Anfangsnahrung

Die Anfangsnahrung bei einem Säugling sollte der Muttermilch sehr ähnlich sein. Am besten eignet sich Pre-Nahrung.


Während der ersten vier bis sechs Lebensmonate bekommt der Säugling Anfangsnahrung; hier unterscheidet man zwischen Pre-Milch und 1-er Nahrung. Die Basis der verschiedenen Anfangsnahrungsprodukte sind Kuhmilchproteine, Sojaproteine oder andere Eiweißquellen, je nach Vorlieben der Eltern oder möglicher Unverträglichkeiten können die jeweiligen Produkte ausgesucht werden.

Pre-Nahrung
Diese allererste Babynahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten. Die Kuhmilchproteine sind denen der natürlichen Eiweiße in der Muttermilch angepasst – adaptiert. Früher wurde Pre-Nahrung deshalb auch als adaptierte Nahrung bezeichnet. Ein ebenfalls nicht mehr gebräuchlicher Begriff ist „humanisiert“.
Nahrung des Pre-Typs enthält ausschließlich Milchzucker (Laktose) als Kohlenhydratquelle. Das Verhältnis der Eiweißproteine ist denen in der Muttermilch ähnlich, so liegen etwa Laktalbumin oder Kasein in derselben Konzentration vor.

Nach Bedarf füttern
Da diese Nahrungen nur sehr wenige Kohlenhydrate enthalten, sind sie sehr dünnflüssig und sättigen daher nur für einen kurzen Zeitraum. Pre-Nahrung kann nach Bedarf (ad libitum) gefüttert werden, also immer, wenn das Kind Hunger verspürt. Darüber hinaus sollte aber kein Fläschchen gegeben werden. Pre-Nahrung kann auch im gesamten ersten Lebensjahr als Beifutter – zusätzlich zur Muttermilch (Zwiemilchfütterung) gegeben werden, da es nicht so stark sättigt, kann eine Überfütterung praktisch ausgeschlossen werden.

Manche Hersteller setzen den Pre-Nahrungen zusätzlich sogenannte LCPs (long-chain polyunsaturated fats) hinzu – langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die auch in der Muttermilch enthalten sind. Somit soll eine noch größere Übereinstimmung mit der Muttermilch erreicht werden.

Wenn nach einigen Wochen oder Monaten eine immer kürzere Sättigungszeit eintritt, kann übergangslos auf die 1-er Milch umgestellt werden.

1-er-Milch
Die auch als teiladaptierte Nahrung oder Dauermilch bezeichnete Ersatznahrung unterscheidet sich von der 1-er Nahrung vor allem hinsichtlich der zusätzlich beigemengten Stärke. Diese macht einen Anteil von etwa zwei Prozent aus. Durch die Stärke ist der Sättigungseffekt insgesamt größer, die Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten sind demnach länger als noch bei der Pre-Nahrung.

Dauermilch kann auch als Alternative zur Anfangsnahrung gegeben werden, hier sollten aber bestimmte vorgeschriebene Mengen, die sich nach dem Alter und Gewicht des Kindes richten, eingehalten werden. Grundsätzlich ist es günstiger, feste und regelmäßige Mahlzeiten einzuhalten. Da diese Produkte viel dickflüssiger und sämiger sind als Pre-Nahrungen verbleiben sie auch länger im Magen, die Gefahr einer Überfütterung ist hier nicht auszuschließen. 1-er Milch wird am besten in einer Flasche mit einem Sauger mittelgroßer Lochung gefüttert. Ist das Trinkloch zu klein, erfordert es für das Kind zu großer Anstrengungen zu trinken. Unter Umständen erhält es dann nicht genügend Milch.

1-er Milch oft mit Zucker angereichert
1-er Milchen sind unter Experten für Kinderernährung nicht ganz unumstritten. Denn viele Produkte enthalten neben dem Milchzucker und der Stärke noch andere – für das Kind – überflüssige Kohlenhydrate beispielsweise Kristallzucker, etwa in Form von Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose), Kristallzucker (Maltose), Maltodextrin oder auch Dicksaft und Sirup. Das Baby gewöhnt sich bereits nach kurzer Zeit an den süßen Geschmack der Milch, diesen Prozess nennen Wissenschaftler Süßtrimmung. Die überflüssigen Inhaltstoffe können zudem Karies begünstigen. Mütter, die auf eine gesunde Ernährung ihres Kindes Wert legen, sollten darauf achten, dass die 1-er Nahrung keinerlei ungesunde Zusätze enthält.