Asthanga Yoga: Wenn der Atem mit dem Körper tanzt

Zu sich selbst finden: Das ist Asthanga Yoga.


Das Asthanga (Vinyasa) Yoga ist eine jahrhundertealte Form des Trainings und basiert auf dem harmonischen Zusammenspiel von Atmung, Körper und Geist. Es gehört zum Kreis des Hatha-Yogas und ist Grundlage vieler anderer Yoga-Arten, etwa Power-Yoga oder dem Javamukti-Yoga.
Asthanga beruht auf einer Palmblatt-Schrift (Yoga Korunta), die wahrscheinlich bis zu 5000 Jahren alt ist. In ihr werden ausführlich die zugrundeliegende Philosophie sowie die Atemtechniken und Übungen erklärt.

Wechsel aus langsam und schnell
Das besondere am Asthanga Yoga ist der Wechsel aus statischen Körperhaltungen (Asana) und dynamischen Bewegungen (Vinyasa). Zwischen beiden herrscht ein fließender Übergang, jedes Asana bereitet den Körper auf das nachfolgende Vinyasa vor. Die einzelnen Übungsabfolgen sind unveränderlich und bestehen seit Jahrhunderten von Jahren. Man nennt sie auch Serie.
Im Gegensatz zu anderen Yogaformen wird beim Asthanga der Körper intensiv gefordert. Neben der Dehnung und Stärkung der Muskulatur, kommen auch Kraft und Ausdauer nicht zu kurz. Außerdem werden Muskulatur und Wirbelsäule gekräftigt. Während es beim Sport doch eher um die An- und Entspannung einzelner Körperpartien geht, wird im Asthanga-Yoga der Körper in seiner Gesamtheit trainiert. Durch die Aktivierung des Stoffwechsels kommt der Kreislauf so richtig in Schwung, die Vinyasas sollen diese Wärme aufrechterhalten.
Regelmäßig ausgeführt, profitiert der Körper enorm: Er wird flexibler, die Körperhaltung verbessert sich, auch die Balance und Sensibilität sind erhöht. Bestehende Beschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen können gelindert werden.

Ziel: Meditation in der Bewegung
Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, dass Asthanga Yoga mehr einem Workout gleicht, stimmt das zwar zum Teil, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn auch bei dieser Form geht es um die Erfahrung des Selbst durch Meditation. Neben den gesundheitlichen Vorteilen eines kontinuierlichen Trainings findet tiefgehende Entspannung statt, Stress wird reduziert, der Schlaf wird tiefer und entspannender. Da die Atmung intensiver wahrgenommen wird, findet man einen ganz anderen Zugang zu seinem Körper. Die eigene Leistungsfähigkeit kann besser eingeschätzt werden, zudem steigt die Konzentrationfähigkeit.

Das wahre Selbst erkennen
Wörtlich übersetzt, bedeutet „Asthanga“ so etwas wie „achtgliedriges Yoga“ oder „achtgliedriger Pfad“. Denn diese Yoga-Form beinhaltet acht spirituelle Elemente, deren Ziel die vollkommene Ruhe des Geistes ist. Erst wenn alle unerwünschten Gedanken verbannt sind, kann man sein wahres Ich erkennen.

  • Yama (Der Umgang mit anderen auf der Basis moralischer Werte)
  • Niyama (Reinigung des Selbst und Selbststudium - Umgang mit sich selbst)
  • Asana (Körperhaltung)
  • Pranayama (Kontrolle des Atems)
  • Pratyahara (Kontrolle der Sinne)
  • Dharana (Konzentration)
  • Dyana (Meditation)
  • Samadhi (Nachdenken und Selbsterfahrung)

Sich nicht überfordern
Die Übungen sind auf jeden Teilnehmer individuell angepasst. In sogenannten Mysore-Klassen erlernt jeder die Übungen selbst und der Lehrer gibt Hilfestellungen (adjustments). Ein erfahrener Lehrer ist überhaupt die Voraussetzung für ein zielgerechtes Training. Wer sich unsicher ist, ob er für die Bewegungsabläufe bereit ist, fragt seinen Hausarzt. Auch wenn gesundheitliche Beschwerden bestehen oder Sie schwanger sind, sollten Sie im Vorfeld Ihren allgemeinen Gesundheitszustand checken lassen.