Wer auch nach dem Tod seinem Leben einen konkreten Sinn geben will, kann seinen Körper als Studien- oder Forschungsmaterial der Wissenschaft vermachen. So leistet man der Allgemeinheit einen wertvollen Dienst. Schließlich müssen Ärzte in Ausbildung anatomische Kenntnisse entwickeln, das ist ein verpflichtender Teil der ärztlichen Ausbildung. Natürlich geht das an echten Menschen weitaus besser als an Modellen oder gar nur mithilfe von Lehrbüchern.
Vor dem Tod Entscheidung schriftlich festhalten
Der Verstorbene muss jedoch noch zu Lebzeiten schriftlich festhalten, dass er seinen Körper einem bestimmten anatomischen Institut spenden will. Wegen der sonst erhöhten Kosten nehmen anatomische Institute meist nur Körperspenden aus dem näheren Umfeld auf. Wer sich für eine Körperspende entscheidet, muss sich jedoch keine Sorgen machen, dass sein Körper plastiniert wird, daraus also ein Dauerpräparat entsteht. Dies müsste man vor dem Tod explizit erlauben und ebenfalls schriftlich festhalten. Die anatomischen Institute der Universitäten bieten meist Formulare, die einfach nur ausgefüllt werden müssen.
So wird’s gemacht
Die sterblichen Überreste werden einem anatomischen Institut überreicht und für Lehr- oder Forschungszwecke verwendet. Nachdem der Körper nicht mehr gebraucht wird, wird er dann auf Kosten des Instituts eingeäschert. Meist kann diese Totenasche auch in einem Familiengrab beigesetzt werden. Diese Kosten werden allerdings meist nicht übernommen.
Wer kann es machen?
Doch nicht jeder Verstorbene ist zur Körperspende geeignet. Wer an einer ansteckenden Infektionskrankheit, wie zum Beispiel Hepatitis, HIV oder Salmonellose litt, wessen Körper einer Obduktion unterzogen wurde oder durch einen Unfalltod gestorben ist, ist für eine Körperspende nicht geeignet. Auch Körper, die bereits Anzeichen einer Verwesung zeigen, sind für die Körperspende nicht geeignet.
Lieber Organ- als Körperspende
Die Körperspende ist erst ab einem Alter von ewa 50 Jahren sinnvoll. Wer helfen will, kann sich stattdessen auch für eine Organspende entscheiden. So kann man schließlich noch konkret Leben retten. Deswegen sollte man sich auf jeden Fall einen Organspendeausweis zulegen. Auch Menschen über 50 Jahren können mit ihren Organen noch Leben retten. Zwar eignen sich bei jüngeren Menschen oft noch mehr Organe als bei Älteren, dennoch kann beispielsweise die gesunde Niere eines verstorbenen Rentners noch Leben retten. Besonders beim Gewebe, zum Beispiel bei Augenhornhäuten oder Gehörknöchelchen ist das Alter des Spenders unwichtig.