Ausbildung als Sanitäter – Ablauf

Leben retten als Beruf – doch ein Medizinstudium ist Ihnen zu lang? Mit einer Ausbildung zum Sanitäter kann dem abgeholfen werden


Die Ausbildung als Sanitäter ist keine anerkannte Berufsausbildung nach einem staatlichen Berufsbild. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes sind üblicherweise ausgebildete Rettungsassistenten. Wenger qualifizierte Mitarbeiter werden als Rettungshelfer bezeichnet. In Deutschland sind etwa 47.000 Menschen im Rettungsdienst beschäftigt. Nicht berücksichtigt werden soll hier die Ausbildung zum Sanitäter von Mitarbeitern von Sportvereinen oder ähnlichen Einrichtungen in der Ersten Hilfe. Auch solche Menschen werden umgangssprachlich als Sanitäter bezeichnet. Weil es kein staatlich vorgeschriebenes Berufsbild für die Ausbildung als Sanitäter gibt, haben die Rettungsorganisation sehr unterschiedliche Ausbildungswege

Mögliche Ausbildungswege
Bei Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfallhilfe, dem Malteser Hilfsdienst, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem THW, der DLRG sind die Bezeichnungen für die Ausbildung als Sanitäter recht unterschiedlich und teilweise widersprüchlich. Was beim Malteser Hilfsdienst ( MHD ) und der Johanniter Unfallhilfe unter der Bezeichnung Sanitätshelfer läuft, ist bei anderen Hilfsorganisationen ein Sanitäter. Beim MHD gibt es zusätzlich noch die Qualifikation zum Einsatzsanitäter, zu der unter anderem ein vierwöchiges Klinikpraktikum zu absolvieren ist. Beim Arbeiter-Samariter-Bund ( ASB ) gliedert sich die Ausbildung zum Sanitäter in drei Stufen: Einem Erste-Hilfe-Aufbaulehrgang ( EHA ), einem Sanitätshelferlehrgang ( SHL ) und einem Sanitätsdienstlehrgang ( SDL ). Die erfolgreich bestandene Prüfung im EHA berechtigt zur Bezeichnung Helfer, die im SHL zum Sanitätsersthelfer und die im SDL zum Sanitätshelfer. Sanitätshelfer werden in der Regel in Sanitätswachdiensten sowie im Sanitätsdienst des Katastrophenschutzes eingesetzt. Vereinzelt fahren sie als Praktikant in einem Krankentransportwagen oder einem Rettungswagen mit. Der Einsatz eines Sanitätshelfers erfolgt fast ausschließlich ehrenamtlich.

Die Ausbildung als Sanitäter qualifiziert zum Rettungs- oder Rettungsdiensthelfer
Rettungsdiensthelfer oder Rettungshelfer sind die klassischen Sanitäter, die etwa. bei Verletzungen während einer Sportveranstaltung sofort zur Stelle sind. Zivildienstleistende werden ebenfalls als Rettungsdiensthelfer ausgebildet, um Rettungssanitäter und Rettungsassistenten in ihrer Arbeit zu unterstützen. Häufig werden Rettungsdiensthelfer und. Rettungshelfer als Fahrer bei qualifizierten Krankentransporten und von Notarztzubringern eingesetzt.  In der 320 Stunden umfassenden Ausbildung als Sanitäter erwerben Rettungsdiensthelfer/ Rettungshelfer grundlegende Kenntnisse der menschlichen Anatomie und Physiologie, vertiefen ihr Wissen über häufige Krankheitsbilder und Notfälle im Krankentransport und Rettungsdienst und lernen den Umgang mit medizinischen Geräten und deren Vorbereitung. Der theoretischen Ausbildung als Sanitäter über 160 Stunden schließt sich ein ebenso langes Praktikum als Sanitäter in der Rettungswache an.

Zusätzliche Informationen für einzelne Bundesländer
In Nordrhein-Westfalen ist es möglich, den sogenannten kleinen Rettungshelfer-Schein zu erwerben. Die Ausbildung zum Rettungshelfer NRW setzt sich aus je 80 Stunden theoretischer Schulung und Rettungswachenpraktikum zusammen und schließt mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung vor dem Gesundheitsamt ab. Außerdem wird zum Erwerb des kleinen Rettungshelfer-Schein in NRW Erfahrung im Einsatz beim Rettungsdienst verlangt. In Hessen ist die Ausbildung zum Rettungshelfer ebenfalls gesetzlich anders als in anderen Bundesländern geregelt. Dort darf man sich nach einer 4-wöchigen theoretischen Ausbildung und einer 2-wöchigen klinisch-praktischen Ausbildung Rettungshelfer nennen. Um langfristig im Rettungsdienst oder bei Krankentransporten als Sanitäter tätig sein zu dürfen, muss ein Rettungshelfer bzw. Rettungsdiensthelfer sich regelmäßig fortbilden. Abhängig vom jeweiligen Bundesland ist pro Jahr eine bestimmte Stundenzahl an Fortbildung oder Tätigkeit im Rettungsdienst für Rettungshelfer/ Rettungsdiensthelfer verpflichtend.

Die Ausbildung als Sanitäter erfolgt weitgehend im Ehrenamt
Rettungssanitäter werden im Rettungsdienst bei der Notfallrettung als Fahrer bzw. Beifahrer von Rettungs- und Notarztwagen oder Notarzteinsatzfahrzeugen oder beim qualifizierten Krankentransport als Transportführer eingesetzt. Ein Rettungssanitäter kann lebensbedrohliche Ereignisse als solche einschätzen und diese bis zum Einsatz des Notarztes unter Kontrolle behalten. Rettungssanitäter unterliegen der Verantwortung von Rettungsassistenten. Rettungsassistenten haben eine weitergehende Ausbildung und Schulung und werden hauptberuflich von Feuerwehren und in Rettungswachen eingesetzt Ihre Bezahlung erfolgt nach Tarifvertrag