Architekt werden - so geht's

Wer Architekt werden möchte, muss sich zunächst auf eine lange Ausbildungszeit einstellen, denn vor dem eigentlichen Beruf stehen Abitur, Studium und eine Bewährungsphase.


Für einen solventen Kunden eine Traumvilla entwerfen, ein luxuriöses Penthouse einrichten oder aus einer wilden Ödnis einen zauberhaften englischen Park machen – dies alles sind Träume, die dazu führen können, dass man Architekt werden möchte. Wie bereits die vorangegangene Aufzählung zeigt, muss man sich jedoch, noch bevor man eine Studienrichtung wählt, entscheiden, ob man Landschaftsarchitekt, Innenarchitekt oder Architekt der Fachrichtung Hochbau werden möchte. Für alle drei Studiengänge gilt jedoch, dass ein Abitur, beziehungsweise eine Fachhochschulreife, unbedingt erforderlich ist.

Der Weg zum Studium

  • Hat man sich entschlossen, Hochbau-Architekt werden zu wollen, steht man nun vor der Wahl des richtigen Studienortes. Architektur wird an vielen Universitäten und Fachhochschulen angeboten. Die meisten Studiengänge schließen heutzutage mit dem Bachelor beziehungsweise Master ab, welche den gewohnten Titel des Diplomingenieurs zunehmend ablösen.
  • Die Zugangsberechtigungen sind hingegen sehr verschieden und sollten bei den ausgewählten Stadtorten individuell erfragt werden. Hier können den potenziellen Studenten, die Architekt werden wollen, Auswahlverfahren zum Abfragen der künstlerischen Eignung oder auch der Abschluss einer Ausbildung in einem Beruf des Baugewerbes erwarten. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, sollte jedoch eine künstlerische Begabung in jedem Fall vorhanden sein, denn auch wenn Computerprogramme einem heute vieles abnehmen, sollte ein Architekt in der Lage sein, seinem Bauherren schnell eine Skizze einer Änderung oder eines Problems auf der Baustelle zu entwerfen.
  • Auch eine Ausbildung zum Maurer oder Dachdecker schadet in keinem Fall, denn selbst wenn dies nicht immer gefordert ist, sichert es doch später im Beruf den Respekt der Arbeiter, wenn diese wissen, der Chef war mal „einer von ihnen“ und kennt Baustellen nicht nur aus Büchern.

Im Studium spezialisieren

  • Wohingegen manche Universitäten und Fachhochschulen schon von vornherein nicht die volle Bandbreite aller Fachrichtungen der Architektur abdecken, beginnen andere mit einer generalistischen Grundausbildung und der Student, der Architekt werden will, muss die Spezialisierung alleine vornehmen.
  • Hier gilt es sich zwischen Statik, Baustoffkunde, Bauphysik und anderen praxisnahen Fächern bis hin zu abstrakteren Bereichen wie Baurecht und Kunstgeschichte zu entscheiden. Welche Pflicht- und Wahlfächer hierbei belegt werden können, muss wiederum individuell an den entsprechenden Hochschulen geklärt werden.
  • Neben der theoretischen Ausbildung ist es an vielen Standorten gängig, mindestens ein Praxissemester oder zumindest diverse Praktika in die Ausbildung mit einzubeziehen. Wer Architekt werden will, ist jedoch selbst am Ende seines Studiums noch nicht am Ziel. Ein Bachelor gilt meistens nicht als berufsqualifizierend, sodass zunächst ein Master folgen muss. Architekt darf sich aber selbst dann in Deutschland nur nennen, wer Mitglied einer Architektenkammer ist und hierzu erhält man erst nach einer mehrjährigen praktischen Tätigkeit Zugang.