Asthmaanfall - Ratgeber für Angehörige

Bei einem Asthmaanfall müssen Angehörige umgehend handeln. Wenn der Peak-flow nicht mehr im grünen Bereich ist, besteht umgehender Handlungsbedarf.


Asthma ist eine Krankheit, die in Deutschland immer häufiger auftritt. Haben Sie selbst kein Asthma, so sind vielleicht Freunde, Angehörige, Ihr Lebenspartner oder Ihre Kinder davon betroffen. Machen Sie sich daher mit der Krankheit vertraut. Sie sollten möglichst viel über die Symptome und Möglichkeiten zur Hilfestellung in Erfahrung bringen, sodass Sie im Ernstfall besonnen und schnell reagieren und den Betroffenen helfen können - sie werden es Ihnen sicherlich danken.


Vorbereitung für den Ernstfall
Einen Asthmaanfall kann den Betroffenen überall und jederzeit treffen. Daher ist es sinnvoll sich, auch als Angehöriger, auf einen Anfall vorzubereiten. Schreiben Sie sich wichtige Telefonnummern von Ärzten auf und halten Sie diese parat. Auch ist es zu empfehlen sich mit den Medikamenten und deren Einnahme vertraut zu machen, sodass sie den Betroffenen während eines Anfalls unterstützen können.
 
Ein Anfall kündigt sich an
Den meisten Asthmaanfällen gehen bestimmte Anzeichen voraus. Dazu gehört, dass sich die Peak-Flow-Werte nach und nach verschlechtern. Es entwickeln sich oftmals Atemgeräusche, Husten und andere Erkältungserscheinungen. Auch ein unruhiger Schlaf und starkes Schwitzen können Anzeichen für einen bevorstehenden Anfall sein. Nehmen Sie diese Symptome bei dem Asthmatiker wahr, sagen Sie ihm Bescheid. Es kann durchaus sein, dass es ihm nicht bewusst ist.
 
Anzeichen für einen Asthmaanfall
Erleidet ein Asthmatiker einen Asthmaanfall, wird er – wegen der Atemnot – sehr schnell einatmen, aber deutlich langsamer ausatmen, da der Atemwiderstand erhöht ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Betroffene die Luft nicht richtig ausatmen kann, gleichzeitig aber stark einatmet, überbläht sich der Brustbereich, sodass keine normale Atembewegung mehr möglich ist. Oft sind Atemgeräusche zu hören oder der Asthmatiker erleidet einen Hustenanfall.
 
Erste Hilfe
Erleidet ein Angehöriger oder Bekannter einen Anfall, sollten Sie als Erstes einmal ruhig bleiben. Der Betroffene ist vermutlich stark verängstigt. Sie müssen ihm das Gefühl der Sicherheit bieten. Sie können den Asthmatiker jetzt unterstützen, um den Anfall gut zu überstehen. Helfen Sie ihm die Notfallmedikamente einzunehmen und erinnern Sie ihn an die Lippenbremse und eine atemerleichternde Position, wie beispielsweise den Kutschersitz. Beengende Kleidung sollte gelockert werde, um das beengte Gefühl im Brustkorb – welches bei jedem Anfall auftritt – nicht noch zu fördern. Wird der Anfall nicht besser, geben Sie dem Betroffenen erneut seine Medikamente. Ist nach zwanzig Minuten immer noch keine Besserung eingetreten, rufen Sie einen Notarzt (Tel.:112).
 
Den Notfall erkennen
Bei schweren Asthmaanfällen sollten Sie umgehend einen Notarzt verständigen. Doch wie kann man einen schweren, lebensbedrohlichen Anfall von einem „normalen“ Anfall unterscheiden?
Dies ist nicht so einfach und muss individuell entschieden werden. Im Allgemeinen gilt, dass man im Zweifel lieber einen Notarzt anrufen sollte. Einige Kriterien existieren allerdings, die einem bei der Entscheidung helfen können. Treten die folgenden Symptome auf, sollten Sie umgehend einen Arzt anrufen:

 

  • Bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingernägel (Zyanose)
  • Sehr flache Atmung
  • Sprechen oder Gehen fällt dem Betroffenen sehr schwer
  • Blutgefäße im Halsbereich zeichnen sich deutlich ab
  • Der Anfall wird durch Medikamenteneinnahme nicht besser

 
Sollten Sie ein oder mehrere dieser Anzeichen an dem Betroffenen erkennen, kontaktieren Sie sofort einen Notarzt.