Vor allem viele junge Mädchen träumen davon, später einmal eigene Mode entwerfen und verkaufen zu können. Dazu gibt es in der Regel zwei Wege, diesen Beruf zu verwirklichen und professionell Kleidung herzustellen. Zum einen kann man an wenigen Schulen beziehungsweise Universitäten Modedesign studieren. Dieser Studiengang ist von den Inhalten sehr vielseitig und wird mit einem Bachelor abgeschlossen. Es gibt jedoch auch den Weg eine Ausbildung als Schneider zu absolvieren, um das Handwerk zu erlernen und danach unabhängig in die Textilbranche einzusteigen. Dies muss in diesem Fall auch nicht zwingend die Modebranche sein.
Berufsbild und Anforderungsprofil
Eine Ausbildung als Schneider konnte vor einigen Jahren noch mit einem Hauptschulabschluss angetreten und ausgeführt werden. Wie es in den meisten Berufen heute der Fall ist, sind jedoch auch in diesem Berufsfeld die Anforderungen gestiegen. Eine mittlere Reife, auch Fachoberschulreife genannt ist deswegen mittlerweile Voraussetzung. Das Abitur oder Fachabitur ist jedoch nicht zwingend erforderlich, wie es zum Beispiel beim Modedesignstudium notwendig ist. Eine Ausbildung als Schneider dauert in den Regel drei Jahre. Die Ausbildung kann in Betrieben des Schneiderhandwerks, in Maßateliers oder bei Modedesignern ausgeübt werden. Bei diesem Ausbildungsgang handelt es sich um eine duale Ausbildung. Der praktische Teil der Lehre wird im jeweiligen Betrieb absolviert und parallel dazu wird in der Regel ein bis zwei Mal wöchentlich eine Berufsschule besucht, um auch theoretisch in die Materie eingeführt zu werden. Der Inhalt der Schulfächer hat sich in den letzten zehn bis zwanzig Jahren dabei maßgeblich geändert. Hinzugekommen sind auch Fächer wir ‘Visuelle Kommunikation’ oder Marketing, in denen der Auszubildende auch lernt, wie es sich und seine Arbeit im späteren Berufsleben vermarktet und präsentiert. Auch mathematisches Verständnis ist Voraussetzung für einen solchen Berufsweg. Das Fach Mathematik sollte bei der Berufswahl keinesfalls unterschätzt werden. Das Berufsbild des Schneiders ist nämlich nicht nur ausschließlich kreativ. Auch räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick sollte ein angehender Schneider mit in die Ausbildung bringen. Wer sich nach der Ausbildung dazu entscheidet, eigene Kollektionen zu schaffen, sollte zu dem noch über ein ausgeprägtes Trendgespür und ein Gefühl für Stoffe und Farben verfügen.
Der Ablauf des Studiums
Nach circa zwei Jahren der Ausbildung als Schneider hat der Lehrling eine Zwischenprüfung zu absolvieren, die aus einem theoretischen Teil besteht und zum anderen aus einer praktischen Arbeit. Im theoretischen Teil werden überwiegend Lehrinhalte aus der Berufsschule geprüft. In der praktischen Arbeit hat der Auszubildende unter genauen Vorgaben ein Kleidungsstück zu Schneidern oder zu ändern und muss somit verschiedene erlernte Techniken anwenden und sein Können unter Beweis stellen. Nach Vollendung des dritten Ausbildungsjahres steht dann die Abschlussprüfung bevor, in der ähnliche Aufgaben mit höherem Anforderungsprofil gestellt werden. Die Arbeitswoche in einer Ausbildung als Schneider hat gewöhnlich 40 Stunden, so wie es auch in anderen Berufen üblich ist. Das Gehalt in einer Ausbildung als Schneider beträgt im ersten Jahr circa ab 300€ aufwärts, wobei sich das nicht pauschalisieren lässt und von der Ausbildungsstätte abhängig ist.
Ausbildung beendet – Und nun?
Wer die Ausbildung als Schneider beendet hat, kann sich unter anderem zum Theaterschneider, Musterschneider oder auch zum Meister weiterbilden. Wer dann Interesse daran hat, eigene Kollektionen zu entwerfen, hat in Ausnahmefällen mit dieser Ausbildung auch ohne das Abitur die Chance zum Modedesignstudium zugelassen zu werden.