Egal, ob zum Spaß, im Gedächtnistraining als Einschlafhilfe, oder im Beruf – Assoziationsketten haben es in sich! Denn unser Gehirn funktioniert ähnlich wie die Google Suchmaschine im Internet. Ein Begriff der aufgeworfen wird, ein Eindruck oder eine Erinnerung zieht tausende von “Treffern” hinter sich her, die uns auf unbekannte Wege durch unseren Kopf leiten. Da kann eine Biene nicht nur den Gedanken an Honig wecken, sondern ebenso den an Stiche, den letzten Sommerurlaub oder Marmeladenbrot. Meistens sind diese sogenannten Assoziationen, die vor unserem inneren Auge aufkommen, für andere leicht nachzuvollziehen, weil jeder Mensch ähnliche Verbindungen im Laufe seines Lebens gesammelt hat. So sind Bienen meist mit bösen Stichen verbunden und Herzen mit Liebe. Andererseits können wir mit unseren Assoziationen andere Menschen auch verwirren, denn unsere subjektiven Verknüpfungen können ebenso unverständlich wie subjektiv sein. Denn wer kann schon wissen, dass jemand bei drückend schwülem Wetter nicht an Kopfschmerzen, sondern an eine lauschige Nacht am Strand denkt?
Die Reise durch den Kopf
So schickt uns unser Gedächtnis mit auftauchenden Assoziationen auf eine Reise und lässt uns von einer Erinnerung in die andere fallen. Solche eine Reise treten wir meist unbewusst an. Im Alltag werden wir mehr durch unser Unterbewusstsein gesteuert als wir annehmen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum und woher plötzliche Stimmungsschwankungen kommen, obwohl für Sie nichts Offensichtliches passiert ist? In vielen Fällen hat ein plötzlicher Abfall der Laune, Angstgefühle oder aus dem Nichts auftauchendes Unwohlsein etwas mit einer Sache zu tun, die nur unser Unterbewusstsein aufgenommen hat und an unserem Bewusstsein spurlos vorübergegangen ist. Diese Kleinigkeit, die uns doch auf eine unterschwellige Art berührt hat, hat vielleicht eine negative Assoziation ausgelöst und so die Laune getrübt. Assoziationen haben also mehr Macht über uns, als wir bislang angenommen haben.
Eine Kette mit tausend Gliedern
Eine Assoziationskette ist nichts weiter als eine Aneinanderreihung von Worten oder ganzen Sätzen. Das nächste Wort ist immer eine Assoziation auf das Vorhergegangene. Die einzelnen Glieder beziehen sich so also immer aufeinander. Eine solche Kette hat kein Ende und kann deshalb beliebig fortgeführt werden. Auf diese Art und Weise können ganze Geschichten entstehen, neue Ideen oder Erinnerungen wachgerufen werden. Assoziationsketten sind ein lustiger Zeitvertreib oder ein kreativer Prozess, bei dem neue Ideen geschaffen werden können. Jeder Mensch, so wird angenommen, durchlebt viele Male am Tag in seinem Unterbewusstsein Assoziationsketten, die wohl maßgeblich für viele kleine Entscheidungen sind.
Ideen schöpfen aus Assoziationen
Wer sich aber bewusst auf diese Reise schicken will, kann dies natürlich auch tun und wird sich wundern, welche Verknüpfungen hier zu Tage treten. Gerade in Kreativagenturen wird die Bildung einer Assoziationskette als lockeres Brainstorming durchgeführt, um Ideen zu fördern. Natürlich muss man hier immer beachten, dass solche Assoziationsketten dann streng subjektiv sind.