Atomkraft: Lösung für Ressourcenkrise oder potenzielles Armagedddon?

Kaum eine andere Technologie ist so umstritten wie die Atomkraft. In seinen Anfängen war man begeistert, während jetzt die Angst vorherrscht.


Am Anfang stand das Atom. Es ist der kleinste Bestandteil der Materie und für das menschliche Auge unsichtbar. Otto Hahn und andere entdeckten, dass man es spalten kann und trugen somit zu einer wegweisenden Technologie und der größten Gefahr für den Menschen gleichermaßen bei.
Zu Beginn wurde die Atomkraft als Wunder gefeiert, das nicht nur für Energie sondern auch als Treibstoff für Autos, Flugzeuge und Schiffe liefern sollte. Spätestens seit dem atomaren Supergau in Tschernobyl jedoch, sind die Illusionen gestorben, es bleibt die Frage, ob Atomkraft die ultimative Lösung für alle Energieprobleme ist oder doch zu viele unüberschaubare Risiken birgt.

Das Problem der Ressourcen
Derzeit wird ein Großteil der benötigten Energie aus sogenannten fossilen Brennstoffen gewonnen, das sind Bodenschätze wie Braun- und Steinkohle, Torf, Erdgas und -öl. Im Jahre 2030 werden – Schätzungen zufolge – etwa 90 Prozent des globalen Energiebedarfs über die Verbrennung fossiler Bodenschätze gedeckt werden. Doch diese sind irgendwann aufgebraucht, Schätzungen gehen davon aus, dass diese Reserven noch etwa 200 Jahre reichen, wobei eine genaue Prognose schwierig ist. Es kommen neue Vorkommen hinzu und neue Technologien erleichtern den Abbau. Dennoch, es müssen andere Energieformen gefunden werden.

So funktioniert Atomenergie
Um an die Energie heranzukommen, wird der Atomkern gespalten, hierzu benötigt man die Hilfe bestimmter Kernbrennstoffe wie etwa Uran oder Plutonium. Diese hoch radioaktiven Stoffe werden in Brennstäben eingeschlossen, wo sie mit Neutronen beschossen werden, bis sie sich schließlich spalten. Bei dem Vorgang der Kernspaltung wird Energie freigesetzt. Den gesamten Prozess vom Abbau der Uranerze bis zu Endlagerung der abgebrannten Brennelemente nennt man Brennstoffkreislauf.

Atomkraft in Deutschland
Derzeit gibt es 17 Atomkraftwerke in Deutschland, dazu kommen zahlreiche Zwischenlager, in denen die Brennelemente aufbewahrt werden. Dieses AKWs liefern einen beträchtlichen Teil des Stroms, der in deutschen Haushalten benötigt wird, insgesamt macht die Kernenergie etwa 24 Prozent der Stromproduktion in Deutschland aus.
Global gesehen ist Deutschland nicht das einzige Land, das sich um den Ausstieg aus der Kernergie bemüht. Auch andere Länder haben bereits den Ausstieg beschlossen oder ihn vollendet, darunter
Österreich, Italien, Belgien und Schweden. In Deutschland fand nach der anfänglichen Euphorie über die neue Stromquelle seit den 1970ern ebenfalls ein Umdenken statt. Aktiv bemüht sich Deutschland seit 1998 um den Atomausstieg. Im Jahre 2002 einigten sich die rot-grünen Parteien und die Energiekonzerne auf den sogenannten Atomkonsens, der den Atomausstieg bis zum Jahr 2021 regelt. In diesem Jahr soll auch das letzte noch aktive Kernkraftwerk abgeschaltet werden. Jedoch forderten die Energiekonzerne in den vergangenen Jahren, dass die Laufzeit der AKWs verlängert wird.

(Letztmalig aktualisiert 13. Juli 2009)