Alternative Ernährung - Yin und Yang harmonisieren

In den Industrieländern haben sich die Ernährungsgewohnheiten der Menschen stark verschlechtert: zu viel, zu fettes Essen und zu wenig Bewegung. Daher wurde viel über eine gesündere, alternative Ernährung nachgedacht


Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, besagt ein altes Sprichwort. Doch auch ein anderer Satz beinhaltet eine Wahrheit: Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden. Seit den 60er Jahren haben sich die Ernährungsgewohnheiten in den Industrieländern dramatisch verschlechtert: zu viel, zu fettes Essen, zu viele Kalorien und ein Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Ballaststoffen.

Übergewicht
Hinzu kommt eine allgemeine Bewegungsarmut. Die Konsequenz daraus: Über 65 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen leiden unter Übergewicht. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einigen Krebsarten und natürlich auch eine Senkung der Lebensqualität der Betroffenen. All das hat viele Menschen veranlasst, über gesündere, alternative Ernährungsformen nachzudenken. Der derzeitige Trend heißt "Bio" und legt Wert auf Erzeugnisse aus ökologischem Anbau, statt Chemikalien und künstlichen Zusätzen.

Alternative Ernährung
Die Vielfalt der alternativen Ernährungsformen ist kaum noch zu überschauen. Der Begriff alternative Ernährung  bezeichnet allerdings keine zeitlich beschränkten Diäten oder krankheitsbedingte, kurzzeitige Umstellungen der Essgewohnheiten, sondern ist auf eine dauerhafte, lebensbestimmende Veränderung ausgerichtet. Zu den bekanntesten Formen alternativer Ernährung zählen unter anderem die aus Indien stammende ayurvedische Ernährung, der Vegetarismus oder auch die Makrobiotik. Alle diese Konzepte haben eines gemeinsam: Sie geben konkrete Empfehlungen, welche Nahrungsmittel gegessen werden dürfen und welche unbedingt zu vermeiden sind. Damit geben sie einen relativ fixen Ernährungsrahmen vor. Dabei wird einigen Nahrungsmitteln eine gesundheitsschädigende Wirkung und anderen eine heilende, harmonisierende Wirkung zugeschrieben - auch wenn es dafür vielfach keine wissenschaftlichen Belege gibt. Doch dies tut den Ernährungsformen erst einmal keinen Abbruch. Sie alle fußen nämlich in einer Philosophie und zielen zuerst einmal auf eine gesunde Einheit von Körper und Geist ab. 

 

Alternative Ernährung: Formen
Der Vegetarismus ist die erste überhaupt bekannte westliche Form der bewussten Ernährung und basiert auf der Philosophie "Du sollst nicht töten". Bereits Pythagoras lebte als Vegetarier, denn er glaubte, so lange der Mensch Tiere töte, töte er auch Menschen. Auch das aus Indien stammende "Wissen vom Leben", wie Ayurveda auch genannt wird, ist mehr eine Lebensphilosophie, die den Menschen ganzheitlich betrachtet und ihn in Harmonie mit sich und seiner Umwelt bringen möchte. Dazu wird jeder Mensch einem ayurvedischen Typen zugeschrieben, für den es einen charakteristischen Ernährungsplan gibt. Auf Harmonie ist auch die buddhistische Lehre der makrobiotischen Ernährung ausgerichtet. Die beiden Kräfte des Universums - Yin und Yang - müssen hierfür durch ausgewogene Ernährung in Gleichklang gebracht werden. Die Anthroposophie sieht die Ernährung als Hilfsmittel, mittels derer bestimmte Gesundheits- und Entwicklungszustände erreicht werden sollen.