Alles Wissenswerte rund um den Schweinegrippe Impfstoff

Erfahren Sie alles rund um den Schweinegrippe Impfstoff Pandemrix.


Kaum ein anderes Thema beherrscht die Medien derzeit so stark wie das der Schweinegrippe. Doch die Unsicherheit der Bürger wird dadurch nicht weniger. Da hört man von Zusatzstoffen, Nebenwirkungen und Todesfällen. Wie sicher ist die Schweinegrippe Impfung nun wirklich? Erfahren Sie in diesem Artikel, alles zu den verschiedenen Wirkstoffen, ihrem Aufbau und deren möglichen Nebenwirkungen. Außerdem: Gibt es eine gute Impfung für ausgewählte Menschen und eine schlechtere für das allgemeine Volk?

Die Wirkstoffgruppen
Derzeit sind drei Wirkstoffe zugelassen. Man unterscheidet bei diesen zwischen sogenannten Ganzvirus-Impfstoffen und den sogenannten Spaltimpfstoffen. Celvapan ist ein Ganzvirus-Impfstoff, er enthält keine impfverstärkenden Substanzen. Er enthält also das ganze H1N1 Schweinegrippen Virus in inaktivierter Form. Celvapan gilt als weniger verträglich als die beiden Spaltimpfstoffe Pandemrix und Focetria. Spaltimpfstoffe enthalten nur Teile des inaktivierten H1N1 Virus. Außerdem wurden Wirkstoffverstärker (Adjuvanzien) hinzugefügt, die die Wirkung der Impfung verstärken sollen. Da sie eine stärkere Immunantwort auslösen, wirken sie auch dann noch, wenn sich das Virus an der Oberfläche leicht verändert.

Impfstoffe für Schwangere und Kinder?
Schwangere und kleine Kinder sollten mit Impfstoffen immunisiert werden, die keine Wirkstoffverstärker enthalten. Der Grund dafür ist einfach: Es liegen derzeit keine klinischen Studien vor, die solche Impfstoffe inklusive deren Nebenwirkungen an schwangeren Frauen getestet haben. Schwangere sollen daher – wie der Rest der Bevölkerung – mit Celvapan geimpft werden.

Ist der Schweinegrippe Impfstoff sicher?
Alle Impfstoffe, auch die oben genannten, unterliegen der Zulassungspflicht gemäß des
Arzneimittelgesetzes. Um diese zu erhalten, müssen sie hinreichend getestet werden. Es muss die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit getestet werden, um von den nationalen und europäischen Zulassungsbehörden genehmigt zu werden. Ausschlaggebend für die Zulassung ist der „Nachweis eines positiven Nutzen-Risiko-Verhältnisses“ (BMG). Pandemrix, mit dem die Deutschen geimpft werden sollen, wurde in klinischen Studien an mehreren tausend Probanden getestet, darunter auch viele Kinder. Außerdem weisen Experten darauf hin, dass die Wirkstoffverstärker natürlichen Quellen entstammen. Professor Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel), weist darauf hin, dass Vitamin E, Squalen und Polysorbat als „Bio-Verstärker“ gelten können, da sie auch in Pflanzenölen stecken.

Wirkt der Schweinegrippe Impfstoff auch, wenn sich das Virus verändert?
Nachdem der Körper die Spritze gegen die Schweinegrippe erhalten hat, reagiert der Körper mit einer Immunantwort. Diese richtet sich gegen die Eiweiße des Grippevirus, die sich auf seiner Oberfläche befinden. Das sind im Einzelnen: Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Wenn sich der Virus verändert, also aggressiver wird, verändern sich auch deren Bestandteile. Das muss aber nicht notwendigerweise die Oberflächeneiweiße H und N betreffen. Das können etwa Eiweiße sein, die in den Stoffwechsel des Wirts eingreifen. Impfstoffe gegen pandemische Grippeviren wie das H1N1 Virus enthalten Zusatzstoffe, die dafür sorgen, dass die Impfung auch dann noch wirkt, wenn sich die Oberfläche des Virus verändert. Sind die Veränderungen an der Oberfläche des Virus aber sehr groß, muss der Impfstoff angepasst werden und eine erneute Impfung mit dem neuen Wirkstoff muss erfolgen.

Zwei-Klassen Impfung?
In den Medien wurde davon berichtet, dass Soldaten der Bundeswehr, die Bundesregierung und die Bundesverwaltung einen bessseren und wirksameren Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen als die allgemeine Bevölkerung. Im Gegensatz zur Allgemeinheit werden diese mit Celvapan geimpft, eben jener Ganzvirus-Wirkstoff, der keine Wirkstoffverstärker enthält, die zu hohen Nebenwirkungen führen sollen. Schnell war da von einer Zweiklassenmedizin die Rede. Grundlage dieser unterschiedlichen Impfstoffe ist ein seit dem Jahr 2008 bestehender Vertrag zwischen dem Pharmaunternehmen Baxter und den obengenannten Institutionen. Dieser regelt, dass sobald von der WHO eine Pandemie festgestellt wird, ein Impfstoff für die betreffenden Instutionen hergestellt wird. Der Vertrag enthält jedoch keine Vorgaben zur Zusammensetzung und Qualität des Impfstoffes.

Quellen:
Robert Koch Institut
Bundesministerium für Gesundheit und seine Seite www. neuegrippe.bund.de (Stand 5. November 2009)
Paul-Ehrlich Institut

Stand: 5. November 2009