Analgetika bei Rheuma

Da bei einer rheumatischen Erkrankung sehr oft Schmerzen auftreten, kommen Schmerzmittel zum Einsatz. Man unterscheidet opioide und nicht-opioide-Analgetika.


Hinsichtlich der medikamentösen Rheuma Therapie lassen sich gegenwärtig bis zu sechs verschiedene Medikamentengruppen unterscheiden. Diese Medikamente können entweder in einer Monotherapie, das heißt einzeln eingesetzt, oder auch als Kombinationstherapie zum Einsatz kommen.

Analgetika (Schmerzmittel)
Bei Analgetika handelt es sich um reine Schmerzmittel, die allein die Schmerzen unterdrücken sollen. Unterschieden wird hierbei zwischen opioiden und nicht-opioiden-Analgetika.

Nicht-opioide Analgetika
Nicht-opiode-Analgetika sind schmerzstillende Arzneimittel, die ihre Wirkung durch die Unterdrückung schmerzauslösender biochemischer Prozesse entfalten. Sie haben somit andere Effekte als die Opioide, die durch die Einwirkung auf spezielle Rezeptoren (Opioidrezeptoren) Schmerzen lindern. Einige nicht opioide Mittel sind Stoffe wie Acetylsalizylsäure, Metamizol, Paracetamol und Flupirtin.

Opioide
Opioide sind Stoffe, die entweder auf natürlichem Weg aus dem Saft des Schlafmohns hergestellt werden, wie zum Beispiel Codein und Morphin; oder aber es handelt sich um chemisch hergestellte Substanzen wie zum Beispiel Tramadol und Fentanyl. In der Regel unterliegen all diese Substanzen, aufgrund ihres stark ausgeprägten
Abhängigkeitspotenzials, dem Betäubungsmittelgesetz und kommen vor allem bei sehr starken Schmerzen unter strenger Kontrolle in stationärer Behandlung zur Anwendung.

Nebenwirkungen allgemein
Nebenwirkungen der nicht-opioiden-Analgetika, wie beispielsweise dem Paracetamol, können bei langfristigem und regelmäßigem Überkonsum unter anderem Schädigungen an Leber und Nieren hervorrufen.
Opioide Schmerzmittel wie Tramadol oder Morphin können zwar bei lang andauerndem Konsum zu Gewöhnung und Abhängigkeit führen, die unerwünschten Nebenwirkungen der nicht-opioiden-Analgetika, das heißt Schädigungen von Leber und Nieren sowie von Magen und Knochenmark, werden hier jedoch nicht beobachtet.

Nebenwirkungen der nicht-opioiden-Analgetika
Die Nebenwirkungen der nicht-opioiden-Analgetika sind einerseits wesentlich weniger vielfältig und umfangreich, doch – was die einzelnen unerwünschten medikamentenbedingten Nebenwirkungen anbetrifft – deutlich gefährlicher.
Nicht selten klagen Patienten bei einer langfristigen hoch dosierten Einnahme über Magen-Darm-Beschwerden. Dabei ist zu festzuhalten, dass es sich nicht allein um Übelkeit, Erbrechen und Durchfall handelt. Teilweise werden gravierende und lebensbedrohliche Nebenwirkungen der Schmerzmittel beobachtet. Beispielsweise können Magenblutungen verbunden mit Blutverlusten im Bereich des Magens und des Darms für Blutarmut sorgen. Auch kann es gelegentlich zu Magen-Darm-Geschwüren kommen, welche unter Umständen wiederum von Blutungen begleitet werden oder sogar zu Durchbrüchen führen können. Nicht selten resultiert aus einer längerfristigen Schmerzmitteleinnahme eine ungünstige Veränderung des Knochenmarks, eine Schädigung der Leber, eine Störung der Blutbildung und der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen.

Nebenwirkungen der opioiden Analgetika
Bei langfristiger hoch dosierter Einnahme von opioiden Analgetika kommt es neben der zuverlässigen Unterdrückung von Schmerzen auch zu einer Hemmung der Atmung – bei Überdosierung mitunter bis hin zu einer tödlichen Atemlähmung. Ebenfalls stellen sich eine erhöhte Körpertemperatur, ein verlangsamter Herzschlag und verengte Pupillen in den Augen ein.
Des Weiteren hervorzuheben als negative Begleiterscheinungen bei einer Schmerztherapie mit opioiden Analgetika ist Verstopfung, die durch eine Lähmung der Darmmuskulatur hervorgerufen wird. Außerdem bekannt sind Beschwerden bei der Blasenentleerung sowie Hautrötungen, Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen.
Bei unsachgemäßer Langzeiteinnahme besteht die Gefahr einer sogenannten „Gewöhnung“, unmittelbar einhergehend mit einer verminderten Wirksamkeit. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Toleranzentwicklung, welche meist die Gefahr einer physischen und psychischen Abhängigkeit in sich birgt.

Opiode nur selten eingesetzt
Infolge dieses Umstands ist die Verschreibung von Medikamenten aus der Gruppe der Opioide bürokratisch erschwert worden. Zur Verordnung der meisten opioiden Analgetika sind spezielle Betäubungsmittel-Rezepte erforderlich.
Obgleich Opioide unter ärztlicher Aufsicht und bei richtiger Anwendung nicht nur äußerst sicher, sondern zudem auch außerordentlich wirksam sind, so liegt es doch am verhältnismäßig hohen bürokratischen Aufwand und der Furcht vor einer möglichen Suchtentwicklung, dass Schmerzpatienten in Deutschland in der Regel nicht angemessen versorgt werden. In der medizinischen Praxis bedeutet dies, dass Schmerzpatienten opioide Analgetika eher verwehrt, als verschrieben werden.