Ausbildung zum Sanitäter: Inhalt und Ablauf

Sanitäter ist ein nicht-ärztlicher Beruf in der Notfallmedizin. Die Ausbildung zum Sanitäter ist nicht einheitlich geregelt, weil die Hilfsorganisationen verschiedene Möglichkeiten anbieten.


Für die Ausbildung zum Sanitäter interessieren sich viele junge Menschen, die sich für Medizin begeistern, aber vor den langen Studienzeiten eines Medizinstudiums zurückschrecken. In einer Sanitätsausbildung wird der Stoff eines Erste-Hilfe-Lehrgangs vertieft. Die Ausbildungsdauer ist je nach Organisation unterschiedlich und beträgt meistens zwischen 70 und 80 Unterrichtsstunden. Normalerweise erfolgt die Ausbildung zum Sanitäter in zwei bis drei Stufen. Wer Sanitäter werden möchte, muss das 17. Lebensjahr vollendet haben, über den Hauptschulabschluss verfügen und einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs vorweisen können. Manchmal verlangen die Organisationen auch ein polizeiliches Führungszeugnis.

Verschiedene Organisationen bieten eine Ausbildung zum Sanitäter an
Viele der bekannten Hilfsorganisationen bilden Sanitäter aus. Dazu gehören unter Anderem das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst, die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft und der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland. Ausbildungsdauer- und -inhalt unterscheiden sich je nach Organisation, weil es kein staatlich vorgeschriebenes Berufsbild für den Sanitäter gibt. Die Sanitäter-Anwärter werden hauptsächlich in Anatomie und Physiologie unterrichtet. Sie lernen das Wichtigste über Herz, Kreislauf, Atmung, lebensbedrohliche Bewusstseins-Störungen, gynäkologische Notfallsituationen, Stromunfälle, Schockbekämpfung, Verbrennungen und so weiter. Sie erfahren, wie Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Beatmungs- und Absaughilfen funktionieren. Darüber hinaus lernen die Anwärter, wie sie bei Infusionen, Intubationen und Injektionen dem ärztlichen Personal assistieren können.

Die Ausbildung zum Sanitäter findet oft an Wochenenden statt
Nach Vermittlung der Lehrinhalte und Übungen finden theoretische und praktische Prüfungen statt. Häufig wird am Wochenende unterrichtet, damit ehrenamtliche Mitglieder von Hilfsorganisationen an der Ausbildung teilnehmen können. Die Ausbildungsstufen werden je nach Hilfsorganisation anders benannt. So gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten der Weiterbildung. Der Rettungsassistent gilt als die höchste nichtärztliche Ausbildung. Die gesetzlich geregelte Ausbildung zum Rettungsassistenten beträgt zwei Jahre.

Aufgaben und Einsatzgebiete der Sanitäter
Sanitäter sind in der Notfallmedizin tätig. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Sie werden dort eingesetzt, wo es zu Unfällen kommen kann, also bei Großveranstaltungen, Konzerten, bei Fußballspielen und großen Festen. Sanitäter werden auch in Betrieben, Schulen, in der Bundeswehr und in der Feuerwehr eingesetzt. Oft sind sie bei Unfällen schnell am Ort und leisten Erste-Hilfe-Maßnahmen, bis der Notarzt zur Stelle ist. Häufig arbeiten die Sanitäter auf ehrenamtlicher Basis. Deshalb verdienen sie normalerweise relativ wenig. Die Ausbildung zum Sanitäter ist dafür allerdings auch nicht so umfangreich.