Lesen Sie hier, wie Sie Ihrer Angst besiegen können. Oft können bereits kleine Änderungen dazu führen, dass es Ihnen besser geht. Das Erkennen der Angst ist der erste und wichtigste Schritt. Danach können Sie bewusst Mentaltraining betreiben, um die Angst los zu werden.
Erkennen Sie Ihre Angst und stärken Sie Ihre mentalen Kräfte.
Der Angst-Teufelskreis aus seelischen und körperlichen Beschwerden hat meistens ein Angst-Erlebnis als Grundlage, auf das Sie körperlich sehr stark reagiert haben. Verlagert sich Ihre Aufmerksamkeit in der Folgezeit dann zunehmend auf Ihren Körper und wird Ihre Selbstbeobachtung bzw. Selbstwahrnehmung übermäßig stark, kann sich daraus eine ernstzunehmende Angststörung entwickeln. Soweit muss es aber nicht kommen, wichtig ist, dass Sie erkennen, wie Sie Ihre Ängste kontrollieren, um nicht von Ihnen überwältigt zu werden. Achten Sie zum Beispiel auf Ihre Atmung (bewusst und gleichmäßig, tief in den Bauch hinein), messen Sie Ihren Puls, um eine gleichmäßige Pulsfrequenz zu erreichen oder lenken Sie sich ab, damit Ängste gar nicht erst aufkommen. Beispiel: Sie haben Angst vor Busfahrten? Unterhalten Sie sich mit anderen Fahrgästen, lesen sie eine Zeitschrift, beobachten Sie die mitfahrenden Gäste, die entspannt sind und keine Angst haben.
Denken Sie positiv und vermeiden sie "sich selbst erfüllende Prophezeihungen" (self-fulfilling prophecies)
Schalten Sie automatisierte Standard-Gedanken wie, " ich schaff das sowieso nicht", "ich bin nicht gut genug" oder "keiner mag mich" aus. Wenn Sie eine negative Entscheidung im Kopf schon getroffen haben und aufgeben, noch bevor Sie sich einer Situation überhaupt stellen, haben Sie bereits verloren und könn niemals Ihre Angst besiegen. Wahrscheinlich werden Sie diese Situation dann auch genauso negativ erleben, wie Sie es zuvor befürchteten und hinterher sagen:" Ich hab es doch gewusst!" Machen Sie sich klar, dass Sie Ihre negativen Gedanken und Gefühle ausstrahlen. Ihre Körpersprache verrät mehr über Sie als Sie denken - und Ihnen wahrscheinlich auch lieb ist! Ändern Sie Ihre Einstellung zu Menschen, Dingen und Situationen. Gestehen Sie sich ein Scheitern zu, schließlich ist kein Mensch perfekt. Versuchen Sie, unvoreingenommen zu handeln und zu reagieren. Lassen Sie sich positiv überraschen, in dem Sie erfahren, dass es oft sehr viele Antworten und Lösungen gibt.
Schalten Sie Ihr Kopfkino ein
Löschen Sie die Bilder von schlimmen Gefahrensituationen, die Ihnen Angst machen, aus Ihrer Phantasie. Ersetzen Sie diese, indem Sie sich besänftigende, entspannende und neue schöne Bilder schaffen. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich beispielsweise Ihren letzten wundervollen Sommerurlaub vor. Hören Sie das Meer rauschen, lassen Sie die Sonne strahlen, gucken Sie in den strahlend-blauen Himmel, erinnern Sie sich an köstliches Essen. Erkennen Sie, dass Sie die Kraft haben, sich von den Gefahren in Ihrem Kopf zu trennen.
Lieben Sie sich selbst mehr
Lassen Sie sich von Ihrer Angst nicht in die passive Opferrolle drängen, und schon gar nicht als Versager "abstempeln". Der Teufelskreis aus Angst und Depression kann schrittweise von Ihnen durchbrochen werden, in dem Sie das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten wiedergewinnen. Versuchen Sie, Dinge anzupacken und loben Sie sich selbst, wenn Sie etwas versuchen oder ausprobieren. Dabei zählt nicht das Ergebnis, sondern dass Sie den Mut aufgebracht haben zu agieren. Lernen Sie, Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, sagen Sie Nein, wenn Sie etwas nicht wollen, und grenzen Sie sich ab. Erkennen Sie, dass Sie nicht der "ganzen Welt" gefallen können. Entscheidend ist, dass Sie sich morgens beim Blick in den Spiegel annehmen können. Sprechen Sie konstruktiv, und vermeiden Sie Abwertungen jeglicher Art. Verstecken Sie sich nicht hinter dem kleinen "man". Wer ist "man"? Eine undefinierte Masse! Mehr nicht. Sagen Sie aktiv. Ich möchte, ich denke, ich bin der Meinung. Demonstrieren Sie Ich-Stärke. Nur wer sich selbst genug liebt, kann auch andere Menschen lieben!
Schalten Sie doch mal ein anderes Programm ein
Legen Sie Zwänge ab. Dass ein Zwang eine Angst unter Kontrolle halten kann ist ein Irrglaube! Verändern Sie erlernte Verhaltensweisen und -muster, und ersetzen Sie alte Programme durch neue. Erleben Sie, wie befreiend das sein kann. Ein gutes Beispiel zur Veranschaulichung ist das Verlassen der eigenen Wohnung. Kurz zuvor haben Sie sich zum Beispiel noch schnell eine Bluse oder ein Hemd gebügelt, nun möchten Sie losgehen und müssen zwanghaft immer wieder kontrollieren und sich vergewissern, dass Sie das Bügeleisen ausgeschaltet haben. In Ihrer angstmachenden Phantasievorstellung haben Sie nämlich bereits die schlimmen Folgen vor Ihrem geistigen Auge. Sie sehen Ihre eigene Wohnung, und vielleicht sogar das gesamte Wohnhaus, brennnen, Menschen aus dem Fenster springen, Feuerwehrautos vor dem Haus, umherlaufende Feuerwehrmänner, aufgebrachte Menschenmassen. Überwinden Sie Ihren Zwang bzw. Ihre Zwänge, und lernen Sie, dass es (ähnlich wie bei der Angst) zu keinen zerstörerischen Katastrophen kommt, wenn Sie Ihr zwanghaftes Handeln ablegen.
Vertrauen ist eine zarte Pflanze und muss wachsen...
Lassen Sie es nicht zu, dass Ihre Selbstzweifel Sie mürbe machen und unterkriegen. Zweifeln Sie nicht permanent an sich selbst, an Ihren Kräften und der Leistungfsfähigkeit Ihres Körpers. Vertrauen Sie auf sich selbst, und machen Sie sich bewusst, dass Sie sich mit Ihren negativen Gedanken, die sich allein in Ihrem Kopf abspielen und keine reale Grundlage haben, nur "klein" machen und blockieren. Ihr Körper kann viel mehr leisten und aushalten, als Sie es ihm und sich selbst zugestehen. Geben Sie ihm eine Chance! Machen Sie sich deutlich, dass Sie fast jede angstmachende Situation bewältigen können. Auf diese Weise stärken Sie Ihr Selbstvertrauen und können Ihr Selbstbewusstsein schrittweise (wieder) aufbauen. Sie werden langfristig Zuversicht, mehr innere Ruhe und ein größeres Sicherheitsgefühl erlangen. Denken Sie an das Grundvertrauen, das kleine Kinder haben, wenn Sie Laufen lernen und die Welt erkunden möchten. Wie oft fallen sie dabei hin, mitunter gibt es Tränen, aber sie stehen wieder auf und versuchen weitere Gehversuche.
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