Ausbildung zum Speditionskaufmann: Ablauf

Die Ausbildung zum Speditionskaufmann ist ein anerkannter Lehrberuf mit einem staatlich festgelegten Berufsbild, der vielfältige Möglichkeiten erschließt.


Der Speditionskaufmann ist ein wichtiger Teil des modernen Wirtschaftslebens. Das funktioniert nur, wenn die benötigten Waren gerade zum rechten Zeitpunkt – „just in time“ – eintreffen. Dafür werden sie über weite Strecken versandt. Und daran ist der Speditionskaufmann maßgeblich beteiligt.

Der formale Ablauf

Die Ausbildung zum Speditionskaufmann erfolgt im so genannten „Dualen System“ im Wesentlichen in einem Speditionsbetrieb und einmal die Woche am zuständigen Berufsbildungszentrum – wie heute die Berufsschulen meist heißen. In der Ausbildung lernt der junge Mensch alle Seiten seines künftigen Berufes kennen – von der Buchführung bis zu den Vordrucken, die für die Abfertigung von Waren zum Versand, beim Zoll oder im Hafen benötigt werden.
Auch in die Schadensabwicklung wird in der Ausbildung eingeführt. Überdies lernt der Auszubildende die in diesem Gewerbe geltenden Tarife etwa im Straßengüterverkehr oder in der Seefracht kennen.
Darüber hinaus erfährt der angehende Speditionskaufmann eine Einführung in die rechtlichen Vorschriften, mit denen in diesem Beruf gearbeitet wird. Die Ausbildung zum Speditionskaufmann dauert drei Jahre. Während des zweiten Ausbildungsjahres erfolgt eine Zwischenprüfung. Diese und die Abschlussprüfung nach drei Jahren nimmt die zuständige Industrie- und Handelskammer ab. Geprüft wird neben den berufskundliche Fächern auch die Allgemeinbildung.

Es gibt keine schulischen Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Speditionskaufmann sind keine schulischen Voraussetzungen vorgeschrieben. Sie steht also dem Hauptschüler eben so offen wie dem Realschüler oder dem Abiturienten. Von Vorteil für das Weiterkommen im Beruf sind gute Fremdsprachenkenntnisse. Ein freundliches Wesen und guter Umgang mit Menschen werden vorausgesetzt. Der Berufsanfänger muss sich darauf einstellen, dass in diesem Beruf unter Umständen auch am Wochenende oder nachts gearbeitet wird. Außerdem erwartet ihn möglicherweise viel Stress. Die Bezahlung erfolgt nach Tarif.

Die Ausbildung zum Speditionskaufmann ermöglicht vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung zum Speditionskaufmann stehen dem jungen Menschen viele Möglichkeiten offen – etwa der Aufstieg zum Abteilungs- oder Niederlassungsleiter oder zum Schiffsmakler oder Zolldeklaranten. Erwartet wird die Teilnahme an Seminaren und Fortbildungsmaßnahmen, wie sie beispielsweise die Industrie- und Handelskammer laufend anbieten. Wer mindestens Fachhochschulreife hat, die gegebenenfalls berufsbegleitend erworben werden kann, kann außerdem an einer Fachhochschule ein Wirtschaftsingenieurstudium aufnehmen.