Aus der Kirche austreten: Hindernisse und deren Überwindung

Aus der Kirche austreten: kein Ding der Unmöglichkeit. Wenden Sie sich hierfür an die staatlichen Verwaltungsstellen, beantragen Sie den Kirchenaustritt und lassen Sie sich eine Austrittsbestätigung überreichen.


Manche Menschen möchten aus der Kirche austreten. Oftmals jedoch schrecken sie vor diesem letzten Schritt zurück. Dabei gestaltet sich ein Austritt gar nicht so kompliziert.
 
Kirchenaustritt ist Staatssache

  • Jedem getauften Bürger der Bundesrepublik Deutschland wird mit Vollendung des 13. Lebensjahres das Recht zugestanden, aus eigenständigem Entschluss und ohne die Notwendigkeit eines Leumunds aus der Kirche auszutreten. Da der Kirchenaustritt in Deutschland unter den staatlichen Angelegenheits- und Verwaltungsbereich fällt, müssen Sie je nach bundesländlicher Bestimmung vor dem örtlichen Standesamt oder Amtsgericht persönlich erscheinen. In der Regel reicht es, wenn Sie einen Personalausweis oder Reisepass bei sich tragen.
  • Auf dieser Behördenstelle werden Sie gebeten, ein Formular auszufüllen oder einem protokollierenden Beamten die notwendigen Informationen mündlich mitzuteilen. Lassen Sie sich unbedingt eine Bestätigung Ihres Kirchenaustritts aushändigen.
  • Diese Vorsichtsmaßnahme hat mehrere Gründe. Zum einen werden die Austrittserklärungen in den staatlichen Archiven nach einer festgelegten Frist gelöscht, zum anderen können Sie bei möglichen kirchenbehördlichen Aufforderungen zu einer nachträglichen Kirchensteuerzahlung Ihren Austritt beweisen.

Die Aufforderung zu einem Gespräch

  • Nach der Abgabe Ihres Antrags, aus der Kirche austreten, übermitteln die staatlichen Stellen die Information an die lokale Kirchenverwaltung weiter. Daraufhin wird ein persönliches Beileidsschreiben des örtlichen Gemeindepfarrers eintreffen, in dem er Sie bitten wird, mit ihm ein Gespräch über die Beweggründe Ihres Austritts und die kirchenrechtlichen Konsequenzen einer solchen Handlung zu führen.
  • In der Regel versucht der Geistliche, Ihnen die Nachteile eines Austritts aus der christlichen Glaubensgemeinschaft darzulegen. Es besteht allerdings keinerlei rechtliche Verpflichtung, dieser Einladung nachzukommen.

Aus der Kirche austreten: mögliche Probleme

  • Wenn Ihr Wohnsitz sich im Ausland befindet, Sie also nicht in dem Land gemeldet sind, in dem Sie getauft wurden, kann Ihnen ein Austritt anfangs verwehrt bleiben. Es ist also von Vorteil, wenn Sie im Land Ihrer Taufe einen Wohnsitz anmelden können.
  • Weiterhin müssen Sie sich bei einem Kirchenaustritt auch auf die Zahlung einiger Verwaltungsgebühren einstellen, die je nach Bundesland in einem Umfang von fünf bis 100 Euro verlangt werden. Nehmen Sie also am besten ein bisschen Geld mit, wenn Sie aus der Kirche austreten wollen.