Demenz, besonders Alzheimer, ist eine furchteinflößende Krankheit, an der immer mehr Menschen leiden, nicht nur in Deutschland. Die ständig steigenden Zahlen der Erkrankten machten sich auch in der Forschung bemerkbar. Weltweit wird im Rahmen der ALzheimerforschung nach neuen Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten gesucht. Trotz der Bemühungen wurde aber noch immer keine Heilmethode gefunden, denn die Krankheit ist sehr komplex. Dennoch wurden in letzter Zeit einige vielversprechende Methoden entwickelt, die in Zukunft eine Linderung der Symptome herbeiführen könnten. Experimente an Versuchstieren geben Anlass zur Hoffnung; erste Erfolge sind bereits erzielt worden. Eine Übertragung der verschiedenen Methoden auf den Menschen ist allerdings schwierig und mit hohen Risiken verbunden. Weitere Forschungsarbeit ist nötig, um irgendwann eine Heilung der Krankheit zu ermöglichen.
Impfung gegen Alzheimer
Das Ziel einer Alzheimerimpfung ist es, die körpereigene Immunabwehr gegen die Amyloid-Körper, welche sich im Gehirn ablagern, zu richten. Dem Patienten werden künstliche Amyloid-Stückchen gespritzt, gegen die sich dann Antikörper bilden sollen. Das Abwehrsystem würde dann so die Ablagerungen zerstören. Eine Studie an Versuchstieren hat bereits zu einem Erfolg geführt. Genetisch modifizierte Mäuse, die so verändert wurden, dass sie nach ein paar Jahren eigentlich Amyloid-Ablagerungen im Gehirn aufweisen sollten, zeigten nach der Behandlung keine Anzeichen einer Erkrankung. Bei einer anderen Gruppe von Mäusen, die bereits an den Ablagerungen litt, wurden diese sogar zerstört und die Tiere wurden wieder lernfähiger.
Auch ein Versuch am Menschen wurde bereits durchgeführt. Bei einigen Patienten konnte ein langsameres Fortschreiten der Krankheit beobachtet werden. Die Studie musste allerdings schnell wieder abgebrochen werden, da es bei mehreren Erkrankten zu Entzündungen der Hirnhäute und des eigentlichen Gehirns kam. Es wird hier eine Überreaktion der Immunabwehr als Ursache vermutet. Forscher werden noch einige Zeit benötigen, um dieses Problem zu lösen. Eine Heilung kann dieses Verfahren wahrscheinlich aber auch nicht bringen, da die Amyloid-Körper nur eine von vielen Ursachen für den Ausbruch von Alzheimer sind. Die Methode wird aber seitens der Alzheimerforschung als ein guter Schritt in die richtige Richtung gewertet.
Gen-Therapie
Alzheimer lässt besonders stark Gehirnzellen absterben, die den Botenstoff Acetylcholin produzieren. Acetylcholin ist für das Speichern und das Abrufen von Informationen im Gehirn zuständig. Nun haben Forscher Hautzellen von Alzheimer-Patienten genommen und diese genetisch so verändert, dass die Zellen neue Nervenzellen wachsen lassen können. Die veränderten Zellen wurden dann mithilfe einer Sonde an den Ort des Gehirns gebracht, der besonders vom Absterben betroffen ist. Hier soll der Wachstumsfaktor die Nervenzellen vor dem Niedergang schützen. Man konnte zwar eine erhöhte Stoffwechselaktivität in dem behandelten Gehirnareal nachweisen, nachdem die Zellen beigebracht wurden, eine Verbesserung der Symptome bei den Patienten blieb aber aus. Allerdings schritt die Krankheit nach dieser Therapie langsamer voran. Während einer Studie, in der dieses Experiment durchgeführt wurde, starb ein Patient an den Folgen der Operation. Es ist fraglich, ob diese Methode verbessert werden kann und ob der Nutzen das Risiko überwiegt.
β-Sekretase-Hemmer
Das Enzym β-Sekretase ist daran beteiligt, das Protein APP in Stücke zu zerschneiden. Diese Stückchen bilden dann die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn aus, welche für die Erkrankung an Alzheimer verantwortlich gemacht werden. Man hat nun herausgefunden, dass dieses Zerschneiden in bestimmten Strukturen (frühe Endosome) der Zellen stattfindet. Ein bereits bekannter Hemmstoff, der die β-Sekretase am Schneiden hindern kann, wurde nun mit einem Anker versehen. Aufgrund dieses Ankers wird der Hemmstoff von zelleigenen Mechanismen an den Ort des Geschehens transportiert. Dort hindert er das Enzym daran, das APP-Protein zu zerschneiden. Versuche an Tieren haben gezeigt, dass diese Art Hemmstoff sehr effektiv ist, denn die Bildung von Amyloid-Körpern konnte drastisch reduziert werden. Ein Versuch am Menschen steht noch aus.

[Stand der Informationen: 15.07.2008]