Als Popstar Madonna einen kleinen Jungen aus Malawi zu sich nach England holte, tauchte das Thema Auslandsadoption in den Schlagzeilen auf. Doch auch unzählige Nicht-Prominente würden gerne ein Kind aus dem Ausland adoptieren. Grund hierfür kann sowohl ein unerfüllter Kinderwunsch wie auch das Bedürfnis, zu helfen, sein. Wer einen solchen Schritt ernsthaft in Erwägung zieht, sollte sich gründlich informieren.
Vorsicht schwarze Schafe
Denn nicht alle vermeintlich wohlmeinenden Helfer lassen sich als seriös bezeichnen. Da eine Adoption in vielen Fällen als der letzte Ausweg zur Gründung einer eigenen Familie erscheint, sind Paare oft bereit, sich dieses Glück einiges Geld kosten zu lassen. Und wie überall, wo Geld im Spiel ist, tummeln sich auch auf dem Markt für Auslandsadoptionen schwarze Schafe. Hier ist die Grenze zum organisierten Menschenhandel oft unscharf. Immer wieder lassen sich in den Medien Berichte über Kinder in Ländern der Dritten Welt lesen, die gegen ihren Willen von ihren Familien getrennt und zur Adoption freigegeben wurden.
Wie adoptiere ich ein Kind aus dem Ausland?
Wer seine junge Familie auf einem soliden Fundament gründen möchte, sollte daher den in Deutschland rechtlich vorgeschriebenen Weg zur Adoption eines Kindes aus dem Ausland gehen. Dieser schreibt die Einschaltung einer offiziell anerkannten Vermittlungsstelle vor. Eine solche Stelle, bei der es sich um ein Jugendamt oder eine Agentur in kirchlicher oder privater Trägerschaft handeln kann, ist mit den juristischen Rahmenbedingungen vertraut. Das ist wichtig auch deshalb, da neben dem deutschen auch das Recht des Herkunftslandes des Kindes berücksichtigt werden muss. Und eine gute Vermittlungsstelle wird den Eltern auch in der Zeit nach der Auslandsadoption beratend zur Seite stehen.
Hilfe in Anspruch nehmen
Eine solche begleitende Hilfe ist in vielen Fällen sinnvoll. Denn schon aufgrund der Sprachbarriere, die anfangs zu überwinden ist, lässt sich die Adoption eines ausländischen Kindes nicht mit der eines deutschen vergleichen. Und oft wissen die neuen Eltern auch wenig bis gar nichts über die Vorgeschichte ihres Schützlings. Dies kann in beispielsweise in Fällen, wo Kinder in ihrem Heimatland Krieg und Gewalt miterleben mussten und ein Trauma davongetragen haben, von Bedeutung sein.
Auslandsadoption zeitintensiv
Wer sich aber von diesen Hürden nicht abschrecken lässt, hat ein vierstufiges Verfahren zu erwarten, das sich über mehrere Jahre erstrecken kann. Am Anfang steht die Bewerbung bei einer anerkannten Vermittlungsstelle. Hierauf folgt dann die Eignungsfeststellung, in der unter anderem Alter, Umfeld und familiäre Situation der Adoptionswilligen eine Rolle spielen. Ist diese Phase erfolgreich verlaufen, kann es zu einem Adoptionsvorschlag kommen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, dass die zukünftigen Eltern in das Heimatland ihres Adoptivkindes reisen, um sich ein Bild von dessen kulturellem Hintergrund zu machen und gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Den Abschluss bildet schließlich das gerichtliche Adoptionsverfahren. Danach kann das Leben in der neugegründeten Familie beginnen.