Aspirin Nebenwirkungen

Wie gefährlich sind eigentlich Aspirin Nebenwirkungen? Darf Aspirin ohne Bedenken eingenommen werden?


Die Stunde im Fitnessstudio ist zu Ende und kurz darauf stellen sich die ersten Folgen des intensiven Trainings ein. Die Muskeln schmerzen, der Kopf tut weh und der ganze Körper lechzt nach Entspannung. Erfahrungsgemäß wird dieser Zustand höchstens ein paar Tage anhalten, aber warum warten? Die Werbung verspricht, dem Leiden sofort ein Ende zu setzen. Eine einzige Tablette, namens Aspirin, soll die lästigen Trainingserscheinungen umgehend verschwinden lassen.

 

Siegeszug des Aspirins
Aspirin ist eines der bekanntesten, frei verkäuflichen Medikamente überhaupt. Bereits im Jahr 1899 wurde es als Patent angemeldet, seither feiert es nicht nur in Deutschland riesige Erfolge.
Hauptbestandteil des Präparats ist die Acetylsalicylsäure (ASS). Bereits die Germanen nutzten eine der Säure ähnliche Substanz, um körperliche Beschwerden zu lindern. Durch Kochen der Weidenbaumrinde gelangten sie an den schmerzstillenden Stoff.

 

Anwendungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft
Die Hauptanwendungsgebiete des Analgetikums – ein Mittel, das Schmerzempfindungen unterdrückt – sind Fieber und Schmerzen. Vor allem bei quälenden Kopfschmerzen wird Aspirin vornehmlich eingesetzt. Aber auch bei Muskel-, Zahn-, oder Rückenschmerzen kommt die weiße Tablette zu Einsatz. Doch damit sind die Möglichkeiten noch nicht erschöpft. Aspirin kann auch gegen eine durch Gefäßverkalkung bedingte Herzmuskelverengung eingesetzt werden, da es die Fähigkeit der Blutplättchen (Thrombozyten) sich aneinander zu kleben, reduziert. Zudem wirkt die Acetylsalicylsäure antirheumatisch und entzündungshemmend.

 

Aspirin Nebenwirkungen
Frei verkäufliche Schmerzmittel, unter ihnen auch Aspirin, werden von vielen Millionen Verbrauchern völlig kritiklos angewendet. Zwar sind keine außergewöhnlich dramatischen Aspirin Nebenwirkungen bekannt, ganz so harmlos wie viele Menschen meinen, ist das Medikament aber auch nicht. Zu den häufig auftretenden Effekten nach der Einnahme gehören Übelkeit, Sodbrennen, Schwindel und Schlafstörungen. Auch Müdigkeit und Atemnot sind keine selten auftretenden Phänomene. Bei Asthmatikern kann ASS sogar einen Anfall auslösen.
Bekannt ist auch, dass die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts geschädigt werden. Infolge der, durchaus gewünschten, Blutverdünnung, können auch innere Blutungen im Magenbereich auftreten. Magengeschwüre sind die Langzeitfolge der Aspirin-Einnahme. Auch bei Kindern und Jugendlichen ist Vorsicht geboten. Da das Medikament das sogenannte Reye-Syndrom – hierbei handelt es sich um eine oftmals tödlich verlaufende Erkrankung des Gehirns – begünstigt, sollte es nur nach Absprache mit dem Hausarzt überhaupt zum Einsatz kommen. In Großbritannien ist die rezeptfreie Gabe von Aspirin an Kinder unter 16 sogar verboten. In der Schwangerschaft, hier vor allem im dritten Trimenon, ist der Konsum von Aspirin ebenfalls mit einem hohem Risiko behaftet, da das Ungeborene Fehlbildungen entwickeln kann.

 

Selbstheilung ohne Rezept
Umfragen haben ergeben, dass etwa 65 Prozent der Menschen auf die Selbstmedikation vertrauen. Wenn sich Kopfschmerzen einstellen, die Nase läuft und leichtes Fieber hinzutritt, gehen nur noch wenige Menschen direkt zum Arzt. Stattdessen führt sie ihr Weg in die nächste Apotheke, wo sie sich mit allerlei rezeptfreien Medikamenten versorgen. Dieses Verhalten ist nicht nur bei uns anerkannte Praxis bei kleineren Beschwerden. Auch in anderen Ländern vertrauen die Menschen auf ihre eigenen diagnostischen Fähigkeiten und das Gespür, bestehende Erkrankungen selbstständig heilen zu können. Aber viele Menschen sind sich der Gefahren von frei verkäuflichen Medikamenten gar nicht bewusst. Selbst rezeptfreie Tabletten und Pillen sind, selbst bei sachgemäßer Anwendung, nie ohne Nebenwirkungen. Es besteht zudem die Gefahr, dass der Patient seine Symptome und Krankheitszeichen falsch einschätzt und eventuell bestehenden Erkrankungen nicht die nötige Bedeutung beimisst.

 

Risiko-Nutzen-Rechnung
Jedes Medikament greift in den biochemischen Ablauf des Körpers ein. Auch sogenannte OTC-Präparate (Over the counter – über die Theke erhältliche Medikamente), deren Ziel die Verhütung und Verbesserung von Krankheiten ist, weisen Nebenwirkungen auf. Diese nehmen sogar noch zu, wenn die Dosierung gesteigert wird. Bei Anwendung gemäß der Packungsanleitung können solche Medikamente durchaus Krankheitssymptome lindern. Im Allgemeinen sind sie gut verträglich und risikolos. Dennoch sterben jährlich etwa 16.000 Deutsche an den Nebenwirkungen ihrer Medikamente. Im Fall von Aspirin ist das mögliche Restrisiko im Vergleich zu der Anzahl der jährlich geschluckten Tabletten zwar sehr gering, es ist aber existent. Es gibt keine Arzneien, die gänzlich nebenwirkungsfrei sind. Das Risiko einer Überdosierung und gar Todesfällen lassen sich nicht vermeiden. Auch, wenn die Anzahl der Medikamententester, diese liegt derzeit bei 5.000, deutlich erhöht würde, gäbe es dennoch keine Garantie für eine 100prozentige Sicherheit.