Die mit der Allergie auftretenden Beschwerden können den Allergiker sehr stark in der Lebensqualität einschränken. Aber es lässt sich auch einiges gegen die lästigen Symptome tun, sodass es sich nahezu beschwerdefrei leben lässt. Eine Allergiebehandlung ist jedoch ein schwieriges Unterfangen. So können Medikamente meist nur die Symptome lindern, nicht aber die Allergie beseitigen. Hierfür stehen bronchial erweiternde und entzündungshemmende Medikamente zur Verfügung. Daneben kann eine Hyposensibilisierung stattfinden, welche aber nur bei ausgewählten Patienten empfohlen wird. An erster Stelle steht hier jedenfalls die Vermeidung des Kontaktes mit dem Allergen. Generell muss eine Allergie Therapie nicht nur die Symptome lindern, sondern auch das Immunsystem stärken.
Allergenkarenz
Die eindeutig erfolgreichste Allergiebehandlung gegen eine Allergie ist die Vermeidung des Kontaktes mit dem Allergen. Diese Methode nennt sich Allergenkarenz und ist leider nicht immer möglich für den betroffenen Allergiker. Für Lebensmittel-, Medikamenten- oder Kontaktallergien ist die Vermeidung der Substanzen noch relativ einfach, bei Inhalationsallergien ist dies aber durchaus schwieriger, da Allergene frei in der Luft schweben und man ihnen nicht ohne Weiteres aus dem Weg gehen kann.
Hyposensibilisierung
Die Hyposensibilisierung ist auch unter dem Begriff spezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung bekannt, dies ist der Versuch, die Allergie praktisch rückgängig zu machen. Sie ist die einzige Allergeibehandlung, welche die Ursache von Allergien behandelt, sie kann einem Allergiker langanhaltend helfen, die Wirkungsdauer der Therapie wird mit über zehn Jahren oder auch lebenslang angegeben. Die Behandlung erfolgt mit dem verantwortlichen Allergen und wird dem Patienten beispielsweise in steigender Dosis in die Haut, meist in den Oberarm, gespritzt (subkutane Immuntherapie). Die Methode soll das Immunsystem langsam an den Stoff gewöhnen und den Körper dadurch unempfindlicher gegen die Substanz machen. Die Behandlung findet in täglichem oder wöchentlichem Abstand statt. Da sich das Immunsystem nur langsam anpassen kann, dauert diese Hyposensibilisierung bis zu drei Jahre, erste Besserungen der Symptome bei erneutem Allergenkontakt zeigen sich aber bereits nach einem Jahr. Die behandelten Personen genesen zu rund 80 bis 90 Prozent. Hier muss aber genau das Allergen bekannt sein, dass zu den Beschwerden führt. Gerade bei Heuschnupfen ist die spezifische Immuntherapie die einzig hilfreiche Methode um dauerhaft ohne Beschwerden zu sein. Hier sollte die Hyposensibilisierung möglichst früh durchgeführt werden, damit sich ein durch Heuschnupfen bedingtes Asthma gar nicht erst entwickeln kann. Denn wenn ein Asthma bereits mehrere Jahre vorliegt, kann die Immuntherapie nicht mehr empfohlen werden.
Bei Insektenstichallergien kann die Hyposensibilisierung bereits ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden.
Alternative Behandlungen
Einige Patienten schrecken die häufigen Injektionen ab, daher forscht man weiter an leichter durchführbaren Therapien. Das Interesse nach einer Immuntherapie, die lokal auf der Haut angewendet werden kann (topische Applikation), ist hoch. Die Desensibilisierung ist aber auch durch Tabletten oder als Lösung, welche unter die Zunge gelegt beziehungsweise getropft (sublingual) werden, möglich. Diese Form der Therapie ist weniger unangenehm, als die häufigen Injektionen. Daneben ist das Risiko der Nebenwirkungen bei dieser Methode gering.
Nebenwirkungen selten
Gerade am Anfang der Immuntherapie sind allergische Reaktionen häufig festzustellen, darunter fallen Quaddeln an der Einstichstelle, Ekzeme, Hautjucken oder auch Atemnot und Kreislaufbeschwerden. Diese Nebenwirkungen sind aber meist nicht von langer Dauer, sodass diese Form der Allergiebehandlung selten abgebrochen werden muss.