Die Gründe, den Ausstieg zu versuchen, könnten nicht zahlreicher sein. Vor allem die gesundheitlichen Auswirkungen des Zigarettenkonsums werden spürbar zurückgehen. Das vielleicht schlagkräftigste Argument ist die Steigerung der eigenen Lebenserwartung. Studien haben gezeigt, dass der Gesundheitszustand von Ex-Rauchern, die noch vor dem 35. Lebensjahr aufgehört haben, keinen Unterschied zu lebenslangen Nichtrauchern aufwies.
Neben den zahlreichen Risiken, schwere Krankheiten zu bekommen, ist auch das allgemeine Lebensgefühl eingeschränkt: bei längeren Strecken geht die Luft aus, das Essen schmeckt nicht mehr wie früher, der Geruchssinn ist eingeschränkt und die Freundin zögert, bevor sie Ja zu einem Kuss sagt. Aufhören zu rauchen zahlt sich also aus.
Erscheinungsbild verbessert sich merklich
Doch nicht die Gesundheit profitiert von einer Tabakentwöhnung, auch das körperliche Empfinden und das äußere Erscheinungsbild werden sich erkennbar bessern. Zunächst wird man bereits nach dem ersten rauchfreien Tag frischer und angenehmer riechen, denn der Kleidung und den Haaren haftet nicht mehr der Tabakgeruch an. Auch der leidige Mundgeruch verschwindet. Die Langzeitfolgen machen sich nach einigen Tagen und Wochen bemerkbar: so gehen die gelblich-braunen Zahnbeläge zurück, auch die Ablagerungen an den Fingern und den Nägeln klingen ab. Die Hautfarbe wird sich normalisieren, von einem fahlen Grau hin zu einem frischen Teint. Auch die freien Radikale- zellschädigende Substanzen in der Zigarette-, können nun weniger Schaden anrichten; mit sichtbaren Folgen, die feinen Falten gehen zurück. Die vorzeitige Hautalterung wird gestoppt. Kollagen, das für die Straffheit und Elastizität der Haut verantwortlich ist, wird wieder verstärkt gebildet, ein jugendlicheres Aussehen ist die Folge.
Aufhören zu rauchen positiv für Persönlichkeitsentwicklung
Nach einigen Wochen wird sich auch eine verbesserte Fitness zeigen, da die Lunge nun das schädliche Kohlenmonoxid, das sich beim Rauchen an die roten Blutkörperchen anlagert, durch gesunden Sauerstoff ersetzt hat. Die Ausdauer und Kondition steigern sich, körperliche Anstrengungen führen nicht mehr zu Atemnot. Kurzum: Nichtraucher sind länger attraktiv und vital.
Aber der Rauchstopp hat auch positive Auswirkungen auf das Innere Ich. Indem man den Absprung schafft, beweist man sich und anderen Willensstärke, die sich ohne Weiteres auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt. Viele Ex-Raucher haben mit der Entwöhnung einen neuen Lebensabschnitt begonnen, der häufig mit anderen positiven Veränderungen einhergeht. Der Nikotinentzug ist eine wichtige Lebenserfahrung, eine Art Persönlichkeitsentwicklung, die auch ein gesteigertes Bewusstsein für andere Bereiche des Lebens hervorruft. Man realisiert, dass man die Umwelt nicht mehr mit den giftigen Substanzen des Tabakrauchs schädigen möchte. Ein positives und attraktives Selbstbild tritt an die Stelle eines unfreien Menschen, der nur von seiner Nikotinsucht beherrscht wird.
Die spätere Vorbildfunktion für die Kinder darf natürlich auch nicht erwähnt bleiben.
Nicht zuletzt ist auch die Kostenersparnis ein wichtiges Überzeugungsmoment, endlich aufzuhören. Ein simples Rechenbeispiel verdeutlicht das Ausmaß der Ersparnis. Bei nur einer Schachtel täglich (etwa 4 €), spart man monatlich 84 €. Im Jahr sind das 1008 €. Ein kleiner Urlaub, der einfach in die Luft geblasen wird.
Das Aufhören lohnt sich
Aufhören lohnt sich immer, auch noch nach 20 oder 30 Jahren Nikotinkonsum. Bereits nach 20 Minuten zeigen sich erste Auswirkungen. Der Puls, Blutdruck und die Körpertemperatur in Händen und Füßen normalisieren sich. Acht Stunden nach der letzten Zigarette wurde das Kohlendioxid im Blut wieder durch Sauerstoff ersetzt. Das Herzinfarktrisiko ist bereits nach einem Tag deutlich gesunken. Nach zwei Tagen beginnt die Regeneration geschädigter Zellen, die Nervenenden bilden sich neu, als Folge verbessert sich der Geruchs- und Geschmackssinn. Etwa zwei bis drei Monate später hat sich der gesamte Kreislauf stabilisiert, die Lunge arbeitet wieder besser und effektiver.
Nach den ersten neun Monaten kommt es zwar noch verstärkt zu Hustenanfällen, Verstopfungen der Nasennebenhöhlen und Angespanntheit, gleichzeitig gehen aber die Kurzatmigkeit und die Infektionsgefahr zurück.
Raucher, die den Ausstieg für ganze zwei Jahre durchgehalten haben, können sich über ein deutlich verringertes Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko freuen. Nach weiteren drei Jahren hat sich das Lungenkrebs-, Mundhöhlen-, Luft- und Speiseröhrenkrebsrisiko bereits halbiert. Nach zehn rauchfreien Jahren gleicht das Lungenkrebsrisiko dem eines Nichtrauchers. Schließlich, nach 15 Jahren, ist auch die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, so gering wie bei einem abstinenten Menschen.
Nichtraucher werden – Abschied für immer
Rauchen ist männlich. Testosteron-geschwängerte Luft, wenn die Werbecowboys über die Leinwand reiten. Cool und lässig sitzen sie auf ihren Pferden und tun, was harte Kerle im amerikanischen Westen eben so machen. Nach getaner Arbeit ein tiefer Zug an der Zigarette, verführerisch schlängelt sich der Rauch in die Höhe, verschmilzt mit dem orangeroten Sonnenuntergang. Rauchen ist auch erotisch. Wie die Männerhand, braun gebrannt, die Haut gegerbt, die Zigarette an den Mund führt – erotischere Signale gibt es kaum. Ein Hauch von Lagerfeuerromantik, Abenteuer und Freiheit bleibt zurück.
Die Werbung ist aus, das Leben geht weiter.
Rauchen – die harte Realität
Bei kaum einem anderen Produkt sind die Unterschiede zwischen Image und Wirklichkeit so frappierend wie bei Zigaretten. Im wahren Leben möchten etwa ein Drittel der 20 Millionen Raucher mit dem Laster aufhören. Gründe haben diese Menschen viele. Denn Nikotin zählt zu den Gefahr bringendsten Drogen überhaupt. Laut der „Liste der gefährlichsten Drogen“ des englischen Pharmakologen David Nutt rangiert Nikotin sogar noch vor Cannabis, LSD und Ecstasy.
Zigaretten sind aber weitaus mehr- nämlich häufig tödlich. Jährlich sterben etwa 40.000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Schlaganfälle, Herzinfarkt oder Lungenkrebs führen die Todesstatistik ehemaliger Raucher an.
Raucher lassen sich von diesen Fakten nicht beeindrucken, denn sie genießen jede einzelne Zigarette. Aber auch das ist ein Vorurteil. Die meisten Raucher fühlen sich ohnmächtig und ausgeliefert. Nikotin wird zur Hass-Liebe. Die Sucht hat sie fest im Griff und ist nicht bereit, sie schnell wieder gehen zu lassen.
Auch erotisch ist rauchen nicht. Laut einer aktuellen Umfrage ist Rauchen alles andere als sexy. Etwa 45 Prozent der befragten Nichtraucher fühlten sich von dem rauchenden Gegenüber angewidert oder sogar abgeschreckt. Derart gehemmt finden sogar menschliche Kontakte, wie etwa ein Date oder ein intimes Tête-à-tête nicht statt. Die Selbsteinschätzung der Raucher wich wahrlich von den Umfrageergebnissen ab, so meinten lediglich sechs Prozent, dass ihr Laster der Grund für einen Korb gewesen sein könnte.
Ein anderer werden - die Zigarette als Persönlichkeitsverstärker
Die berühmte Raucherpause ist nur ein Beispiel für die soziale Macht, über die Zigaretten verfügen. Die Arbeit ist beschwerlich, ein paar hastige Züge an der Fluppe, nebenbei ein Plausch mit den Kollegen aus dem zweiten Stock. Auch in der Kneipe oder dem gemütlichen Dinner im rustikal-gemütlichen Lokal gehört sie einfach dazu. Zigaretten sind gruppenbildend. Nichtraucher müssen ziemlich einsame Menschen sein, denkt man. Ganz allein sitzen sie in ihrem stillen Kämmerchen und bereuen, nie mit dem Rauchen angefangen zu haben. Aber es ist nie zu spät. Plötzlich ist man wer, gehört dazu, aus einem Mauerblümchen wird der Star des Nachtlebens. Natürlich ist das soziale Potenzial einer Zigarette auf die Spitze getrieben, aber so mancher hat eben doch einen Schub neuen Selbstbewusstseins erhalten, als er sich seine erste Zigarette angezündet hat. Dass es angesichts dieses stark sozialen Moments vielen schwer fällt, das Laster aufzugeben, mag nicht übermäßig verwundern.
Nein sagen – der Entschluss wird gefasst
Die andere Seite ist weniger romantisch. Die zwischenmenschliche Seite kann auch unangenehm sein, wenn der eine Partner raucht und der andere nicht.
Morgens, die Sonne findet ihren Weg durch die halb geöffneten Jalousien, wirft ein Licht auf das schlafende Paar. Er erwacht, blinzelt kurz und greift instinktiv zu seiner Zigarettenschachtel, die immer griffbereit auf dem Nachttisch liegt. Der erste Zug, die Lunge brennt, das Wohlgefühl stellt sich ein, ein Seitenblick auf seine Partnerin. Die noch in Morpheus Armen liegt. Plötzlich ein starkes Schuldgefühl, er hatte ihr versprochen, aufzuhören. Aber gestern Abend ist er schwach geworden, das Meeting war so stressig, auf dem Nachhausweg hat er sich noch schnell seine Lieblingsmarke Zigaretten gekauft. Seit Jahren geht das so, er verspricht aufzuhören, auch wegen seiner Gesundheit, aber nie schafft er es. Diesmal wird er den Absprung wagen, denn sein Arzt hat ihn gewarnt. Der Husten wird immer schlimmer und die Ablagerungen in der Lunge sehen auch nicht gut aus.
Der Wille ist da, nur der Körper muss überzeugt werden, ebenfalls zu wollen.
Verschiedene Methoden, die unterschiedliche Zielstellungen verfolgen, haben sich beim Nikotinentzug bewährt. Nur die geeignete muss noch gefunden werden.
Lebewohl sagen- für immer. Es fällt schwer, aber diverse Erfolgsgeschichten machen Mut- auch für Sie.