Atem-Biofeedback

Bei der Atem-Biofeedback-Methode wird versucht, den unbewusst ablaufenden Atemvorgang zu kontrollieren und so gezielt zur Tiefenentspannung einzusetzen. Mithilfe optischer und akustischer Signale kann der Atem sichtbar gemacht werden, schrittweise lernt der Patient ihn bewusst zu kontrollieren.


Das Atem-Biofeedback ist eine Unterart des Biofeedback (RFB), einer recht neuen Therapieform der geistigen Tiefenentspannung, die unter anderem bei psychosomatischen Störungen hilfreich ist. Dabei erhält der Patient eine Rückmeldung über seine Atmung (respiratorisches Feedback) und kann Veränderungen der Frequenz und Tiefe objektiv und direkt wahrnehmen. Durch die Vertiefung und Verbesserung der Atmung führt das Atem-Biofeedback zur gewünschten Tiefenentspannung. Diese Methode wurde in den 60er Jahren an der Universität Göttingen von dem Nervenarzt und Psychotherapeuten Prof. Leuner entwickelt.   

  

Durchführung
Die Biofeedback-Methode geht davon aus, dass der Patient durch Rückmeldung körperlicher Funktionen in der Lage ist, diese positiv zu beeinflussen. Das Ziel ist es, gesundheitsförderliche Veränderungen mit der Zeit auch im Alltag selbständig bewirken zu können. Beim Atem-Biofeedback kann der Patient auf elektronischem Wege seine Atembewegungen durch optische und akustische Signale wahrnehmen. Ziel ist es, die Bauchatmung zu erlernen und die Atmung zu intensivieren. Ein weiterer Effekt ist eine tiefe Ruhe und Gelassenheit, die sich bei der Beobachtung des eigenen Atems einstellt. 

  

Die Rückmeldung erhält der Patient mit Hilfe drahtloser Rezeptoren oder eines Dehungsmeßstreifens, die die Ein- und Ausatmung erfassen und über Signale wiedergeben. So können sonst unbewusst ablaufende Körperreaktionen wahrnehmbar gemacht werden. Dies macht es für den Patienten leichter, veränderte Körperfunktionen (zum Beispiel einen schnellen flachen Atem) auch in Stresssituationen zu bemerken und zu regulieren. Indem sich der Patient auf den Atem konzentriert, beginnt dieser, frei und ohne Manipulation zu fließen, eine tiefe Entspannung stellt sich ein.

 

Wirkung
Viele Symptome lassen sich auf eine verkrampfte und verspannte Atmung zurückführen. Durch das Bio-Feedback lernen Patienten, den Atem in einen natürlichen Fluss zu bringen. Das Ergebnis ist ein ausgeglichener Atemrhythmus. Bei Asthmatikern kann auf diese Weise vor allem die oft gehemmte Ausatmung unterstützt und so eine Verbesserung der Lungenfunktion erreicht werden. Die entstehende Entspannung kann bei körperlichen Leiden helfen, die durch Stress und Überforderung ausgelöst wurden, zum Beispiel Schlafstörungen und depressive Versagenszustände. Auch Patienten mit Ängsten und Schmerzen profitieren von der Atem-Biofeedback-Therapie. Indem die Selbstwahrnehmung durch die Atembeobachtung verfeinert wird, kann die Methode zu bleibenden positiven Veränderungen in Verhalten, Empfindungen und Einstellungen führen.  

  

Einschränkungen
Das Atem-Biofeedback sollte von einem fachkundigen Therapeuten durchgeführt werden. Bei manchen Erkrankungen dürfen keine Entspannungsübungen durchgeführt werden, hierüber gibt der Therapeut Auskunft.