Die sogenannte Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln ist derzeit ein viel diskutiertes Thema in der Politik und Industrie. Die Idee dahinter ist vor allem darauf ausgerichtet, dem Verbraucher beim Einkauf zu ermöglichen auf einen Blick zu erkennen, wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel ist. Dazu sollen in jedem Lebensmittel Fett-, Zucker-, Salzgehalt und der Gehalt an gesättigten Fettsäuren gemessen und anhand der drei Signalfarben Rot, Gelb und Grün bewertet werden. Doch was dem Verbraucher das Leben leichter macht, erschwert es wiederum der Industrie.
Die Briten machen es vor
In Großbritannien entstand diese Idee aufgrund der steigenden Zahl übergewichtiger Menschen. Mittlerweile hat sie sich dort auch soweit durchgesetzt, dass fast alle Produkte mit den Ampelfarben gekennzeichnet sind. Auch dort wehrten sich zunächst die großen Lebensmittelkonzerne dagegen. In Deutschland fordern viele Verbraucherschutzverbände eine ebensolche Pflichtkennzeichnung und werden dabei von vielen Politikern und Krankenkassen unterstützt. Der Aufruf an die Industrie diese Kennzeichnung freiwillig aufzugreifen, stieß bisher auf konsequente Ablehnung. Lediglich ein großer Hersteller kündigte an, einige seiner Produkte freiwillig mit den Ampelfarben zu kennzeichnen.
Die Bedeutung der Ampelfarben
Die britische Lebensmittelbehörde entwickelte die Einteilung in die drei Ampelfarben auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, welche Menge der jeweiligen Nährstoffe pro Tag empfehlenswert ist. Es wird dabei die Menge von vier Nährstoffen pro 100 Gramm gemessen und bewertet. Diese Nährstoffe sind Salz, Fett, Zucker und ungesättigte Fettsäuren. Häufig wird noch der Kaloriengehalt ergänzt. Jede der vier erhält schließlich eine Farbe.
Wenn ein Produkt viele rot gekennzeichnete Nährstoffe hat, ist es wenig empfehlenswert und sollte selten verspeist werden. Es macht deutlich, dass dieses Produkt besser in geringen Mengen oder nur gelegentlich konsumiert werden sollte.
Eine gelbe Kennzeichnung sagt aus, dass die Nährstoffmenge im mittleren Bereich , also noch im Rahmen liegt. Die Wahl solcher Lebensmittel ist sozusagen in Ordnung, aber es geht eben noch besser.
Die grüne Farbe steht für einen niedrigen Gehalt dieser kritischen Nährstoffe und zeichnet somit gesunde Produkte aus. Je mehr grüne Punkte ein Produkt hat, desto gesünder ist es. Es darf beispielsweise höchstens 0,3 Gramm Salz, 3 Gramm Fett, 5 Gramm Zucker und 1,5 Gramm gesättigte Fettsäuren enthalten.
Bisheriges Gegenmodell
Das bisherige Gegenmodell in Deutschland ist die Kennzeichnung mit den GDA-Werten. Diese Werte geben in Prozent an, wieviel der empfohlenen Tagesmengen des jeweiligen Nährstoffes in einer Portion des Produktes enthalten ist. Kritisiert wird daran, dass die Kennzeichnung irreführend und undeutlich ist, da jeder Hersteller unterschiedliche Portionsgrößen verwendet. Da gerne sehr kleine unrealistische Portionsgrößen verwendet werden, können so die Werte auf den ersten Blick gesund gerechnet werden. Bei der Ampelkennzeichnung ist dies nicht der Fall.