Atomkraft: pro und contra

Es ist leicht, Argumente gegen die Atomkraft zu finden, aber es gibt auch Aspekte, die für den Zukunfts-Strom sprechen.


Neusten Umfragen zufolge (Juli 2009) halten etwa 54 Prozent der Bundesbürger Atomkraft für unsicher. Darüber hinaus könne den Deutschen zufolge das Festhalten an der Kernergie die Weiterentwicklung alternativer Energien behindern. Dieses Misstrauen in die Sicherheit ist angesichts der Ereignisse im AKW Krümmel sicher nicht verwunderlich. Das Kernkraftwerk südöstlich von Hamburg machte in den vergangenen Jahren mehrmals Negativschlagzeilen. Von defekten Schaltern über Notabschaltungen hin zu Ausfällen wichtiger Bauteile – die Verunsicherung ist groß. Dennoch – es gibt weltweit 210 Anlagen – kann ein einziges Werk alle anderen, tadellos arbeitenden Werke so sehr in Misskredit bringen, dass ein Ausstieg unausweichlich ist oder sind die Sicherheitslücken nur ein Einzelfall? Zeit, das pro und contra abzuwägen.

Gründe für Atomkraft: Saubere Umwelt und besseres Klima

1. Treibhausgase und Umwelt
Atomkraft ist sauber und im Gegensatz zu der Verbrennung fossiler Bodenschätze kein Co2-Klimakiller. Sagt man. Vergessen wird jedoch oft, dass der Abbau der Uranerze mit viel Energieaufwand verbunden ist. Hinzu kommt, dass für die Kühlung der Brennstäbe viel Wasser benötigt wird. Auch die Aufbereitung der Brennstäbe ist sehr Co2-intensiv.
Positiv ist zu bewerten, dass es keine schädlichen Co2-Emissionen gibt, die den Klimawandel noch weiter vorantreiben. Auch die Staubbelastung und Radioaktivität, die etwa bei der Verbrennung von Steinkohle an die Atmosphäre abgegeben wird, entfällt komplett.

2. Abhängigkeit
Es ist leider so, dass keine der alternativen Energieformen mit der Stromerzeugung aus Kernkraftwerken mithalten kann. Sie sind noch nicht weit genug entwickelt, um auch nur annähernd die Mengen zu produzieren, die gebraucht würden. Dazu kommt, dass mit einer weiteren Steigerung der Kernkraft die wertvollen Bodenschätze geschützt werden.

3. Wirtschaft und Kostenfaktor
Das Hauptargument für Atomstrom ist oft der Kostenfaktor. Ja, Atomstrom ist (noch) billig. das ist aber deshalb so, weil er vom Staat subventioniert wird. Seit den fünfziger Jahren hat es Investitionen in Milliardenhöhe gegeben. Außerdem sind AKWs ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Würden alle 17 von heute auf morgen abgeschaltet, wäre nicht nur die Stromversorgung unsicher sondern auch etwa 140.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Gründe gegen Kernenergie: Millionen Menschenleben in Gefahr
Immer wieder machen Aktionen und Demonstrationen grüner Organisation und Parteien auf die vielfältigen Gefahren der Kernkraft aufmerksam. Wir haben die drei wichtigsten näher untersucht.

1. Radioaktiver Müll
Allein in Deutschland entstehen jedes Jahr 400 Tonnen radioaktiver Müll, der aus den abgebrannten Brennelementen entsteht. Und diese müssen irgendwo entsorgt werden. Das Problem ist aber, dass der Müll erst endgelagert werden kann, wenn die Radioaktivität so weit zurückgegangen ist, dass keine Gefahr mehr für die Bewohner besteht. Dieser Prozess kann aber bis zu 100.000 Jahre andauern. Fakt ist: Das Problem des Atommmülls wird noch viele nachfolgende Generationen beschäftigen. Bis eine endgültige Lösung für den Atommüll gefunden ist, lagert man ihn in Zwischenlagern in sogenannten Castor-Behältern.

2. Atomunfälle
Zahlreiche Unfälle in der Geschichte in der Kernenergie offenbaren zum einen die Schwachstellen der Technologie und machen klar, dass es unmöglich ist, für hundertprozentige Sicherheit zu sorgen. Zudem steigt mit jedem weiteren Jahr das Risiko eines Unfalls weiter an. Bestes Beispiel ist der atomare Super-GAU in Tschernobyl, dem bis heute etwa 50.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Auch die Vorfälle auf Three Mile Island und Krümmel sorgen für ein mulmiges Gefühl. Neben menschlichem Versagen sind auch die äußeren Umstände nur schwer kontrollierbar. Diese Gefahr besteht besonders in politisch instabilen Regionen und erdbebengefährdeten Zonen.

3. Terrorgefahr
Niemals auszuschließen ist schließlich die Gefahr eines Terrorangriffs. Die Betonwände eines Kernkraftwerks können dem Angriff eines Flugzeugs nicht standhalten. Wenn so ein Fall eintritt, wären hunderttausende Menschenleben bedroht, die Atomkraft hätte tödliche Auswirkungen.

(Letztmalig aktualisiert 13.7.2009)