Als Geisteswissenschaftler freiberuflich arbeiten

Gerade im publizistischen Bereich ist es oft schwierig einen festen Arbeitsplatz zu finden, viele Publizisten arbeiten deswegen freiberuflich.


Für viele Geisteswissenschaftler folgt nach dem Universitätsabschluss die Suche nach dem passenden Beruf und auch Arbeitgeber. Vermehrt finden Studenten nach einem geisteswissenschaftlichen Studium nicht den perfekten Arbeitsplatz für sich. Neben der Alternative seine Arbeitskraft auf dem ausländischen Arbeitsmarkt anzubieten, gibt es die Möglichkeit nach dem Studium freiberuflich zu arbeiten.

Was bedeutet „freiberuflich“?
Nach dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz gelten Berufe als frei, wenn eine besondere berufliche Qualifikation oder eine schöpferische Begabung vorliegt, die zur einer „persönlichen, eigenverantwortlichen und fachlich unabhängigen Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit“ genutzt wird. Freiberufler finden sich im pädagogischen Bereich zum Beispiel in Form von Dozenten oder Erziehern, sowie als Tagesmütter. Viele Freiberufler stammen auch aus kreativen Bereichen und arbeiten als Choreographen, Designer, Musiker, Fotografen, Regisseure, Schriftsteller oder als bildende und darstellende Künstler. Gerade für die meisten Geisteswissenschaftler sind Berufsbilder aus dem publizistischen Bereich, wie Dolmetscher, Texter, Reporter oder Journalist, die auf freiberuflicher Basis ausgeübt werden können, interessant.

Als Publizist freiberuflich arbeiten
Im publizistischen Bereich arbeiten viele Absolventen freiberuflich als Redakteur oder Reporter. Als Redakteur bezeichnet man die Personen, die innerhalb einer Redaktion Nachrichten bearbeiten. Dabei wird zwischen Bild- und Textredakteur unterschieden. Im Gegensatz dazu arbeiten Reporter vor Ort und berichten zum Beispiel von Naturereignissen oder Unglücken. Darüber hinaus arbeiten im publizistischen Bereich die meisten Moderatoren im Fernsehen oder Hörfunk auf freiberuflicher Basis.
Erhebungen aus dem Jahr 2003 zeigten, dass mehr als jeder zweite Redakteur bei den deutschen Tageszeitungen, Zeitschriften, Rundfunkanstalten oder Anzeigenblättern als freier Journalist arbeitet. Gerade in bestimmten Themengebieten greifen viele kleinere Zeitungen gerne auf Freiberufler zurück, da sie sich nicht für jedes Ressort einen eigenen Journalisten leisten können. Außerdem sind freie Mitarbeiter kostengünstigere Arbeitskräfte, die sich auch flexibler einsetzen lassen. Freiberufliche Redakteure arbeiten für ein Honorar, welches sich an der Zahl der gedruckten Zeilen orientiert.

Vorteile eines freien Berufs
Das oben erwähnte Partnerschaftsgesellschaftsgesetz gibt nur eine grobe Definition zu freien Berufen. Schlussendlich entscheidet das Finanzamt, ob es sich bei der ausgeübten Tätigkeit um eine gewerbliche oder freiberufliche Arbeit handelt. Wer einen freien Beruf ausübt, ist lediglich einkommenssteuer- und umsatzsteuerpflichtig, muss jedoch keine Gewerbesteuer zahlen. Anders sieht es natürlich aus, wenn die Tätigkeit als gewerblich deklariert wird. Wer sich dazu entscheidet auf freiberuflicher Basis zu arbeiten, erhält wie andere Existenzgründer auch Hilfe und Förderung von staatlicher Seite. Frei berufliche Künstler und Publizisten haben eine eigene Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung: die Künstlersozialversicherung (KSV). Wer bestimmte Auflage zur Aufnahme in die Versicherung erfüllt, muss ihr auch beitreten, denn es handelt sich bei der KSV um eine Pflichtversicherung.