Androgene: Funktion und Wirkung

Androgene sind die bestimmenden Geschlechtshormone, welche zur Herausbildung der Geschlechtsmerkmale im männlichen Körper führen.


Androgene sind eine wichtige Substanz im männlichen Körper, welche nachhaltig die Entwicklung der sekundären Geschlechtsorgane beeinflusst. Es handelt sich dabei um geschlechtsbetimmende Hormone, wie Testosteron. Testosteron ist zweifellos das bekannteste der männlichen Geschlechtshormone. Auf ihnen basieren ebenfalls die weiblichen Geschlechtshormone. Weitere Geschlechtshormone sind beispielsweise Androsteron, Androstendion, Dihydrotestosteron und Androstendiol. Auch bei Frauen kommen diese Hormone vor und werden wie beim Mann in den Nebennieren produziert. Darüber hinaus sind auch die Hoden Produktionsstätte der Androgene beim Mann.

Funktionen
Androgene bestimmen schon in der Frühphase des menschlichen Wachstums welche Geschlechtsmerkmale sich beim Embryo herausbilden. Ab der sechsten Woche bilden sich die ersten Genitalien unter dem Einfluss der Androgene heraus. Das Y-Chromosom ist hierbei bestimmend für die Ausschüttung der etwaigen Stoffe. Während der gesamten Entwicklungsphase der Föten sind die Geschlechtshormone wichtige Faktoren für die Entwicklung der Organe. In der Pubertät beginnt die zweite Phase der Androgenwirkung. Verstärkt werden Testosterone und andere Geschlechtshormone ausgeschüttet, welche nun beginnen die Statur junger Männer zu verändern. Ebenso lösen die Geschlechtshormone die erhöhte Spermaproduktion in den Hoden aus. Zu dieser Zeit erweitern sich auch die Hodenkanäle, welche die Spermien weiter in die Prostata leiten. Des Weiteren verändern die Hormone während der Pubertät die Muskelmasse im männlichen Körper.

Entwicklung anaboler Wirkstoffe
Androgene wurden zum allerersten Mal 1936 entdeckt und die Wirkung in den Folgejahren detailliert beschrieben. Auf den männlichen Geschlechtshormonen basieren auch alle anabolen Steroide. Diese werden unter anderem zur Stärkung der Muskelstruktur eingesetzt und sind in der Medizin wichtig um Insuffizienz der Hoden zu verbessern. Fast unmittelbar nach der Entdeckung wurden die anabolen Wirkstoffe auch im Sport eingesetzt und sorgten für unzulässige Höchstleistungen. Doping mit Anabolika war lange Zeit ein gängiges Mittel, um bei Wettkämpfen zu gewinnen. Die Einnahme künstlicher Steroide und Hormone kann aber auch negative Folgen haben. Der Körper kann sich für immer verändern. Das Krebsrisiko steigt außerdem mit vermehrter Einnahme von Hormonen. Angesichts dessen verschwindet die Hormontherapie zunehmend aus der alltäglichen Medizin, in speziellen Fällen werden Androgene aber weiterhin eingesetzt. Hierbei ist aber meist von Ausnahmefällen zu sprechen, da die Anwendung nicht ungefährlich ist.