Wer jetzt glaubt, dass man in Amerika nur Burger und Hot Dogs isst, irrt sich aber gewaltig. Kaum eine andere Cuisine ist so vielfältig wie die amerikanische. Bedingt durch die Einwanderer ist die neue Heimat in kulinarischer Hinsicht exotisch und durch viele Einflüsse geprägt.
In der Heimat der Griller
Ja es gibt sie noch, wahre Männer, die sich bewaffnet mit Schürze, Gabel und dem Willen die Familie zu versorgen, an den Grill stellen und dort fröhlich grinsend die Steaks und Würstchen drehen, bis sie verzehrfertig sind. Barbecue nennt sich das auf amerikanisch und ist ein bekanntes und typisches Beispiel für die amerikanische Küche. Was bei Mc Donalds im Nonstop-Takt vonstatten geht, läuft in der typisch amerikanischen Familie anders ab. Besonders in den Südstaaten wird Fleisch langsam geräuchert, BBQ-ing hat hier noch immer etwas fast Spirituelles. Anders als beim deutschen Grillen wird das Fleisch jedoch nicht direkt durch die Hitze der Holzkohle gegart, sondern mehr indirekt geräuchert. Ob Cornbread, Fried Chicken oder Schweinefleisch-Sandwiches – mit religiös anmutender Ehrfurcht werden die speziellen Barbecue-Smoker aufgebaut, selbst bei großen Sportveranstaltungen wird „gegrillt“, was das Zeug hält.
Mexikanisches Feuer in der Küche
Wer mexikanisch liebt, ist ein Fan feurig-scharfer Gerichte – so das Vorurteil. Das stimmt so nicht ganz, zwar müssen sich Mexiko-Liebhaber schnell an das Muy-Picante-Gefühl gewöhnen, es gibt aber auch milde Gerichte. Was da beim Mexikaner um die Ecke auf den Tisch kommt, nennt sich TexMex, eine Mischung aus mexikanisch inspirierter Cuisine und amerikanischen Einflüssen. Typisch ist, dass sich viele Gerichte ohne Besteck essen lassen, etwa Tacos, Flautas oder Quesadillas. Näher an der echten mexikanischen Küche ist das sogenannte Border Food, von der Hispanokultur geprägtes Essen, das vor allem im südlichen Texas genossen wird.
Exotisch und tierisch: Cajun-Küche
Noch exotischer wird es in der Cajun oder kreolischen Küche, auch in den Südstaaten zuhause. Vor allem in Louisiana und New Orleans wird man Gerichte wie Jambalayas oder Gumbo finden, die von den französisch sprechenden Cajuns – Einwanderern – hierher gebracht wurden. Scharf ist diese Küche und äußerst gesund. Zum Dreigespann der Cajun-Küche gehören die Gemüsesorten Zwiebel, Sellerie und Paprika. An tierischen Zutaten sind Flusskrebse, jegliche Fleischsorten sowie Austern und Garnelen typisch.
Von allem etwas
Wem die vorgestellten Esskulturen doch etwas zu ausgefallen sind, findet in der amerikanischen Küche sicher etwas, das dem europäischen Gaumen schmeckt. Da sich in der Neuen Welt Einwanderer aus allen Teilen der Welt zusammengefunden haben, sind italienische, asiatische oder englische Einflüsse keine Seltenheit. Amerikanische Küche: das ist der Melting Pot aller Gaumenfreuden und kulinarischer Genüsse.