Angina und Mandelentzündung

Meistens ist eine Angina auf eine Streptokokkeninfektion zurückzuführen, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Bei diesem Virusinfekt treten plötzlich starke Halsschmerzen auf.


Die Differenzierung, ob es sich bei dem Kratzen im Hals um eine normale Halsentzündung handelt oder doch eine ernstere Erkrankung handelt, ist nicht immer leicht zu treffen. Denn Halsschmerzen sind die Begelitsymptome vieler Krankheiten. Daher kann nur ein Arzt mit unumstößlicher Sicherheit feststellen, ob es sich beispielsweise um eine eitrige Mandelentzündung handelt.

Eine normale Halsentzündung oder eine Angina?
Ein Virusinfekt kann oft mit Halsschmerzen einhergehen. Der Patient klagt in diesem Fall über Schluckbeschwerden und ein Kratzen im Hals. Hals und Rachen sind gerötet, manchmal sind auch die angrenzenden Lymphknoten am Hals oder am Unterkiefer schmerzhaft angeschwollen. Handelt es sich um einen normalen Virusinfekt, zeigt der Patient in den meisten Fällen auch andere Krankheitssymptome wie Schnupfen, Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen.

Was ist eine Angina?
Eine Angina (Tonsillitis) wird durch Bakterien hervorgerufen. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Erreger um Streptokokken, weshalb man oft auch von einer Streptokokken-Angina spricht. Die Infektionsursache ist, wie auch bei einem normalen Virusinfekt, meist eine Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass man sich bereits infizieren kann, wenn man von einem Menschen, der an einer Angina erkrankt ist, angeniest oder angehustet wird. Eine Angina beginnt plötzlich mit starken Halsschmerzen. Der Patient leidet unter hohem Fieber, das Schlucken fällt sehr schwer. Oft kann der Patient kaum noch ohne Schmerzen den eigenen Speichel herunterschlucken. Die Lymphknoten am Unterkiefer sind schmerzhaft geschwollen und druckempfindlich. Auf den Gaumenmandeln (Tonsillen) finden sich oft weißliche Beläge, auch „Stippchen“ genannt. Den Nachweis, ob es sich um eine normale Mandelentzündung oder um eine Angina handelt, kann der Arzt schnell mit einem Rachenabstrich erbringen. Mit einem langen Wattestäbchen entnimmt er aus dem Rachenraum eine Probe (Rachenabstrich). Diese Probe gibt er auf einen speziellen Nährboden, auf dem eventuell vorhandene Bakterien gut gedeihen können. Nach 24 Stunden kann geprüft werden, ob auf dem Nährboden Bakterien gewachsen sind. In diesem Fall handelt es sich um eine Angina, die mit speziellen Antibiotika behandelt werden muss.

Unterschied zwischen einer akuten und einer chronischen Mandelentzündung
Eine akute Mandelentzündung tritt plötzlich auf. Sie klingt jedoch nach wenigen Tagen wieder ab. Eine chronische Mandelentzündung kehrt immer wieder. Meist sind an einer chronischen Mandelentzündung Bakterien beteiligt. Die chronische Entzündung führt dazu, dass die Oberfläche der Tonsillen durch diesen wiederkehrenden Entzündungsprozess angegriffen und geschädigt wird. Während die Oberfläche der gesunden Mandeln glatt und unversehrt aussieht, erscheint die Oberfläche chronisch entzündeter Tonsillen zerklüftet und uneben. Diese chronische Entzündung kann dazu führen, dass sich an den Mandeln eine Eiteransammlung (Peritonsillarabszess) bildet, die sich auf weitere Halsregionen ausweitet. Eine unbehandelte, chronische Mandelentzündung kann im schlimmsten Fall so weit fortschreiten, dass die Bakterien – die für die Entzündung im Hals verantwortlich sind – schädigend auf andere Körperorgane wirken können. Diese Entzündung kann auf Nieren (Nierenentzündung) und Gelenke (Gelenkentzündung) übergreifen oder den Herzmuskel (Herzinnenhautentzündung) schädigen.

Angina bei Kindern
Gerade Kinder leiden häufig unter einer Angina. Kleinere Kinder sind naturgemäß infektionsanfälliger, weil ihr Immunsystem sich erst noch mit den Krankheitserregern auseinandersetzen muss. Es ist ganz normal, dass ein Kindergartenkind in den ersten Jahren an bis zu zwölf Infekten erkrankt. Das Immunsystem wird auf diese Weise trainiert. Erst wenn ein Kind immer wieder an einer Angina erkrankt und der Arzt von einer chronischen Angina spricht, wird man über eine Entfernung der Tonsillen (Tonsillektomie) nachdenken müssen. In diesem Fall erfüllen die Tonsillen ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Immunabwehr des Körpers zu unterstützen, nicht mehr. Sie sind durch den chronischen Entzündungsprozess zu einer Eintrittspforte für Krankheitserreger geworden, wodurch eine Entfernung der Tonsillen ein medizinisch notwendiger Schritt ist.

Wie behandelt man eine Angina richtig
Ein Patient mit sehr starken Halsschmerzen und Fieber sollte immer einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann durch einen Rachenabstrich feststellen, ob die Halsentzündung durch Viren oder Bakterien hervorgerufen wird und dementsprechend die nötige Behandlung einleiten. Eine Angina muss immer mit geeigneten Antibiotika – meist mit Penicillin- behandelt werden, um die Bakterien zu bekämpfen. Wird eine Angina nicht antibiotisch behandelt, kann die Entzündung auch auf andere Organe übergreifen und zu schwerwiegenden Folgererkrankungen führen.