Auch Angehörige von Suchtkranken brauchen Hilfe

Mit seiner Sucht kämpft der Süchtige nie allein. Angehörige von Suchtkranken geraten sehr häufig in eine sogenannte Co-Abhängigkeit, bei der ihnen geholfen werden muss.


Dass auch Angehörige von Suchtkranken derartige Probleme und Konflikte durchleben, ist der breiten Masse so gar nicht wirklich bekannt. Wenn es um eine Suchterkrankung geht, dann steht zumeist nur der eigentlich Süchtige im Vordergrund. Die Menschen im Hintergrund werden dagegen oftmals übersehen – oder einfach vergessen.

Jeder zehnte Deutsche ist co-abhängig
Betrachtet man die Anzahl der an einer Sucht erkrankten Menschen in Deutschland, so wird einem schnell klar, dass die Zahl der Co-Abhängigen weitaus höher liegen muss. Mehr als eine Million Deutsche sind in einer Sucht gefangen und ziehen ihre Partner, Kinder, weitere Familienangehörige und Freunde in diesen Teufelskreis mit hinein. Schätzungsweise kommen auf einen Suchtkranken im Schnitt bis zu acht Personen, die unter der Sucht mitleiden. Das bedeutet, dass fast jeder zehnte Bundesbürger betroffen ist. Angehörige von Suchtkranken dürfen also nicht mehr länger ignoriert werden!

Stilles Leiden auf der Suche nach Aufmerksamkeit
Angehörige von Suchtkranken leiden nicht öffentlich, schließlich wollen sie stark sein für den Menschen, der ihre Hilfe doch so sehr braucht. Ihr Leiden geschieht im Verborgenen, die Außenwelt bekommt davon nur selten etwas mit.
Es ist vor allem ein ausgeprägtes Helfersyndrom, das jemanden co-abhängig werden lässt. In Kombination mit einem mangelnden Selbstwertgefühl kann es passieren, dass der Süchtige als Lebensmittelpunkt angesehen wird. Die Aufopferung für diese Person wird für viele Angehörige von Suchtkranken zum einzigen Sinn ihres Daseins. Dabei verfallen sie aber regelrecht selbst in eine Form der Sucht – sie werden süchtig nach Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Folgen einer Co-Abhängigkeit
Bei einer Co-Abhängigkeit liegt eine nicht-stoffliche Sucht vor. Es wird demnach keine bestimmte Substanz wie zum Beispiel Alkohol oder Drogen gebraucht, um weiterhin existieren zu können. Dennoch hat auch solch eine Co-Abhängigkeit Auswirkungen auf den Körper. So gibt es unter anderem Angehörige von Suchtkranken, die aufgrund ihrer Hingabe an Burnout, Migräne oder Essstörungen erkranken. Wieder andere leiden unter Angstzuständen oder sogar Wahnvorstellungen. Eine gute Möglichkeit, um diese Probleme in den Griff zu bekommen, sind Selbsthilfegruppen. Angehörige von Suchtkranken müssen für sich erkennen, dass sie mit ihrem Leid nicht allein sind.