Alternative Therapien bei Rheuma

Auch alternative Therapien können die Beschwerden von Patienten lindern. Bekannte pflanzliche Wirkstoffe sind Brennnessel und Teufelskralle.


Zunehmend setzen Patienten aber auch Ärzte bei Rheuma auf alternative Therapien. Doch ist auch hier Vorsicht geboten. Längst ist nicht alles, was als Erfolg versprechend verkauft wird, wirklich hilfreich. Es gilt also, sich im Vorfeld hinreichend zu informieren, den behandelnden Arzt zu befragen und gemeinsam mit Experten Nutzen und Risiken genauestens abzuwägen.
Im Folgenden soll auf Heilpflanzen, Akkupunktur und Homöopathie als alternative Therapieformen bei rheumatischen Erkrankungen eingegangen werden.

Phytotherapie

Teufelskrallenextrakt
Die Teufelskralle ist eine afrikanische Pflanze, deren Früchte , wie der Name erahnen lässt, an Krallen gefährlicher Tiere erinnern. Um rheumatische Beschwerden zu lindern, kommen Extrakte aus den Wurzeln dieser Pflanze infrage. Diese Extrakte wirken einerseits hemmend auf einen speziellen Eiweißstoff, der indirekt für die Entstehung von rheumatischen Schmerzen verantwortlich ist. Andererseits wird durch die Einnahme von Teufelskrallenextrakt die Produktion eines körpereigenen Stoffes vermindert, von welchem angenommen wird, dass er bei Entzündungsprozessen eine gewichtige Rolle spielt.

Brennnesselextrakt
Brennnesselblätterextrakte sind in der Lage, positiv in das Immunsystem einzugreifen. Die Wirkstoffe der Pflanzen hemmen einen Botenstoff, der weiße Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, in entzündete Gelenke schleust. Hintergrund: Einmal in den Gelenken angekommen, richten die Leukozyten weiteren Schaden an, indem sie Stoffe freisetzen, welche das ohnehin schon geschädigte Gewebe angreifen.
Alles in allem werden entzündungsbedingte Schmerzen im Gelenk verringert. Diese positive Folgeerscheinung entsteht durch die Hemmung des Botenstoffs, welcher dafür verantwortlich ist, dass die weißen Blutkörperchen das körpereigene Gewebe angreifen und schädigen.

Leinöl
In aktuellen Forschungsstudien konnte nachgewiesen werden, dass dem Leinöl, wenn dieses beispielsweise in Form von Kapseln verabreicht wird, eine überaus große entzündungshemmende Wirkung zuzuschreiben ist. Dadurch steht von Rheuma betroffenen Patienten eine zusätzliche Möglichkeit zur Verfügung, den Entzündungsherden innerhalb des Körpers entgegenzuwirken.

Senfpflaster, Ameisensäure, Bienengift & Co.
Eine weitere alternative Therapie aus der Naturheilkunde ist, aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung, das Senfpflaster. Hierbei wird ein Brei aus Senfsamen und Wasser angerührt. Als Umschlag, beziehungsweise Pflaster, wird diese Tinktur dann für maximal zehn Minuten zur äußeren Anwendung auf die betroffenen Körperpartien gelegt. Die hier angegebene maximale Dauer der Anwendung soll ausschließen, dass Gewebe absterben oder geschädigt werden kann. Ebenso wie das Senfpflaster wirken auch andere äußerlich anzuwendende Arzneimittel durchblutungsfördernd, welche jedoch im Gegensatz zum Senfpflaster auf Grundlage tierischer Bestandteile bestehen. Zu nennen sind hier unter anderem Ameisensäure sowie Bienen- oder Schlangengift. Bei Ameisensäure handelt es sich um den Wirkstoff der Brennnessel. Die Säure wird in die Haut injiziert, woraufhin es zu starkem Brennen und Jucken kommt. Diese reizenden Wirkungen sind jedoch erwünscht. Auch als homöopathisches Mittel kommt Ameisensäure zum Einsatz.

Alternative Therapien und Nebenwirkungen
Da sich pflanzliche Heilmittel stets aus einem der jeweiligen Pflanze eigentümlichen Substanzgemisch zusammensetzen, kann es zu einer problematischen Schwankungsbreite hinsichtlich ihrer Wirkung kommen. Je nach Anbaubedingungen der Pflanzen und dem Herstellungsverfahren des Präparates kann es auch bei einer empfohlenen Einnahmedosis sogar zu einer Unter- oder Überdosierung kommen.
Zudem sind genauere Erkenntnisse über die Wirkung der in einer Pflanze enthaltenen verschiedenen Stoffe oftmals noch unzureichend. Für eine maßgeschneiderte Therapie, wie sie zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen notwendig ist, erweist sich dieser Umstand natürlich als äußerst problematisch.