Alltag mit Alzheimer

Der Alltag mit Allzheimer kann äußerst schwierig werden. Nicht nur für den Erkrankten. Sie müssen den Alltag komplett auf den Erkrankten zuschneiden und Sicherheitsvorkehrungen in der Wohnung treffen.


Einen Demenzkranken zu pflegen, bringt einige Schwierigkeiten und Probleme mit sich. Sie müssen sich im Klaren darüber sein, dass die Betreuung eine Menge Kraft und Energie kosten wird. Der Zustand des Erkrankten wird nicht besser, sondern wird sich immer mehr verschlechtern. Eine Heilung oder ein Aufhalten der Krankheit ist auch mit Medikamenten, Therapie und viel Mühe nicht möglich. Der Betroffene kann auch, wenn er sich konzentriert und sein Möglichstes tut, keinen noch so kleinen Erfolg erzielen. Er ist nicht schuld an der Krankheit. Sie müssen sich mit der Diagnose arrangieren und sie akzeptieren.
 

Selbstverständliches wird zum Problem
Ein Problem ist zum Beispiel das Auffinden der Toilette. Die Betroffenen finden einfach den Weg dorthin nicht mehr. Da Alzheimer zu Inkontinenz führt, stellt dieser Umstand die Angehörigen auf eine harte Probe. Zusätzlich müssen die Erkrankten gefüttert, gewaschen und angezogen werden. Durch die Erkrankung können sie keinen Löffel mehr halten, wissen nicht mehr, wie man sich wäscht oder in welcher Reihenfolge die Kleidungsstücke angezogen werden.
 

Gefahren im Alltag mit Alzheimer
Es gehört zum Krankheitsbild, dass der Betroffene wegläuft. Da er sich aber nicht mehr orientieren kann, wird er den Weg nach Hause nicht wiederfinden. Er kann den Straßenverkehr nicht mehr einschätzen, sodass er sich in höchste Gefahr begibt. Wenn der Demenzkranke vermisst wird, zögern Sie nicht, die Polizei zu informieren.
 
Eine weitere Gefahr sind Zigaretten. Das Rauchen sollte der Betroffene unbedingt aufgeben, da er schnell die brennende Zigarette vergessen kann oder ihm diese aus der Hand fällt.
 
Schluckbeschwerden machen eine Aufsicht während der Mahlzeiten nötig. Zusätzlich kann es durch den verschluckten Speichel und andere Flüssigkeiten schnell zu Lungenentzündungen kommen.
 
Häufige Stürze, ein angelassener Herd oder das schlichte Vergessen von alltäglichen Aufgaben machen das Zusammenleben ebenfalls nicht einfacher.

 

Die Wohnung
Die Wohnung muss speziell für den Demenzkranken hergerichtet werden. Die Krankheit bringt es mit sich, dass erhöhte Sicherheitsstandards nötig sind. Die Bewegungsabläufe werden immer unsicherer und die Koordination nimmt ab, dies sorgt für häufige Unfälle und Stürze. Daher müssen Stolperfallen wie Teppiche und Stromkabel beseitigt werden. Rutschfeste Einlagen in der Badewanne und der Dusche sind ebenfalls zu empfehlen. Zusätzlich sollten im Bad und an der Treppe Haltemöglichkeiten angebracht werden.
Orientierungshilfen werden auch in der Wohnung nötig. Kennzeichnen Sie die erste und letzte Treppenstufe und den Weg zum Badezimmer beziehungsweise zur Toilette. Auch in der Nacht sollte der Weg dorthin beleuchtet sein. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind:

  • Chemikalien und Putzmittel wegschließen.
  • Den Badezimmerschlüssel entfernen, da der Betroffene eventuell zwar abschließen aber nicht mehr aufschließen kann.
  • Den Herd und andere elektrische Geräte sichern.
  • Heißwasserboiler herunterdrehen, damit sich der Betroffene nicht verbrennen kann.
  • Türen immer geschlossen halten und einen Alarm anbringen.
  • Fenster nur noch kippen, nie ganz öffnen.
  • Keine spiegelnden Flächen im Haus, da die Betroffenen sie für Wasser halten.
  • Garten umzäunen und Gefahrenstelle wie einen Teich sichern.