie auslösen kann. Grund dafür ist unser Immunsystem, dass sich aufgrund der Reinheit andere Stoffe, wie Pollen nimmt und eine Allergie auslöst


Die deutsche Hausfrau hat ein neues Produkt, um die Wohnung flusen- und staubfrei zu halten, den antibakteriellen Staubbeutel. Die Firma Swirl entwickelte den sauberen Staubsaugerbehälter, der das Bakterienwachstum auf ein Minimum reduzieren soll und somit nicht nur den Schmutz reduziert. Aber auch andere Hersteller haben es sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Wohnungen von jeglichen Bakterien zu befreien.

 

Antibakteriell = gut?
Auf Seifen, Staubbeuteln oder Toilettenreinigern stehen Vermerke wie „antibakteriell“ oder „desinfizierend“. Aber der häufige Gebrauch solcher Mittel kann Folgen haben. Auch die Wissenschaft hat es jetzt belegt: Übertriebene Hygiene kann allergieauslösend sein. Um zu verstehen, warum zu viel Sauberkeit schädlich sein kann, sollte man zunächst einen genauen Blick in das Immunsystem werfen. Dieser für den menschlichen Körper so wichtige Schutzmechanismus tut vor allem eines: unangenehme Erreger bekämpfen. Solche körperfremden Stoffe werden als Feinde erkannt und vernichtet, damit sie keine Krankheiten verursachen können.

 

Immunsystem unterfordert
Da der Mensch nun aber dazu übergegangen ist, seine Umgebung keim- und bakterienfrei zu halten, hat das Immunsystem schlicht nichts mehr zu tun. Anstatt sich also auf mögliche Erreger zu stürzen, werden harmlose Stoffe wie Tierhaare oder Pollen als schädliche Einflüsse erkannt und demzufolge bekämpft. Der Körper reagiert mit den entsprechenden Reaktionen: rote Nase oder tränende Augen.

 

Kinder nicht zu sehr behüten
Es ist bewiesen, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, ein 50 Prozent geringeres Risiko haben, an einer Allergie zu erkranken als Stadtkinder. Im Vergleich mit anderen Ländern schnitt Deutschland spürbar schlecht ab. Trotz geringerer hygienischer Standards in Ländern wie beispielsweise Polen, erkranken dort viel weniger Kinder an Allergien als hierzulande. Deutsche Kinder führen ein sehr behütetes und sauberes Leben. Bereits im Säuglingsalter wird penibel darauf geachtet, dass das Kind nicht in Kontakt mit der schmutzigen Umwelt kommt. Dabei ist solch übertriebene Vorsicht nicht nötig. Lassen Sie ihr Kind ruhigen Gewissens im Sandkasten spielen. Denn ein nicht ausreichend gestärktes Immunsystem kann im Erwachsenenalter unangenehme Auswirkungen haben.

 

Auf Haushaltsmittel setzen
Keime sind nicht immer gefährlich und krankheitsauslösend. Einige Kleinststoffe, so genannte Mikroorganismen sind für die verschiedenen Körpervorgänge wichtig und unverzichtbar. Durch übertriebene Hygiene werden auch diese vernichtet. Wie kann man aber ohne industrielle Reiniger hartnäckige Verschmutzungen entfernen? Bereits Oma vertraute auf bewährte Methoden zur Reinigung. Essigwasser hilft, Kalkrückstände zu entfernen. Um Glasoberflächen spiegelrein zu bekommen, nutzt man am besten 60 prozentigen Alkohol. Und Schmutzränder in Bad und Toilette säubert man effektiv mit etwas Salz.