Ausbildungen im Gesundheitswesen: Mediziner von morgen

Die Ausbildungen im Gesundheitswesen haben sich gewandelt, heute ist der Arzt spezialisiert und nicht mehr, wie früher, für alle Krankheiten zuständig.


Mit steigender Technisierung der Medizin ändern sich auch die Ausbildungen im Gesundheitswesen. Der Mediziner von heute muss nicht nur den Menschen kennen, er benötigt ebenso umfassende Computerkenntnisse und Fachwissen zu computergesteuerten Geräten. Konnte bis vor dreißig Jahren ein typischer Landarzt neben der Grippe auch einen Bruch oder eine Ohrenentzündung behandeln, unter einem Mikroskop Viren und Bakterien spezifizieren oder notfalls ein Kind auf die Welt holen, verfügen viele junge Ärzte nur noch über theoretisches Wissen, da sie schon während des Studiums mit der Spezialisierung beginnen müssen.

Medizin und Technik – untrennbar miteinander verbunden

  • Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, haben auch die aktuellen Ausbildungen im Gesundheitswesen zu einer starken Spezialisierung geführt. Die Medizin von Morgen erfordert nicht nur eine ausgeprägte Kenntnis des menschlichen Körpers, sondern vor allem das Wissen darüber, wie technische Geräte eingesetzt werden.
  • Eine gesundheitliche Medizin wie früher gibt es nur noch selten, viele neue Ärzte verfügen zwar über ein ausgeprägtes Wissen, sind jedoch kaum mehr in der Lage, außerhalb ihres Fachgebietes zu agieren. Nicht mehr der Mensch an sich, sondern die Bedienung der Technik steht in einigen Bereichen des Studiums im Vordergrund.
  • So ist es inzwischen für den „einfachen“ Arzt nicht mehr nötig, den Bruch selbst zu erkennen, der Patient wandert bei einem Verdacht in den nächsten Computertomografen. Selbst kleine Tumore werden nur noch in einer großen Spezialklinik entfernt, besonders die Operation wird immer mehr zu einem hoch technisierten Vorgang.
  • Heute gleichen die Ausbildungen im Gesundheitswesen in manchen Fächern, ganz besonders in der Chirurgie, einer Ausbildung zum Techniker. Diese jungen Ärzte verlieren dabei langsam den Bezug zur Biologie des Menschen.

Das Umdenken der jungen Generation

  • Doch es gibt auch einen neuen, nichttechnischen Ansatz der Medizin. Waren viele Ärzte über Jahre davon überzeugt, dass eine Diagnostik ohne technische Hilfsmittel und extreme Spezialisierung nicht mehr möglich ist, sucht die junge Generation nach Alternativen. Die Mediziner versuchen sich altes Wissen - wie Akupunktur oder Kenntnisse über Heilkräuter - anzueignen, um die Heilkunst wieder menschlicher zu gestalten und den Patienten als Einheit zusehen.
  • Selbst die Krankenkassen haben begriffen, dass die hohe Spezialisierung und Technisierung der Medizin zwar in vielen Fällen ihre Vorteile hat, aber nicht alles auf diesem Weg behandelbar ist. Die Mediziner von morgen werden wohl eine Mischung werden aus Technikern, die in der Lage sind, die komplizierten Geräte zu bedienen und die Ergebnisse zu lesen, und Ärzten, die versuchen, ohne extreme Spezialisierung ihren Patienten mit alternativen Heilmethoden zu helfen. Auch Ausbildungen im Gesundheitswesen werden sich wohl oder übel den Zeichen der Zeit anpassen müssen.