Arbeitsvertrag im Einzelhandel - Rechte und Pflichten

Arbeitsvertrag im Einzelhandel: Für alle Arbeitsverträge gilt, dass die wechsellseitigen Rechte und Pflichten zweifelsfrei und gerichtsfest beschrieben sein sollten.


Der Arbeitsvertrag im Einzelhandel soll – wie alle anderen Arbeitsverträge – die gegenseitigen Rechte und Pflichten des Arbeitgebers wie des Arbeitnehmers regeln. Für den Arbeitsvertrag im Einzelhandel wird der Arbeitgeber in der Regel einen in seinem Unternehmen üblichen oder von seinem Fachverband empfohlenen Mustervertrag verwenden. Ausnahmsweise kommt wohl auch ein Muster in Betracht, das aus dem Internet herunter geladen worden ist. Dort finden sich eine Fülle von Vertragsmustern.

 

 

Den Arbeitsvertrag im Einzelhandel sorgsam prüfen

  • Der künftige Mitarbeiter/die künftige Mitarbeiterin sollte auch einen solchen nach vorgegebenem Muster vorgelegten Arbeitsvertrag im Einzelhandel sorgfältig prüfen. Wenn eben möglich, sollte sich der künftige Mitarbeiter ausbedingen, den Vertragsentwurf mit nach Hause nehmen zu dürfen. Dort sollte er ihn durch einen Fachmann, etwa seiner Gewerkschaft, überprüfen lassen.

 

  • Der Vertrag muss die Parteien zweifelsfrei bezeichnen. Im Vertragstext muss angegeben sein, ab wann der Vertrag gelten soll und wie lange. Eine Befristung muss genau kalendermäßig bezeichnet sein. Die auszuübende Tätigkeit – Verkäufer/Verkäuferin, Kassierer, Hilfskraft, Lagerhelfer – muss zweifelsfrei bezeichnet werden. Sofern der künftige Mitarbeiter religiöse Bedenken, etwa gegen den Umgang mit Alkoholika hat und davon freigestellt werden will, muss dies abschließend geregelt werden.

 

Arbeitsvertrag im Einzelhandel: Pflichten klar beschreiben

  • Die Arbeitszeit muss genau beschrieben werden. Sofern in Tourismusgebieten das Verkaufsgeschäft an Sonntagen geöffnet werden darf und von dem Mitarbeiter Sonntagsarbeit verlangt werden kann, muss zweifelsfrei geregelt werden, wie anderweitig Freizeit gewährt werden soll. Falls Schichtarbeit in dem Geschäft üblich ist, muss auch die geregelt werden.

 

  • Gleiches gilt für die Bezahlung, wobei die Höhe des Stundenlohns oder des Monatsgehalts zweifelsfrei beschrieben werden sollte. Was ist mit künftigen Gehaltserhöhungen – sei es durch Tarifvertrag oder individuelle Vereinbarung.

 

  • Wenn eine Probezeit vereinbart wird, muss deren Dauer kalendermäßig eindeutig beschrieben werden. Das Kündigungsrecht des Arbeitgebers wie des Arbeitnehmers muss genau behandelt werden. Behält sich der Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung aus wichtigen Gründen vor? Was ist mit Abfindungen?

 

  • Wie Fachanwälte für Arbeitsrecht wissen, kommt es über den Arbeitsvertrag im Einzelhandel, wie bei allen anderen Arbeitsverträgen, immer wieder zum Rechtsstreit. Der arbeitsrechtliche Gerichtsstand muss daher genau angegeben werden – möglichst das für den Arbeitsort zuständige Arbeitsgericht. Nicht verlangen darf der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag eine Erklärung über eine etwaige Schwangerschaft.