Alternative Therapie - Alzheimer verzögern

Alternative Therapien ergänzen die medikamentöse Behandlung. Sie können den Betroffenen und deren Angehörigen den Umgang mit der Krankheit erleichtern und Alzheimer verzögern.


Neben den medikamentösen Therapieverfahren gibt es eine Reihe von Behandlungen, die Alzheimer verzögern können. Sie können den Alltag für den Betroffenen und die Angehörigen erleichtern, da der Patient auf die veränderte Situation vorbereitet wird und ihm zudem Bewältigungsstrategien vermittelt werden. Das Training der noch verbliebenen Fähigkeiten und körperliche Betätigung kann womöglich den Verlauf der Krankheit etwas abmildern beziehungsweise verzögern.


Im frühen Stadium
 
Gedächtnistraining
Das Gedächtnistraining, besser bekannt als Gehirn-Jogging, soll die geistige Beweglichkeit fördern. Dieses Training sollte aber nur in einem frühen Stadium der Erkrankung durchgeführt werden, wenn große Teile des Gedächtnisses noch funktionieren. Die Übungen werden persönlich auf jeden Patienten zugeschnitten, sodass nur Aufgaben gestellt werden, die der Patient noch fähig ist, zu lösen. Eine Überbeanspruchung des Patienten hilft nicht, denn die Krankheit lässt sich nicht aufhalten. Die Therapie, in denen die Patienten Konzentrations- und Merkübungen spielerisch bewältigen, wird oft in Gruppen durchgeführt.
 
Realitätsorientierungs-Training (ROT)
Auch dieses Training wird nur am Anfang der Erkrankung durchgeführt. Die Betroffenen sollen sich an Zeit, Datum und Ort erinnern. Dazu werden überdimensionale Uhren und Kalender zu Hilfe genommen. An Pinnwänden werden außerdem Informationen über den Aufenthaltsort ausgehangen.

 

Mittleres Stadium
 
Selbst-Erhaltungs-Training (SET)
Diese Methode wird angewandt, um die Persönlichkeit des Patienten so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Mit Hilfe von Fotos und Geschichten aus der Vergangenheit sollen Erinnerungen bewahrt werden.
 
Erinnerungstherapie
Auch hier soll die Erinnerung an vergangene Tage erhalten bleiben. Es werden Fotos, Musik und für die Person wichtige Gegenstände verwendet, um die Erinnerungen wach zu rufen. Dies gelingt jedoch natürlich nur so lange, bis das Langzeitgedächtnis ausfällt.
 
Milieutherapie
Die Milieutherapie befasst sich mit dem gesamten Umfeld des Betroffenen. Sie beinhaltet Methoden der SET und der Erinnerungstherapie. Weiterhin werden die Angehörigen durch Beratung und Anleitung unterstützt. Auch Umbauten in der Wohnung, die Auswahl von Hilfsmitteln – wie Sicherheitshaltegriffe oder einen Rollstuhl – und die professionelle Pflege werden mit einbezogen, sodass für den Patienten die bestmögliche Umgebung geschaffen wird.

 

Im fortgeschrittenen Stadium
 
Bewegungstherapie
Durch diese Therapieform soll die Beweglichkeit und Mobilität des Patienten so lange wie möglich aufrecht erhalten werden. So wird auch die Selbstständigkeit des Betroffenen bewahrt. Ein weiterer positiver Effekt: Die mentalen Fähigkeiten können das alltägliche Leben erleichtern und so auch den Angehörigen entlasten.
 
Kunsttherapie
Im fortgeschrittenen Stadium fällt es den Betroffenen zunehmend schwer zu sprechen oder Gesprächen zu folgen. Sie verstummen teilweise sogar ganz. Um dennoch ihre Gefühle ausdrücken zu können, werden Musiktherapien angeboten. Je nach geistiger und körperlicher Verfassung wird mit den Patienten gesungen, getanzt oder musiziert. Eine weitere Variante ist die Kunsttherapie, bei der die Erkrankten Bilder malen können, um sich auszudrücken.
 
Stimulation der Sinne
Zum Ende der Krankheit hin können die Patienten oftmals weder sprechen noch sich bewegen. Um ihre Sinne trotzdem etwas zu fördern, werden ihnen verschiedene Reize geboten. Dabei kann es sich um Musik, Gerüche, Bilder und verschiedene Geschmacksrichtungen handeln. Auch der Tastsinn kann angesprochen werden.