Amalgam Sanierung

Amalgam wird schon seit 150 Jahren für das Füllen von Löchern in Zähnen verwendet. Heute ist das quecksilberhaltige Material etwas aus der Mode gekommen, da es in Verdacht steht gesundheits- schädlich zu sein. Bei einer Amalgam Sanierung werden andere Füllungen eingesetzt.


Von einer Amalgam Sanierung spricht man, wenn alle sich im Mund eines Patienten befindlichen Amalgam-Füllungen entfernt und durch andere Materialien ersetzt werden. Seit diese Art von Verschlussmaterial für Zähne verwendet wird – und dies ist seit etwa 150 Jahren der Fall – wird die Gesundheitsgefährdung von Amalgam, die sich vorrangig aus seinem Bestandteil an Quecksilber ergibt, und die sich daraus ergebende Notwendigkeit, bereits bestehende Füllungen zu entfernen, diskutiert. Bis heute kommen Studien immer wieder zu der Erkenntnis, dass sich durch solche zwar der Quecksilbergehalt im Körper erhöht, von diesem Wert jedoch in der Regel keine Gefahr ausgeht. Im Seitenzahnbereich sind Amalgamfüllungen nach wie vor das Mittel der Wahl. Sie sind leicht anzuwenden, sehr kostengünstig und im Vergleich zu Kunststofffüllungen um einiges haltbarer. Einer der größten Nachteile ist seine auffällige Farbe, die das Gesamterscheinungsbild des Gebisses negativ beeinträchtigt. Lediglich Schwangeren und Menschen mit Nierenschäden wird aus medizinischer Sicht geraten, auf solches Füllmaterial zu verzichten. Quecksilberallergien sind eher selten – Amalgam zählt zu den Materialien im zahnärztlichen Gebrauch, die am wenigstens wahrscheinlich Allergien auslösen. Menschen, die empfindlich darauf reagieren, zeigen beispielsweise Ekzemen im Mundraum. Stellen Patienten solche Symptome fest, sollte der Allergie auslösende Füllstoff entfernt werden.
 

Ist Sanierung begründet, zahlt die Kasse

Eine Amalgam Sanierung kann jedoch auch unabhängig von einer medizinischen Indikation durchgeführt werden. Wird eine gesundheitliche Gefährdung durch die Amalgam-Füllungen vom Mediziner festgestellt – und nur dann – zahlt die Kasse alternative Füllungsmaterialien. Hat der Austausch rein ästhetische Ursachen, so muss der Patient diesen selbst finanzieren. Zunächst wird dabei das Amalgam entfernt. Die nun entstandenen Hohlräume werden zunächst vorübergehend verschlossen, um später mit einer alternativen Füllung versehen zu werden. Besonders ganzheitlich eingestellte Menschen lassen vor der erneuten Füllung der Zähne zusätzlich das im Körper befindliche Quecksilber ausleiten. Dazu dienen beispielsweise Chelatbildner, also chemische Verbindungen, die nachweislich Metalle an sich binden und aus dem Gewebe heraustransportieren. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass auch wertvolle Metalle entfernt werden. In jedem Fall sollte gründlich abgewogen werden, ob die nochmalige Schädigung weiterer Zahnsubstanz durch die Behandlung die Vorteile durch ein quecksilberfreies Gebiss aufwiegt.