Anthranoide in Heilpflanzen: Gefährliches Abführmittel

Anthranoide werden hauptsächlich als Abführmittel eingesetzt. Möglicherweise ist die Substanz der Heilpflanzen krebserregend.


Anthranoide werden vor allem als Abführmittel (Laxans) eingesetzt. Man unterteilt sie in zwei Gruppen, und zwar in die Anthrachinone, die sich zum Beispiel in der Rhabarberwurzel befinden und Anthrone, die unter anderem in den Sennesblättern und -früchten sowie der Aloe-Pflanze stecken.

Aggressives Abführmittel
Nimmt man Anthranoide ein, befördert man dadurch Wasser in den Dickdarm und regt die Darmmuskulatur an, die Knetbewegungen im Darm werden verkürzt. Unverdauliche Nahrungsreste werden innerhalb von sechs bis zwölf Stunden ausgeschieden, der Darm wird komplett entleert, die Einnahme führt zu schmerzhaftem Durchfall. Positiv an Anthranoiden ist, dann sie erst an Ort und Stelle, also im Dickdarm, beginnen zu wirken, davor sind sie wirkungslos.

Gefährlicher Kaliummangel
Jedoch verliert der Körper bei diesem Vorgang viel Wasser und Mineralstoffe, vor allem Kalium.
Kaliummangel führt nämlich zu Darmträgheit und Verstopfung, schnell kann dadurch ein Teufelskreis entstehen. Ein Abführmittel-Missbrauch, der meist eine immer stärkere Dosierung beinhaltet, kann sogar zu Herz-Rhythmus-Störungen führen.
Deswegen sollte man auf Abführmittel, die auf diesen Wirkstoff setzen, nur im Notfall und auf keinen Fall länger als zwei Wochen einnehmen. Am besten ist es, eher auf mildere Mittel zurückzugreifen, da die Anthranoide recht aggressiv wirken.
Anthranoide sind möglicherweise krebserregend, das haben zumindest Tierversuche ergeben. Auch deshalb sind sie generell für eine längerfristige Anwendung nicht geeignet,

Vorkommen
Anthranoide finden sich in eher wenig verbreiteten Heilpflanzen. So stecken sie unter anderem in Sennesblättern, in Aloesaft und Rhabarber aber auch im Faulbaum und dem Amerikanischen Faulbaum sowie im Kreuzdorn. Hier findet sich eine besonders hohe Dosis in den Beeren.

Wirkungen
Die Hydroxianthracen-Derivate der Anthranoide wirken als Abführmittel, sie werden häufig noch mit dem Zusatz „berechnet als Sennosid B“ versehen. Doch der Wirkstoff im Johanniskraut soll auch bei Depressionen helfen. Sie haben außerdem eine keimtötende Wirkung.
Leider haben Anthranoide auch einige Nebenwirkungen auch wenn es sich um einen Wirkstoff aus Heilpflanzen handelt. Neben dem oben beschriebenen Kaliumverlust kann der Einsatz des Wirkstoffes als Abführmittel auch generelle Störungen im Elektrolythaushalt, Bauchschmerzen und eine Schwarzfärbung des Dickdarms zur Folge haben.
Da die Anthranoide höchstwahrscheinlich krebserregend sind, sollte man von der Selbstmedikation möglichst absehen. Es gibt weitaus schonendere und wenig aggressivere Wirkstoffe.